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Auch wenn das jüdische Volk in dem bisher skizzierten Wiederherstellungsprozess eine wichtige Rolle einnimmt, so gilt die Botschaft des Evangeliums, wie sie Jesus ganz besonders in der Bergpredigt zum Ausdruck bringt, für alle Menschen und Bevölkerungsgruppen der Erde. Genauso gilt das Gebot der christlichen Nächstenliebe für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion oder Hautfarbe – in unserem Fall allen Betroffenen dieses komplizierten Nahost-Konfliktes (Juden wie Arabern), der auch mit großem persönlichen Leid, mit Gewalt und Kriegen verbunden ist und der trotz zahlreicher internationaler Bemühungen auf höchster Ebene derzeit politisch wie völkerrechtlich unlösbar erscheint. Dieser Aspekt ist insofern besonders hervorzuheben, weil eine – für alle Konfliktparteien sicherlich wünschenswerte– Versöhnung aus christlicher Sicht über das rein Irdische hinausgeht. Ein tiefer geistlicher Friede ist letztlich nur im gemeinsamen Blick auf Christus möglich, weil er diesen durch sein Blut am Kreuz gestiftet hat (Kol 1,20).
Nach Paulus ist der souveräne Gott der Bibel Schöpfer des Universums und der Menschheit, der die Menschen noch vor Grundlegung der Welt dazu erwählte, aufgrund der Erlösung durch Jesus seine Kinder zu sein: „er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade” (Eph 1,5-7 LUT).
Damit verbunden sind eine von Gott bestimmte Lebenszeit und die Grenzen von Wohnorten aller Menschen. Paulus formuliert diese Auffassung in seiner Rede am Aeropag in Athen an die Griechen folgendermaßen: „Er hat für sie [= Menschen, Anm.] bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt” (Apg 17,26 EU).
Die Wiederherstellung Israels erfolgt nicht isoliert, sondern ist eingebettet in einen Prozess, in dem Gott wie zu Zeiten des Alten Testamentes an allen Völkern und Menschen handelt. Dies betrifft in besonderer Weise auch die umliegenden Nationen. Der Prophet Jesaja beschreibt eine kommende, messianische Zeit, in der Israel ein Segen mitten auf Erden sein wird und sich die Menschen von Ägypten bis zum heutigen Iran bekehren werden – eine großartige Verheißung!
„Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter samt den Assyrern werden dem Herrn dienen. Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und Assyrien, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!” (Jes 19,23-25 LUT).
Am Ende unserer Überlegungen sei nochmals ein Teil der Vision des Propheten Hesekiel vom Tal der Totengebeine zitiert:
„Des HERRN Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine. Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe, sie waren ganz verdorrt. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, dass diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: HERR, mein Gott, du weißt es. Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN Wort! So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch dar auf und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen. Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel” (Hes 37,1-11 LUT).
Dieses ungewöhnliche Szenario ist ein eindrucksvolles Bild von der Wiederherstellung Israels. Es ist faszinierend und vielleicht auch nicht wirklich schön anzusehen, wenn die Gebeine zusammenrücken, mit Sehnen und Fleisch überzogen werden, bis der Odem in die Menschen kommt. Zugleich kann diese Vision prophetisch als ein Vorgang bzw. als eine Entwicklung interpretiert werden, die sich bildlich gut auf die jüngere Geschichte des jüdischen Volkes und des Staates Israel übertragen lässt. Nach dem Holocaust (Shoah) ist die historische Entwicklung des modernen Israel zweifellos eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht – eine Start-up-Nation, die zu einem Schmelztiegel für jüdische Menschen aus aller Welt wurde, enorme Erfolge in Landwirtschaft, Integration, Wirtschaft, Medizin, High-Tech-Industrie und Wissenschaft erzielt hat und dieses Know-how auch an viele Länder weiter gegeben hat. Zwar gibt es wie bereits zu Zeiten des Alten Testamentes auch in der modernen israelischen Gesellschaft und Politik (wie genauso in allen anderen Nationen) Entwicklungen, Vorkommnisse und Fehlverhalten einzelner Personen, die mit einem biblischen Werteverständnis nicht in Einklang gebracht werden können. Doch für viele gläubige Christen ist Gottes Treue zu seinem erwählten Volk Israel gerade in der jüngeren Vergangenheit offensichtlich. Jahrtausendalte prophetische Worte werden Realität und Israel ist ein Segen für viele Völker und Menschen geworden.
Es ist ein Privileg der heutigen Generation, diesen Prozess der Wiederherstellung Israels erleben zu dürfen. Über viele Jahrhunderte blieb den meisten Christen aus unterschiedlichsten Gründen die Einsicht verwehrt, die bleibende Bedeutung des jüdischen Volkes aufgrund der Bünde Gottes und der biblischen Verheißungen zu erkennen. Auch wenn das menschliche Wissen und prophetische Reden im Sinne von Paulus letztlich ein „Stückwerk“ (1 Kor 13,9) ist, so ist es heute nach Meinung des Verfassers an der Zeit, dass Christen ihren Blick neu auf Israel und das jüdische Erbe richten. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bringt sein erwähltes Volk ein zweites Mal in das Land Israel zurück. Jesus, der „Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids” (Offb 5,5 LUT) ist bereits gekommen, hat durch seinen Tod am Kreuz Erlösung für die Welt gebracht und er wird wiederkommen. Durch den Glauben an ihn sind alle Menschen – nach Galater 3,28 Juden wie Nichtjuden, Männer wie Frauen – berufen, Abrahams Nachkommen und der Verheißung nach Erben zu sein. Jesus ist gemäß der Schrift „das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offb 22,13 ELB). Er ist der Anfang und das Ende der Weltgeschichte. Die Erwählung und Berufung des jüdischen Volkes hatte letztlich das Ziel, Heil und Erlösung zu allen Völkern und Nationen zu bringen.
Dieser Heilsplan Gottes wird zu seiner Vollendung kommen. Demnach werden die „letzten Dinge“ wie die Wiederkunft Jesu auf dem Ölberg, das Tausendjährige Reich, ein Weltgericht bis hin zu einem neuen Jerusalem und dem Leben in Ewigkeit in einer Art und Weise geschehen, wie sie durch zahlreiche Aussagen der Heiligen Schrift vorgezeichnet sind. Die einzelnen Ereignisse und Prozesse werden für die Gläubigen vermutlich erst allmählich deutlich oder vielleicht erst im Nachhinein erkennbar werden.
Erstmals seit dem ersten Jahrhundert lebt ein großer Teil der Juden wieder im verheißenen Land. Gemäß der Heiligen Schrift weiß niemand den genauen Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu, aber er sagt selbst: „Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet“ (Mt 24,44 EU). Obwohl theologische Lehrmeinungen, historische Deutungen und politische Einschätzungen zahlreicher Experten zu Israel und den Entwicklungen im Nahen Osten bis heute oftmals sehr kontroversiell sind, so sind die Entwicklungen um Israel in den vergangenen rund 150 Jahren im Lichte der biblischen Offenbarung jedenfalls ein Weckruf an die christliche Gemeinde und jeden einzelnen Gläubigen. Lasst uns deshalb wachsam und vorbereitet sein!
Angesichts der geschilderten Aspekte klingen die Worte des Apostels Paulus heute aktueller denn je, wenn er schreibt: „Unser Herr, komm!“ (1 Kor 16,22 EU) – eine Erwartung, die Johannes als Verfasser der Offenbarung in den letzten Versen der Bibel ganz ähnlich formuliert: „Amen. Komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ (Offb 22,20-21 EU).

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