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Dies ist ein Leseauszug aus dem Buch Gottes prophetische Feste von Jacob Keegstra. In diesem Abschnitt geht es um das Passahfest.
Passah ist ein umfassendes Fest. Historisch betrachtet bezeichnet Passah den Übergang beim Exodus von der Gebundenheit zur Freiheit. Passah ist außerdem das erste Fest im
Frühjahr und markiert den Übergang von Winter zu Sommer. Es existieren viele Bibelabschnitte über Passah im AT[1] und NT[2].
Das erste Passahfest im AT ist der historische Auszug aus Ägypten mit dem Beginn der Wüstenreise ins verheißene Land. [3] Das zweite Passahfest wurde bei der Errichtung des Offenbarungszeltes, der Stiftshütte, in der Wüste gefeiert.[4] Am Ende der Wüstenreise, beim Einzug ins verheißene Land, wurde unter Josua ein Passahfest im ersten Monat gefeiert.[5] König Hiskija feierte im zweiten Monat ein Passahfest.[6] Während der Regierung des Königs Joschija wurde das Passahfest in großem Stil begangen.[7] Nach dem Exil wird in der Vision des Ezechiel das künftige Passahfest ohne Passahlamm gesehen.[8] Nach dem Auszug wurde unter Esra das Passahfest wieder eingeführt.[9]
Seit der Tempelzerstörung werden keine Lämmer mehr geopfert und das Passahfest wird vorwiegend zuhause mit einem Sedermahl als Höhepunkt gefeiert. Das religiöse Leben wirkt sich also auf die Entwicklung der Festliturgie aus. Das Sedermahl darf erst am Abend gegessen werden. Dabei werden vier Becher Wein analog zu vier Worten der Befreiung getrunken: Herausführung, Rettung, Erlösung und Annahme.[10] Die vier Becher haben folgende Namen: Kiddusch (Heiligung), Makot (Plagen), G’eoela (Erlösung) und Hallel (Lobpreisung). Zum Schluss des Sedermahls wird das Hallel-Gebet gesungen.[11],[i] Manchmal gibt es noch einen fünften Becher, den Elia-Becher mit der Bedeutung ‚Hoffnung auf noch viel mehr‘[12]. Dieser letzte Becher wird nicht ausgetrunken. [ii] Er ist ein Zeichen dafür, dass die Befreiung aus Ägypten nur ein Vorbote der messianischen Erlösung ist. Damit ist er also auf die Zukunft ausgerichtet. Der fünfte Becher und der Wunsch zum Schluss des Sedermahls, das Fest nächstes Jahr in Jerusalem zu feiern, verstärken die messianische Seite der Erlösung. Die Befreiung aus Ägypten ist ein Hinweis auf die messianische Erlösung.s Die Rabbiner glauben, dass der Herold des Messias in der Passahnacht kommen wird.[13]
Passah zeigt, dass Gott sowohl Befreier und Löser als auch Bräutigam ist. Bevor Gott sein Volk aus Ägypten befreit, teilt er Mose seine Heiratspläne mit seinem Volk mit.[14] Gott ist derjenige, der sein Volk annimmt. Dieses (An-)Nehmen, ‚lakach’, ist ein Ausdruck für heiraten. Gott hat seine Braut aus Ägypten befreit, um mit ihr beim Sinai eine Ehe, einen Bund einzugehen. Die Thora ist bei diesem Bundesschluss der Ehevertrag.[iii] Die Wüstenreise symbolisiert die Brautzeit.[15] Hat diese Reise den Sinn, das Laubhüttenfest kennenzulernen, auf dem Weg ins verheißene Land und ins Reich Gottes?[iv] Vor Antritt der Wüstenreise - noch während des Passahfestes - wird die Buchrolle ‘Hohelied’ gelesen, als Zeichen der leidenschaftlichen Liebe Gottes zu seinem Volk.
Das erste Passah wurde gefeiert, ehe die Erlösung des Volkes Realität wurde. Passah ist und bleibt also ein Glaubensfest. Es wird gedacht an den Auszug aus Ägypten, aber in Vorausschau auf die letztendliche messianische Erlösung. Immer bleibt also die Zukunft mit dem geschichtlichen Gedenken verbunden. Und wieder ist zu sehen, dass die Gegenwart im Mittelpunkt steht mit einem umgebenden Kreis, der in Richtung Vergangenheit und Zukunft zeigt.
