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Ajatollah Ali Chamenei, oberster religiöser Führer im Iran, hat am Mittwoch mit der Zerstörung Israels gedroht. „Das künstliche Zionistische Regime wird von der Landkarte verschwinden“, so Chamenei. Kurz zuvor hatte der iranische General Gholam Reza Jalali dasselbe gefordert. Die Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der in Israel verstärkt die Möglichkeit eines Angriffs auf das iranische Atomprogramm erwogen wird, während die USA öffentlich erklären, dass sie derzeit einen Militärschlag auf den Iran nicht befürworten. Anlass der Drohungen aus dem Iran ist der am Freitag stattfindende schiitische „Al-Kuds-Tag” (Jerusalem-Tag), ein staatlicher Feiertag im Iran, an dem regelmäßig die „Befreiung Jerusalems” gefordert wird.
Der Al-Kuds-Tag geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutions-führers Ayatollah Ruhollah Chomeini vom 08. August 1979 zurück, am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan die „internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des muslimischen palästinensischen Volkes (zu) erklären.“ Jalali erklärte: „Der Al-Kuds-Tag drückt aus, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als fest zu bleiben und Widerstand zu leisten, bis Israel zerstört ist.“ Millionen von Schiiten im Iran, Pakistan, Südlibanon, Bahrain und anderen Ländern gehen an diesem Tag auf die Straßen, um gegen die israelischen „Verbrechen” gegen die Palästinenser zu demonstrieren.
In Berlin hat der Kolumnist der Berliner Zeitung (B.Z.) Gunnar Schupelius bereits am 08. August die Stadtverwaltung aufgefordert, eine pro-iranische Regime-Demonstration anlässlich des Al-Kuds-Tages am kommenden Samstag zu verbieten. Als Grund gab er an, dass die organisierenden Islamisten den Juden den Tod wünschen und zur Zerstörung des Staates Israels aufrufen würden. Solche Forderungen seien nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt und stellten in Deutschland strafbare Volksverhetzung dar. Pro-israelische und regimekritische iranische Gruppen haben zu einer Gegendemonstration aufgerufen.
Die Al-Kuds-Demonstration wird seit 1996 alljährlich in Berlin abgehalten und vereint tausende radikale Islamisten, kleine Gruppen von Neonazis und Linksradikale zu einem Anti-Israel-Marsch. Schupelius kritisierte in seinem Artikel die gesellschaftliche Indifferenz Berlins gegenüber Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Er könne die „Gleichgültigkeit nicht verstehen, mit der wir diesen Tag des Hasses durchgehen lassen. Stünden rechtsradikale Glatzen dahinter, wäre eine solche Demonstration doch längst verboten. So aber sehen wir Iraner, Türken und Araber.“
Schupelius betonte, dass die Hassprediger von Al-Kuds es zudem nicht nur auf Juden, sondern auch auf „abtrünnige“ Muslime und „Ungläubige“ abgesehen hätten. Die Gegendemonstration, zu deren Initiatoren u.a. das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), die Green Party of Iran - Deutschland, Stop the Bomb, und die Deutsch-Israelische Gesellschaft - Arbeitsgemeinschaft Berlin/Potsdam (DIG) gehören , findet am 18. August ab 14.30 Uhr auf dem Joachimstaler Platz am Kudamm statt. Schupelius Artikel ist hier zu finden.
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