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Die Hütte Davids und die Laubhütte

Die Hütte Davids und die Laubhütte

In der Verehrung Gottes den Rahmen sprengen
Gottfried Bühler
Abbildung einer Nachbildung der Bundeslade

Die sehr bewegende Feier des Laub­hüttenfestes in Jerusalem hinterlässt vor allem mit ihren Zeiten der Anbetung Gottes und ihren wegweisenden Bot­schaften einen tiefen Eindruck bei allen Besuchern und Teilnehmern. Ein gro­ßer Schwerpunkt in der Ausrichtung des Laubhüttenfestes der ICEJ liegt in der gemeinsamen Anbetung Gottes. Viele Nationen und Völker kommen zusammen, um Gottes Majestät, Macht und Erhaben­heit zu rühmen und den Gott Abrahams, Isaaks und Israels anzubeten und groß zu machen. Welch‘ ein großes Vorrecht ist es doch, hier dabei zu sein, mitzufei­ern und vielfältige spirituelle Erfah­rungen mit Gott zu machen. An dieser Stelle möchte ich Sie herzlich einladen: Kommen Sie 2012 nach Jerusalem und ver­passen Sie diese großartige Feier nicht!

Die Bibel spricht von der Laubhütte und von einer anderen Hütte: der Hütte Davids. Das hebräische Wort „Hütte“ bedeutet ebenso „Zelt“. Insofern ist es sehr interessant, die Verknüpfungen und Bedeutungen des Laubhüttenzeltes und des Zeltes Davids näher zu beleuchten.

Schutz und Versorgung Gottes

Das Laubhüttenfest mit seiner Erinne­rung an die Befreiung aus dem Sklaven­haus und der nachfolgenden Wüsten­wanderung der Israeliten macht die Nähe und Versorgung Gottes deutlich. Es ist ein Nahen zu Gott in tiefer Dankbarkeit für seine Versorgung. Mit großer Freude feiert man den Schutz des allmächtigen Gottes. Es sind nicht die Häuser, Kirchen oder Tempel, die uns Schutz und Ruhe geben. Die Laubhütte ist eine schwache, temporäre Behausung. Nur einer gibt uns dauerhaften Schutz, unser Herr Jesus Christus. Er muss unser „Lebenshaus“ unser „Glaubenshaus“ bauen. „Wo der Herr das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens“, Ps 127,1. In dem Vertrauen auf Gottes Hilfe hören wir den König David - den „Erfinder“ der gleichnamigen Hütte - in Ps 27,5 sagen: „Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tag des Unheils, er wird mich verbergen im Versteck seines Zeltes, auf einen Felsen wird er mich heben“. Jesus ist der Fels unserer Rettung! Nur eine freundschaftliche enge Beziehung zu Jesus Christus wird unseren Lebensweg und Lebensinhalt auf ewig festigen. Dann können wir getrost mit David sagen: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?“  Wir können sicher sein, dass wir in Wüsten­zeiten versorgt werden und dass sich die wunderbaren Ziele Gottes für unser Leben erfüllen. Bei den Israeliten war dies die Inbesitznahme des verheißenen Landes, Eretz Israel.

Die Laubhütten werden so gebaut, dass sie nach oben durchlässig, offen, trans­parent sind. Nur Palmzweige dienen der Bedachung. Der Blick zum Himmel ist offen, die Verbindung zu himmlischen Orten gegeben.

Gott - zum Greifen nah

Während der Wüstenwanderung der Isra­eliten war die Bundeslade, das Symbol der Gegenwart Gottes, in der Stiftshüt­te. Eine detaillierte Beschreibung ihres Aufbaus und ihrer Konstruktion ist in 2. Mose nachzulesen. Einige hundert Jahre später war es David ein Herzensanliegen, das Symbol der Gegen­wart Gottes in seine Nähe zu bringen. Dafür stellte er ein einfaches Zelt in Jerusalem auf. Das Phantastische daran ist, dass David jeglichen Rahmen sprengte. Sein intensives Bedürfnis, Gott nahe zu sein, ließ ihn weichenstellende Entscheidungen tref­fen. Er rief erstaunliche Dinge ins Leben, die bis heute Auswirkungen auf das Volk Gottes haben. Seine Aktionen gingen weit über das starre Gesetz des Mose hinaus. Er setzte tausende von Sängern und Musi­kern ein, die 24 Stunden täglich vor dem Zelt und der Bundeslade die Größe und Gegenwart Gottes anbeteten! Den Schlag­zeuger Asaph setzte er als Leiter ein, mit dem Befehl, Gott laut zu loben. Ps 27,6 drückt Davids Herzenseinstellung wun­derbar aus: „Opfer voller Jubel will ich opfern in seinem Zelt, ich will singen und spielen dem Herrn“. David - ein Mann nach Gottes Herzen - unternahm außergewöhnliche Dinge, um Gott groß zu machen. Er sprengte den vorhandenen Rahmen. Die Hütte Davids war ein ein­faches Zelt ohne großartige

