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Freund und Feind

Freund und Feind

Bestseller-Autor und IDF-Militärexperte Arye Sharuz Shalicar
Karin Lorenz
Zwei Männer auf einer Bühne mit Mikrofon in der Hand. Einer legt dem anderen den arm um die Schulter, sie lächeln

Ehrengast Arye Shalicar aus Israel fand bei der Gebetskonferenz der ICEJ in Nürtingen deutliche Worte zur weltpolitischen Lage. Und er stellte brisante Fragen.

Unbequeme Fragen

„Warum baut Iran Raketen mit 4.000 Kilometern Reichweite?“, lautete eine dieser Fragen. „Für Israel braucht es diese Raketen nicht“, gab Arye Shalicar zu bedenken. Der Iran verfüge bald über Raketen, die jederzeit Berlin erreichen können, warnte der Armee-Experte.

In Israel herrsche große Enttäuschung über Europas Blick auf den Gazakrieg. „Der Fokus wurde nur auf das Leid der Menschen in Gaza gerichtet. Dass Israel angegriffen wurde, dass wir um unser Überleben kämpfen mussten, dass zehn Millionen Israelis gelitten haben – das hat keine Rolle gespielt“, glaubt Shalicar. Enttäuscht ist der Deutsch-Israeli auch von der einseitigen Berichterstattung in den Medien, von „Anti-Israel-Aktivisten, die sich als ARD- und ZDF-Journalisten tarnen“.

Israels teurer Fehler

Der Militärexperte stellt sich auch kritischen Fragen zum Versagen der israelischen Armee am Tag des Terrorüberfalls der Hamas. Wie konnte es dazu kommen, dass der Staat Israel, der sich wie kein anderer Staat mit Terrorbekämpfung auskennt, so überrollt werden konnte? Viel Selbstkritik schwingt in seiner Antwort mit. „Wir haben von oben herab auf unsere Feinde geschaut. Wir waren eingebildet. Auch ich“, gibt Arye zu. „Wenn ich vor dem 7. Oktober gefragt worden wäre, ob die Hamas eine ernstzunehmende Gefahr für Israel darstellt, hätte ich gelacht und gesagt: Quatsch, Hamas ist Kindergarten.“ Sorgen bereite hingegen die Hisbollah im Libanon, die über wesentlich mehr, präzisere und zerstörerische Raketen aus dem Iran verfüge. Sorgen bereitete vor allem das iranische Atomprogramm. Der israelische Sicherheitsdienst sei vollauf mit diesen Problemen beschäftigt gewesen. „Dann kam die Katastrophe von dort, wo wir es nicht erwartet haben.“

Es hätte allerdings noch weitaus schlimmer kommen können, fügte Arye hinzu – hätten der Iran und die Hisbollah zeitgleich mit der Hamas Zehntausende Raketen abgefeuert und wären Terroristen auch aus dem Libanon und dem Westjordanland in Israel eingedrungen. „Wo wären wir dann heute?“, fragte Arye Shalicar.

Wunder in der Kriegszeit

„Ich glaube, ich bin hier unter Menschen, die an Wunder glauben“, wandte sich der säkulare Jude an die treuen christlichen Beter. „In den letzten zwei Jahren sind viele schlimme Dinge passiert – aber auch viele Wunder.“ Dazu gehöre, trotz der heftigen Raketenangriffe auf Israel während des 12-Tage-Kriegs im Juni, „nur“ 30 Tote zu beklagen waren. „Obwohl die ballistischen Raketen aus dem Iran im Umkreis von 200 bis 300 Metern alles in Schutt und Asche gelegt haben“, erinnerte der Militärexperte.

„Sie werden wiederkommen“

Israel sei es gelungen, seine Feinde deutlich zu schwächen. Leider werde mit dem Ende des Gaza-Kriegs das Problem für Israel aber nicht gelöst. Denn der mörderische Judenhass existiere weiter. „Sie werden wiederkommen“, ist sich Arye Shalicar sicher.

Zu den negativen Nachrichten gehöre auch seit dem 7. Oktober weltweit explodierende Judenhass unter dem Deckmantel der „Menschenrechte“ – gerade in christlichen Ländern. Dabei gehe es diesen „Menschenrechtlern“ nicht um das Wohl der Palästinenser, ist Shalicar sicher. Es gehe nur darum, den eigenen Judenhass frei auszuleben. „Warum setzen sich diese Menschen nicht für einen kurdischen Staat ein? Warum interessiert es sie nicht, was im Sudan los ist? Warum schweigen sie zu dem, was die Huthis im Jemen ihrem eigenen Volk antun?“, fragte der Bestsellerautor.

„Einfach nur leben“

„Das Gute an dieser Entwicklung ist: Wir wissen jetzt genau, wer Freund und wer Feind ist“, schloss Shalicar seine Analyse der weltpolitischen Entwicklung. Und mit Blick auf die Israelfreunde der ICEJ fügte er lächelnd hinzu: „Ich bin heute hier bei Freunden.“

Dann beendete der Deutsch-Israeli seinen Vortrag mit einer schlichten Aussage, die alle militärischen Ziele Israels zusammenfasste: „Wir wollen nur in Ruhe gelassen werden“, stellte der ranghohe Militärexperte im Reservestatus klar. „Wir wollen einfach nur leben.“

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