Passah ist das erste wichtige Pilgerfest für das Volk. Dementsprechend lebt es diesem Fest entgegen.s Bereits fünf Wochen vorher wird man durch die Thora-Lesungen darauf vorbereitet. Am fünften Sabbat, am ‘Sabbat HaGadol’, finden Lesungen über das Einhalten des Sabbat-Gebotes und über Elia als dem Vorboten des Messias statt[16], der vor dem großen Tag des Ewigen kommt. Damit wird die eschatologische Dimension des Passahfestes betont.
Im NT finden sich etliche Bezugspunkte zwischen Passah und Jesus.[17]s Sowohl Matthäus als auch Markus und Lukas beschreiben das letzte Abendmahl als ein Sedermahl, den Anfang des Passahfestes.[v] Matthäus verbindet das Fest mit der Kreuzigung des Menschensohnes.[18],[vi],[vii] Matthäus und Markus geben an, dass der Tod Jesu die Verwirklichung von Gottes Plan und die Erfüllung der Schriften sei.[19],[viii] Im Lukasevangelium wird die zukünftige Verbindung stärker betont[20] als die kultische.[21],[ix] Das Johannesevangelium beinhaltet die Abschiedsrede [22], die Jesus während des Sedermahls hält.[x] Johannes hält daran fest, dass das Sedermahl auch das Ostermahl des Messias ist; denn der Messias sei das Passahlamm.[xi] Gleich am Anfang führt Johannes der Täufer das Opferlamm, Jesus, ein: ‘Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt’.[23] Dieses wurde bereits in Jesaja 53 angekündigt.[xii] Neu ist, dass Jesus dieses Opferlamm ist, dessen Tod die Sünden dieser Welt sühnt.[24],[xiii]
Zur Zeit Jesu wählte der Hohepriester am 10. Nisan an einem Ort außerhalb Jerusalems das Opferlamm aus. Dieses Lamm wurde dann von einem Priester in die Stadt geführt und das Volk sang Psalm 118 mit dem Schluss: „Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.“ Das Lamm wurde zum Tempel gebracht, um dort geprüft zu werden. Jesus identifizierte sich mit dem Opferlamm.[25] Er ritt am 10. Nisan, am Palmsonntag, auf einem Esel (wie ein König) in die Stadt Jerusalem, vermutlich direkt hinter dem traditionellen Umzug her. Dass das Volk danach die prophetische Erwartung des Messias mit Jesus in Zusammenhang brachte, ist bedeutungsvoll. Offensichtlich sah es in der Erfüllung eines alttestamentlichen Rituals einen Grund, an den Messias zu denken. Es war der Wunsch des Volkes, dass der Messias sich unmittelbar auf den Thron Davids setzte und es von den Römern befreite.
Diese letzte Erwartung hat Jesus bei seinem ersten Kommen nur zum Teil erfüllt. Zunächst reinigte er den Tempel, um das Fest der ungesäuerten Brote feiern zu können, wie Gott es wollte. Die Oberpriester nahmen ihm dieses Verhalten übel. Daraufhin führte Jesus Psalm 8 an, in dem steht, dass sich Gott sogar aus dem Mund der Kinder und Säuglinge Lob schafft. Jesus bezieht also den messianischen Psalm 8 auf seine eigene Lage. Psalm 8 beginnt und endet im Lobpreis Gottes. Im Mittelpunkt steht der Mensch, den Gott trotz allem zur Herrlichkeit führen wird. Psalm 8 wird im NT ebenfalls in Bezug auf die Lage Jesu erklärt.[26] So sehen wir, dass ein messianischer Psalm aus dem AT in Jesus aktualisiert wird. Psalm 8 hat damit eine erste Erfüllung in Jesus erhalten. Seine endgültige Erfüllung wird bei der Wiederkunft des Messias erwartet, wenn wir mit ihm über die Schöpfung regieren und herrschen. Palmsonntag nimmt die endgültige Erfüllung und Vollendung im großen Fest vorweg.[xiv] Er weist dementsprechend die Einteilung in Verheißung, Erfüllung und Vollendung auf.s
Da sich Jesus mit dem Passahlamm identifizierte, musste er auch alle damit verbundenen Forderungen erfüllen. Denn nicht das makellose Lamm bringt Sühne, sondern das geschlachtete makellose Lamm. Dieses musste am Abend des 14. Nisan in Anwesenheit des ganzen Volkes geschlachtet werden. So war auch das ganze Volk bei der Kreuzigung Jesu anwesend, sowohl die Führer des Volkes als auch die Einwohner von Jerusalem und die Besucher des Passahfestes. Als Jesus ausrief: “Es ist vollbracht”, wies er hin auf die Bedeutung des wirklichen Abschlusses.[27] Der Hohepriester pflegte nämlich diese Worte beim Passahfest nach dem Abendopfer auszusprechen, zum Zeichen dafür, dass das Opfer angenommen und die Sünden vergeben worden sind. Zum Zeichen des wirklichen Abschlusses und der endgültigen Erlösung musste auch Jesus diese Worte ausrufen.
