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Die Geschichte von Israels Geburt als Nation beginnt nicht mit Triumph, sondern mit Tränen. Als die Kinder Israels in Ägypten weilten, erlebten sie die erste dokumentierte Welle organisierten Antisemitismus. „Wohlan, laßt uns weise mit ihnen umgehen, damit sie sich nicht vermehren“, erklärte der Pharao (2. Mose 1,10). Was folgte, war systematische Unterdrückung: Zwangsarbeit, Kindermord und generationenübergreifendes Leid. Doch aus diesem Schmelztiegel des Hasses entstand die größte Befreiungsgeschichte der Menschheitsgeschichte. Genau die Verfolgung, die Gottes Volk vernichten sollte, wurde zum Katalysator für seine Befreiung – und für eine Offenbarung göttlicher Macht, die durch Jahrtausende nachhallen würde.
Dieses Muster, das sich durch die gesamte Heilige Schrift zieht und durch die moderne Geschichte bestätigt wird, offenbart eine tiefgreifende Wahrheit: Antisemitismus ist zwar in seinem Ursprung und seiner Ausführung böse, aber er hat in der Ökonomie Gottes eine unbestreitbare Kehrseite. Er treibt das jüdische Volk heim in sein angestammtes Land und beschleunigt dadurch die Erlösung der ganzen Welt.
Der Auszug aus Ägypten schuf ein Modell. Die ägyptische Unterdrückung vernichtete Israel nicht; sie trieb es in Richtung des verheißenen Landes. Mose, im Hause des Pharao aufgewachsen, wurde zum Befreier. Die Plagen zerschmetterten Ägyptens Götter. Das Rote Meer teilte sich. Und am Sinai wurde eine Nation geboren mit einem Auftrag: ein „Königreich von Priestern und ein heiliges Volk“ zu sein (2. Mose 19,6). Was der Feind zum Bösen gedacht hatte, gebrauchte Gott zum Guten.
Die Propheten sahen dieses Muster bis an das Ende der Tage. Jeremia sprach von einem zukünftigen Auszug, der den aus Ägypten in den Schatten stellen würde – eine Heimholung „aus dem Land des Nordens und aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe“ (Jeremia 16,15). Aber beachten Sie, was diesem Versprechen vorausgeht: die Ankündigung, dass Gott „Fischer“ und danach „Jäger“ senden würde, um sein Volk zu sammeln (Jeremia 16,16). Die Jäger stehen für Verfolgung. Wenn der Antisemitismus zunimmt, werden Juden aus ihren vermeintlichen Zufluchtsorten gejagt – und sie kehren heim.
Das 20. Jahrhundert war ein schrecklicher Zeuge dieses Musters. Der Holocaust, die dunkelste Manifestation des Antisemitismus in der Geschichte, dezimierte das europäische Judentum – aber die Überlebenden zerstreuten sich nicht weiter. Sie sammelten sich. 1948, nur drei Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, wurde der Staat Israel geboren. Der Jäger hatte sein Werk getan: Fast 700.000 Juden strömten in den ersten vier Jahren allein in den jungen Staat.
Das Muster wiederholte sich unter der sowjetischen Tyrannei. Jahrzehntelang wurde „Refuseniks“ die Auswanderung verweigert. Aber als der Eiserne Vorhang fiel, machten zwischen 1990 und 1992 über eine Million russischsprachiger Juden Alija. Die Verfolgung, die jüdischen Ausdruck unter dem Kommunismus zum Schweigen gebracht hatte, wurde zum Druck, der die größte Einwanderungswelle in Israels Geschichte auslöste.
Heute, da der Antisemitismus auf Universitätscampus und europäischen Straßen wieder aufflammt, buchen französische Juden One-Way-Tickets nach Tel Aviv. Russischsprachige Juden fliehen vor Krieg und Hass in die Sicherheit Zions. Die Jäger sind wieder unterwegs.
Hier findet die Gemeinde ihren Platz. Dieselben Propheten, die die Jagd voraussagten, sagten auch eine Rolle der Heidenvölker bei der Heimholung voraus. Jesaja 49,22 erklärt, dass Gott seine Hand zu den Nationen erheben wird, „und sie werden deine Söhne auf dem Arm herbeitragen und deine Töchter auf den Schultern tragen“. Heidenvölker sind nicht bloße Zuschauer der Prophetie, sondern Teilnehmer an ihrer Erfüllung.
Das ist nicht passive Anteilnahme, sondern aktive Hilfe. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) hat bereits fast 200.000 Juden bei der Alija geholfen. Christen in Finnland öffneten ihre Häuser für durchreisende sowjetische Juden. Gläubige in Argentinien warnten Gemeinden vor kommender Gefahr. Das sind die „Fischer“ – jene, die liebevoll, sanft und praktisch helfen, Gottes Volk nach Hause zu bringen.
Warum ist das wichtig? Weil Paulus das Geheimnis offenbarte: „Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen sei, und so wird ganz Israel gerettet werden“ (Römer 11,25-26). Die Rückkehr der Juden ins Land bereitet die Bühne für ihre geistliche Erweckung – die Paulus „Leben aus den Toten“ für die ganze Welt nennt (Römer 11,15). Jeder antisemitische Angriff, der Juden nach Israel treibt, jeder Christ, der ihnen hilft, das Flugzeug zu besteigen, jedes Gebet für die Heimholung – das sind keine Randnotizen der Geschichte. Sie sind das Getriebe der Erlösung.
Was der Pharao zum Bösen dachte, was Hitler zum Bösen dachte, was jeder Verfolger zum Bösen dachte – Gott webt es zum Guten. Der Jäger treibt sie heim. Die Fischer heißen sie willkommen. Und die Welt kommt näher an den Tag, an dem der Erlöser aus Zion kommt und ganz Israel gerettet wird.
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