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Daniel betet dreimal täglich in Richtung Jerusalem
Er hatte aber an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er es auch vorher zu tun pflegte. – Daniel 6,11 (LUT 2017)
Jesus zitiert den Propheten Daniel, als er über die Endzeit spricht
Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch Daniel, den Propheten geredet ist, an heiliger Stätte stehen seht – wer es liest, der merke auf! -, dann sollen die in Jodäa auf die Berge fliehen. – Matthäus 24,15 (ELB)(siehe auch 1–16)
Daniel, ein Mann königlicher Herkunft aus dem Stamm Juda, wurde als Gefangener aus dem Land Israel nach Babylon verschleppt. Dieser junge Mann war voller Weisheit und Einsicht. Zusammen mit seinen drei Freunden kam er an den babylonischen Königshof. In der Bibel heißt es: „Und diesen vier jungen Leuten gab Gott Verstand und Einsicht für jede Art von Schrift und Weisheit. Daniel aber verstand sich auf Gesichte und Träume jeder Art.“ (Daniel 1,17 (LUT 2017)) Obwohl er im Exil lebte, ließ sich Daniel in besonderer Weise von Gott gebrauchen.
Daniel war dafür bekannt, Träume und Visionen zu deuten. Eines Nachts hatte der große König Nebukadnezar von Babylon einen beunruhigenden Traum von einer goldenen Statue. Er verlangte von seinen Weisen, ihm diesen Traum nachzuerzählen und zu erklären, ohne ihnen seinen Inhalt mitzuteilen. Doch das konnten sie nicht. Daniel und seine Freunde aber beteten und baten Gott, ihnen den Traum und seine Bedeutung zu offenbaren. Gott erhörte ihr Gebet: In einer nächtlichen Vision empfing Daniel den Traum samt seiner Deutung. Als Daniel vor dem König stand, gab er Gott die Ehre und erklärte, was der Traum bedeutete. König Nebukadnezar war so beeindruckt, dass er Daniel beförderte und auch seinen drei Freunden wichtige Ämter übertrug. Daniel blieb dem Gott Israels treu – im vollen Bewusstsein, dass er diese Gabe allein dem ewigen Gott zu verdanken hatte.
Daniel war Prophet und Fürbitter. Durch Gottes Gnade wurde er erneut gebeten, Träume zu deuten, was Neid unter den anderen Weisen hervorrief. Sie versuchten, Daniel bei einem Fehltritt zu ertappen. Das Einzige, was sie ihm anlasten konnten, war, dass er treu dreimal am Tag vor Gott auf die Knie ging und in Richtung Jerusalem betete. Er tat dies auch weiterhin, selbst nachdem es ihm verboten worden war, und wurde schließlich deshalb in die Löwengrube geworfen. Trotz aller Schwierigkeiten blieb Daniel den Gesetzen Gottes treu. Seine Weisheit und Einsicht zeigten sich in seiner prophetischen Gabe durch göttliche Träume und Visionen. Aber er erkannte auch die Zeiten anhand von Gottes Wort. So las er beispielsweise über das siebzigjährige Exil und kam zu dem Schluss, dass die Zerstreuung Israels nun zu Ende ging. Daniel prophezeite auch über die Zukunft. Sogar Jesus zitierte Daniel in seiner Endzeitrede. (Matthäus 24,15) Gott schenkte Daniel viel Weisheit und Einsicht. Im Gegenzug war Daniel ein treuer, gerechter Diener, der Gott alle Ehre gab.
Der Name Daniel, DaNiEL, דָנִיֵּאל, bedeutet „Gott ist mein Richter“. Daniel diente mehreren großen Königen und Imperien. Selbst unter schwierigen Umständen befolgte er in Babylon Gottes Gebote. So hielten er und seine Freunde beispielsweise die Speisevorschriften ein und knieten nicht vor Götzenbildern nieder. Daniel betete häufig, fastete und demütigte sich vor seinem Volk. Für Daniel stand das Gebet im Mittelpunkt. Dreimal am Tag beugte er seine Knie vor Gott in Richtung Jerusalem.
Auch heute noch beten Juden dreimal täglich in Richtung Jerusalem. Das erste Gebet des Tages beginnt am Abend, nach Sonnenuntergang:
Abendgebet – Arvit oder Maariv
Morgengebet – Schacharit
Nachmittagsgebet – Mincha
Am Schabbat und an Feiertagen gibt es vier Gebete, und das Schacharit-Musaf kommt hinzu.
Im christlichen Kanon wird das Buch Daniel unter den „Propheten“ eingeordnet, während es im Tanach, der hebräischen Bibel, unter den „Schriften“ zu finden ist. Einen Überblick über die Reihenfolge der Bücher der Bibel findest du in Anhang 4. Daniel erhielt zweifellos prophetische Gaben durch Offenbarungen, Träume und Visionen – sowohl für seine Zeit als auch für die nahe Zukunft. Das Buch Daniel ist insofern einzigartig, als es teils auf Hebräisch, teils auf Aramäisch verfasst ist.
Wie sieht dein Gebetsleben aus? Wie kann Daniels Leben dich inspirieren?
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