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Mitten in der Torah finden wir Gottes Liebesgebot
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. – 3. Mose 19,18b (ELB)
Jesus spricht mit dem Schriftgelehrten über das höchste Gebot
„Welches ist das höchste Gebot von allen?“ Jesus antwortete: „Das höchste Gebot ist das: ,Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft.‘ Das andre ist dies: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Es ist kein anderes Gebot größer als diese.‘ – Markus 12,29–31 (LUT 2017)
Alle vier Evangelien beschreiben das große Gebot der Liebe, und es hat immer zwei Teile: Liebe Gott über alles, mit deiner ganzen Seele und deinem ganzen Verstand, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Offenbar ist dieses große Gebot der Liebe so wichtig, dass es in mehreren Büchern der Bibel auf unterschiedliche Weise erwähnt wird. Es wird auch das königliche Gesetz oder das Gesetz Christi genannt. Hier sind einige Beispiele:
Gott zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst, ist unglaublich wichtig, oft aber schwer in die Praxis umzusetzen.
Im hebräischen Denken kommt zentralen Positionen oft eine besondere Bedeutung zu, und der zentrale Bibeltext der ersten fünf biblischen Bücher, der Torah, ist 3. Mose 19,18b. Interessanterweise lautet der Text: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“
Es gibt einen Unterschied zwischen griechischem und hebräischem Denken. Dies wird ausführlich in dem Buch „How Do We Think? Hebrew Thinking versus Greek Thinking“ von Jacob Keegstra behandelt.
Das Prinzip „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ich bin der HERR“, Ahavta Lereacha Kamocha, Ani Jehovah, gilt als höchster Lehrsatz innerhalb der Tora: Zeh Klal Gadol BaTorah.
Am Versöhnungstag, Jom Kippur, leistet der Hohepriester Sühne für die Sünden des Volkes. Die jüdische Lehre, auf die Rabbi Sacks in seinem Buch „Celebrating Life“ hinweist, besagt jedoch: „Für die Sünden gegenüber deinem Nächsten musst du selbst Sühne leisten und Maßnahmen ergreifen.“ Mit anderen Worten: Während ein Mensch seine Sünden gegen Gott bekennen und sich mit ihm versöhnen kann, müssen die Menschen untereinander Wiedergutmachung leisten. Im Judentum ist dies ein wichtiger Grundsatz, der im höchsten Gebot verankert ist. Tatsächlich ist es in den Tagen vor Jom Kippur üblich, dass die Menschen sich um Versöhnung untereinander bemühen. Gott ist von Natur aus beziehungsorientiert; sein Herz gilt den Menschen. Wie wunderbar, dass Gott sich so sehr um die Menschen kümmert, die er geschaffen hat!
Das höchste Gebot kommt in allen vier Evangelien vor. Wie kannst du dieses wichtige Gebot – Gott über alles zu lieben und deinen Nächsten wie dich selbst – in die Praxis umsetzen? Gott möchte dir dabei helfen! (Röm 5,5).
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