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Ester wird berufen, für ihr Volk einzutreten
„Wenn du in dieser Stunde schweigst, wird den Juden von anderswo her Hilfe und Rettung kommen.“ … Da ließ Ester Mordechai die Antwort bringen: „Geh und rufe alle Juden in Susa zusammen! Haltet ein Fasten für mich. Drei Tage lang sollt ihr nichts essen und nichts trinken, auch nicht bei Nacht … Komme ich um, so komme ich um!“ – Esther 4,14–16 (GNB)
Lasst euer Licht in der Welt leuchten
Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und rein seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie (Himmels)lichter in der Welt – Philipper 2,14 -15 (ELB)
Die Hauptfigur im Buch Esther ist die schöne, junge Hadassah aus Juda, die von ihrem Cousin Mordechai aufgezogen wurde. Auf sein Anraten hin verheimlichte sie ihre jüdische Abstammung. Esther wurde von König Xerxes (Ahasveros) ausgewählt, seine neue Frau zu werden. Als man sie zur Königin krönte, gab man ihr den persischen Namen Esther.
Haman, der Premierminister, war entschlossen, das jüdische Volk zu vernichten, weil der Jude Mordechai sich nicht vor ihm verneigen wollte. Im Hebräischen lautet das Wort für Los Pur. Die Bibel berichtet, dass Haman das Los warf, um den Tag festzulegen. Das Los fiel auf den vierzehnten Tag des letzten Monats Adar. An diesem Datum sollte das gesamte jüdische Volk vernichtet werden.
Als Mordechai von diesem schrecklichen Plan erfuhr, bat er Königin Ester, zum König zu gehen, um das Morden zu verhindern. Er wies darauf hin, dass sie vielleicht gerade „für eine Zeit wie diese“ Königin geworden sei (Esther 4,14). Esther erkannte, dass sie handeln musste, und bat die Juden, für sie zu beten und zu fasten. Es war höchst ungewöhnlich, unaufgefordert vor den König zu kommen. So sprach Esther die bekannten Worte: „Wenn ich umkomme, so komme ich eben um.“ (Esther 4,16, Hfa). Daraufhin lud sie den König und Haman zu einem Festmahl ein. Dort erzählte sie ihrem Mann, dass sie jüdischer Abstammung sei und dass Haman alle Juden, sie eingeschlossen, töten wollte. Dann kam es zur entscheidenden Wende: Der König erließ ein neues Dekret, dass sich die Juden im Kampf verteidigen durften. Haman aber wurde an dem Galgen aufgehängt, der eigentlich für Mordechai bestimmt war. Bemerkenswert ist, dass Haman ein Nachkomme des Königs der Amalekiter und somit ein Agagiter war. König Saul hatte diesen König nicht getötet, wie Gott es ihm befohlen hatte. Deshalb verkündete Gott in seinem Wort, dass zwischen den Kindern Israel und Amalek ewige Feindschaft herrschen würde. (2. Mose 17,16)
In diesem historischen Bericht wird die Identität der Hauptfiguren offenbart. Jedes Jahr beim Purimfest im Februar oder März erinnern sich die Juden daran und feiern, dass Gott sein Volk vor der sicheren Vernichtung bewahrt hat.
Interessanterweise wird im Buch Ester, ESTeR, אֶסְתֵּר, der Name Gottes nicht erwähnt. Dennoch sind sich die meisten jüdischen Gelehrten einig, dass Gott handelt, wenn auch hinter den Kulissen. Manche verweisen darauf, dass im Hebräischen der Name Gottes in den Anfangsbuchstaben einiger Wörter verborgen ist. (Esther 5,4) Entfernt man den ersten Buchstaben des Wortes Ester, das Alef, so ergibt sich daraus das Wort STaR, was „verborgene Dinge“ bedeutet. Dieser Begriff kommt auch im 5. Buch Mose vor. (5. Mose 29,29)
Das Buch Esther gehört zu den fünf Festrollen, den Megillot. Während des Purimfestes wird das ganze Buch in der Synagoge vorgelesen. Da in der Geschichte von Esther nichts so verläuft, wie man es erwartet, gehen die Kinder verkleidet in die Synagoge, was verborgene Identität und Umschwung widerspiegelt. Wenn Hamans Name erwähnt wird, machen sie Lärm, um ihn zu übertönen. Traditionell essen Juden zu Purim spezielle dreieckige Plätzchen, die „Hamantaschen“ („Hamans Ohren“) genannt werden.
Auf Hebräisch wird Esther „HaDaSsaH“ (הֲדַסָּה) genannt. Der Name leitet sich von „HaDaS“ ab, dem hebräischen Wort für Myrte, einem duftenden, immergrünen Strauch mit rötlicher Rinde. Während des Laubhüttenfestes ist die Myrte einer der Zweige, die zum Lulaw-Bündel gehören, das mit großer Freude vor dem Herrn geschwenkt wird.
Wenn Gott dir eine bestimmte Position gegeben hat, hat das oft einen Grund. Es ist wichtig, auf seine leise, sanfte Stimme zu hören. Sei so entschlossen und mutig wie Esther, um für die Wahrheit zu kämpfen. Was würde das in deinem Leben gerade jetzt bedeuten?
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