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Welche Bünde sind nun für Christen nach dem Kommen Jesu weiterhin von Relevanz? Oder anders gefragt: Welcher der Bünde ist nun der alte Bund (Hebr 8,13), wenn Jesus beim letzten Abendmahl den Kelch nimmt und im Blick auf seinen eigenen Tod spricht: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird” (Lk 22,20 ELB).
Aus zahlreichen Schriftstellen des Neuen Testamentes geht klar hervor, dass der mosaische Bund und die damit verbundene Gesetzgebung durch den Neuen Bund ersetzt wurden. Jesus sagt dazu in der Bergpredigt: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen” (Mt 5,17 LUT; vgl. auch Gal 3,10-13; Jak 2,10). Er hat als einziger Mensch das Gesetz erfüllt, die zugrunde liegenden moralischen Prinzipien bestehen zwar weiterhin und werden im Neuen Testament etwa beim Ehebruch sogar noch verschärft (Mt 5,28). Aber im Neuen Bund sind die Gebote den Gläubigen ins Herz geschrieben und können mit der Hilfe Gottes eingehalten werden.
Erst der Tod Jesu bewirkte, dass auch die Heiden Zugang zu den Verheißungen Gottes an das Volk Israel erhielten. Paulus erinnert daran, dass die Heiden als „Unbeschnittene“ der Gemeinde Israel fremd, vom „Bund der Verheißung“ ausgeschlossen und somit ohne Hoffnung waren: „ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, in Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. [...] Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in sich zu einem neuen Menschen zu machen. [...] Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Eph 2,12-15.19 EU).
Die Adressaten des Neuen Bundes sind sowohl die Juden als auch die Heiden: „So hat er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie er denn auch durch Hosea spricht: »Ich will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war«” (Röm 9,24-25 LUT). Durch den Glauben an Jesus wird der Gläubige befähigt, in der Kraft des Heiligen Geistes das Gesetz zu halten.
Wie stellt sich die Situation bei den weiteren Bünden dar? Der Bund mit Abraham betrifft das jüdische Volk, geht aber darüber hinaus, denn Gott verheißt ihm, dass er zum Vater vieler Völker werde. „Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker” (1 Mose 17,4-5 LUT; vgl. auch 15,5;Röm 4,17-18).
Der Bund mit David bezieht sich auf König David als historische Persönlichkeit, aber auch auf einen Messias, der ewig das Haus von Jakob regieren wird. Jesus, der „König der Juden” (Mt 2,2; Joh 19,19) sagt zu Pilatus, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist (Joh 18,36). Er erfüllt demnach vorerst auch nicht die an ihn gerichteten Erwartungen seiner Jünger, ein weltliches Königreich aufzubauen (Apg 1,6).
Nach Betrachtung dieser vier Bünde Gottes mit Israel kann somit festgehalten werden, dass nur der mosaische Bund und die damit verbundene Gesetzgebung durch den Neuen Bund – durch das Kommen und den Tod Jesu – ersetzt wurde. Die anderen sind jedoch weiterhin relevant und sind heilsgeschichtlich von Bedeutung.
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