Die Feier des heiligen Abendmahls beinhaltet das Gedenken und das Vorausblicken auf die Tage des Messias nach 1. Kor 11,26. Wir feiern das heilige Abendmahl, bis er kommt. Dieses prophetische Element im Opfer Jesu, des Passahlammes, macht das Fest im christlichen Glauben zu einem Zeichen der Hoffnung ist, das auf die Zukunft ausgerichtet ist. Diese Zukunftsorientiertheit wird bereits vor Ostern am Palmsonntag in folgende Worte gefasst: “Hosanna, gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn”.[28]
Wie bereits oben erwähnt, hat beim Passah alles mit Befreiung zu tun.[29] Diese Befreiung kennt drei Dimensionen: Befreiung von der Sklaverei, die Erlösung aus Ägypten und die Absonderung zu Diensten Gottes. Passah beinhaltet eine Nacht der Wache, in der die Erwartung der Befreiung bis zum Morgen durchgehalten wird. Nach dem Durchzug des Volks durch das Schilfmeer erteilt Gott den Auftrag, das Fest der Erstlingsfrüchte zu feiern. Es durfte zwar erst 40 Jahre später im verheißenen Land zum ersten Mal gefeiert werden, wurde aber bereits beim Auszug angekündigt als Vorausblick in das verheißene Land.
Hier geht es zu dem Literaturverzeichnis von Gottes prophetische Feste: Literaturverzeichnis von Gottes prophetische Feste – Jacob Keegstra - ICEJ - Deutscher Zweig e.V.
Schau doch auch mal hier rein: Das Fest der ungesäuerten Brote - ICEJ - Deutscher Zweig e.V.
[1] Ex 12,1-13, 21-29; Lev 23,4-5; Num 28,16, 33,3; Dtn 16,1-8
[2] Mt.26:1-2, 17-75, 27:1-66, Mc.14-15, Lc. 22-23, John.18-19, Hebr.11:28
[4] Num 9,15
[5] Jos 5,10-11
[6] 2 Chron 30; Num 9,6-14
[7] 2 Kön 23,21-23; 2 Chron 35,18-19
[8] Ex 45,21
[9] Esra 6,19
[10] Ex 6,6-7
[11] Ps 113-118
[12] Ex.6,7
[13] Hag 2,6
[14] Ex 6,2-9
[15] Jer 2,2
[16] Mal 3,4-4,6
[17] Mt 26-27; Mk 14-15; Lk. 22-23; Joh 13-19; Hebr 11,28
[18] Mt 26,1-2
[19] Mt 26 und Mk 14,18-21
[20] Lk 22; Jer 31,31-34
[21] Ex 24,8
[22] Joh 14-16
[23] Joh 1,29
[24] 1 Kor 5,7
[25] Joh 12,9-19
[26] Hebr 2
[27] Joh 19,30
[28] Mt 21,9
[29] Ex 11-13
[i] W.J.Barnard, P.van’t Riet, 1986, 69
[ii] R.Scarlata, L.Pierce, 1997, 125
[iii] F.de Graaff, 1987, 32
[iv] W.J.Barnard, P.van’t Riet, 1986, 119
[v] D.E.Hofstra, D.Monshouwer, 1995, 49
[vi] Voor de term ‘Zoon des mensen’, zie L.Goppelt, 1991, 235v.
[vii] D.E.Hofstra, D.Monshouwer, 1995, 50
[viii] D.A.Hagner, 1995, 768
[ix] J.Nolland, 1993, 1045
[x] C.Bouma, 1950, 81
[xi] D.E.Hofstra, D.Monshouwer, 1995, 59
[xii] W.J.Ouweneel, in: A.G.Knevel, 1995, 101
[xiii] D.A.Hagner, 1995, 774
[xiv] J.Daniélou, 1964, 383

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