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Der Prophet Jeremia spricht zum Volk Israel über einen weiteren, den sogenannten „Neuen Bund“. Dieser ist anders als der am Sinai und wird Gottes Gesetz in ihr Herz legen. Sie werden Gott erkennen und dem Volk Israel wird alle Schuld vergeben werden:
„Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen – diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war, spricht der HERR. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken” (Jer 31,31-34 ELB).
Nach dem Bund mit Abraham und mit Mose eröffnet der Neue Bund nun eine weitere Dimension, die aus neutestamentlicher Sicht durch das Wirken und den Tod Jesu Realität wird. Der Priester Zacharias, Vater von Johannes dem Täufer, bringt bei der Beschneidung seines Sohnes in einem Lobpreis das Kommen des Messias und die Treue Gottes zum Ausdruck:
„Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens” (Lk 1,68-79 EU).
Der Neue Bund hat seine Erfüllung durch das Kommen und den Tod Jesu gefunden, damit der Segen Abrahams auf die Heiden komme (Gal 3,14). Er bewirkt, dass die Gebote dem Menschen ins Herz geschrieben sind und er sie aus freiem Willen befolgt. Dies betrifft sowohl die Juden (Mt 10,5-6) als auch die Heiden (Röm 1,16). Paulus vertieft diese Sichtweise im Brief an die Römer:
„Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes! Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen; die Heiden aber sollen Gott rühmen um seines Erbarmens willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen” (Röm 15,7-9 EU).
Jesus hat demnach den Juden gedient, um die Verheißungen an die Väter zu erfüllen. Die Christen sollen Gott deshalb für seine Barmherzigkeit rühmen. Sie haben einen geistlichen Anteil an den Gütern der Juden und stehen somit auch in deren Schuld (Röm 15,27).
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