Ausschmü­ckung, ohne die ganzen Unterteilungen der Stiftshütte. Schnell aufgebaut, ähnlich wie die Laubhütte. Nur ein einfaches Zelt­tuch war zwischen den Menschen und der Bundeslade, dem Ort der Gnade Gottes. Fast könnte man sagen, zum Greifen nahe. Hier erfüllte sich schon zu Davids Zeiten ein neutestamentlicher Lebens­stil. Geisterfüllter prophetischer Lobpreis, direkter Zugang zum Ort der Gegenwart Gottes, Freude und Jubel kennzeichneten die Zeiten der Hütte Davids. Ein Anbeter ist derjenige, der in der Verehrung Gottes den Rahmen sprengt!

Wiederaufbau durch Anbetung

Einige Zeit nach der wunderbaren Pfingsterfahrung der Urgemeinde - wäh­rend des Apostelkonzils in Jerusalem - spricht Jakobus, der Bruder von Jesus, ein erstaunliches prophetisches Wort an die dort versammelte Gemeinde: „Nach die­sem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfal­len ist, und ihre Trümmer will ich wie­der bauen und sie wieder aufrichten, damit die übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut“, Apg. 15,16f.

Jakobus zitiert hier den Propheten Amos, der dieses Wort ca. 750 Jahre zuvor von Gott erhielt. Dieses Wort begann sich in den Tagen der ersten Gemeinde zu erfül­len und erfüllt sich bis heute. Heute haben wir freien Zugang zu himmlischen Orten, heute sind gerade Sie gerufen in Ihrem

Leben, die „verfallene Hütte Davids“ mit der Hilfe des Heiligen Geistes wieder auf­zurichten. Gott sucht Anbeter! Lassen Sie uns den Grundgedanken der Hütte Davids in unsere Situation und Zeit hineinneh­men und inspiriert durch den Heiligen Geist „Opfer des Lobes darbringen“. Soll heißen, wir sind gerufen, Gott groß zu machen. Einen Lebensstil der Anbetung zu führen bedeutet, schon morgens unter der Dusche oder auf dem Weg ins Büro Gottes Größe, Macht und Freundlichkeit zu rühmen. Wir brauchen keine starren Liturgien, um zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, vorzudringen. Und das Tolle dabei ist: Gott selber wird aufbauen! Es ist Gottes phänomenaler Plan! Was für eine phantastische Möglich­keit haben wir heute doch, um mit dem großartigen Gott Israels in Kontakt zu kommen! Gelobt sei der Name des Herrn!

Anbetung und Evangelisation

Das „Aufbauen“ der Hütte Davids hat eine begeisternde Auswirkung: die Nationen werden den Herrn suchen! Welch` eine bedeutungsvolle Aussicht! Lobpreis und Anbe­tung haben ein stark evan­gelistisches Element. David betont in seinen Psalmen immer wieder: „Verkündigt unter den Völkern seine Taten“. In allen Ländern, Nationen und Sprachen wird man bekennen, dass Jesus der Herr ist!

Das Bild der Laubhütte als flexibler Wohnort, als beweg­liches Zelt, offen zum Him­mel hin, das Zelt als Wohnort der Bundes­lade, des Ortes der Gnade, das Zelt, in dem Gott der Herr bei uns Menschen direkt wohnt! Johannes sieht in seiner Offenba­rung das Zelt Gottes bei den Menschen. Offb 21,3f: „Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen zelten und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein!“

Was für eine Zukunft liegt vor uns! Wel­che Motivation ist uns hier doch gegeben, heute schon Gottes Größe zu rühmen, seine Gegenwart zu genießen und daraus die freimachende Rettungsbotschaft Jesu‘ zu verkündigen.

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