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Gott offenbart sich als Herr, Adonai
„Abram sprach aber: Herr HERR [Adonai Jehovah], was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder … Abram aber sprach: Herr HERR Gott [Adonai Jehovah], woran soll ich merken, dass ich’s besitzen werde? – 1. Mose 15,2&8 (LUT 2017)
Die Jünger Jesu nennen ihn „Meister“
Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch. Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. – Johannes 13,13–14 (LUT 2017)
Im Judentum wird das Wort Adonai als Ersatz für JHWH verwendet, den Gottesnamen, der zu heilig ist, um ihn laut auszusprechen. Adonai ist ein Titel, der „Herr“ bedeutet und mit Herrschaft und Ehre verbunden ist. Man denke an die britischen Lords, die eine hohe Stellung haben und Respekt einflößen. Doch das hebräische Wort Adonai hat eine viel tiefere Bedeutung. Es wird manchmal mit „Meister“ übersetzt. Damit ist allerdings nicht ein Unterdrücker gemeint, sondern der liebevolle Besitzer eines freigekauften Sklaven. Als Jesus z.B. seinen Jüngern die Füße wusch, wies er darauf hin, dass sie ihn „Meister“ nannten (s.o., Johannes 13,13–14). Doch dann forderte er sie auf, es ihm gleichzutun und einander die Füße zu waschen – ein Ausdruck demütiger, dienender Führung.
Zweimal in 1. Mose 15 sprach Abraham Gott als „Herr Herr“, Adonai Jehovah, an. Es ist das erste Mal in der Bibel, dass Gott auch Adonai genannt wird. Abraham fragte Adonai Jehovah, was Gott ihm geben würde, da er kinderlos war. Der Herr antwortete, dass Abraham selbst einen Erben zeugen würde. Er versprach Abraham außerdem eine Nachkommenschaft zahlreicher als die Sterne. Abraham glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete ihm dies als Gerechtigkeit an. Was für ein Glaubensvorbild! Abraham glaubte an das, was er nicht sehen konnte. Als er den Herrn Gott fragte, woran er erkennen könne, dass diese Verheißung in Erfüllung gehen würde, bestätigte Gott seine Verheißung durch einen Bundesschluss. So besiegelte er sein Wort durch ein feierliches Ritual.
Adonai wird als alternativer Name für Jehovah, JaHWeH, verwendet. Genau wie „der Ewige“ wird Adonai mit „Herr“ oder „Meister“ übersetzt. Mit diesem Wort werden häufig Personen bezeichnet, die Eigentum an oder Macht oder Führungsgewalt über andere haben. Man assoziiert damit Besitztümer, wobei man dem Eigentümer großen Respekt und Ehre erweist. Bezogen auf Gott drückt es seine Souveränität über sein Volk aus. Zu biblischen Zeiten spiegelten Namen oft den Ursprung und den Lebenszweck einer Person wider. Adonai vermittelt Gottes Autorität über diejenigen, die unter seiner Herrschaft stehen, weist aber auch auf seine Beziehung zu ihnen hin.
Das Wort Adonai kommt im Tanach etwa 450 Mal vor. Im Judentum beginnen Segenssprüche oft mit den Worten: „Baruch Ata, Adonai – Gesegnet seist du, Ewiger.“ Dieser Titel Adonai findet sich auch in der Bezeichnung Beit Adonai, dem „Haus des Adonai“, womit oft das Tempelgebäude gemeint ist.
Die Buchstaben von JHWH, Jehovah und Jahweh enthalten alle die drei Hauptbuchstaben des Namens Gottes. Diese haben etwas Bemerkenswertes an sich: Ihr Zahlenwert beträgt 10+5+6+5, was 26 ergibt – die Zahl Gottes. Schauen wir uns diese Zahlen einmal genauer an. Rabbiner erklären, dass etwas Besonderes geschieht, wenn man sie wiederholt miteinander multipliziert. So bleiben bei 10 × 10 × 10 die Zehner erhalten. Wiederholtes Multiplizieren mit fünf, wie bei 5 × 5 × 5 × 5, ergibt 625 – die 5 bleibt darin erhalten. Multipliziert man mit 6, erhält man 36. Multipliziert man erneut mit 6, erhält man 216 und so weiter. Die 6 bleibt in der Zahl präsent. Diese besonderen Zahlen bleiben also für immer bestehen, so wie Gott der Ewige ist – und für immer bleibt!
Christen ist das Konzept oft fremd, Zahlen aus hebräischer Perspektive zu betrachten. Manchmal finden sie es etwas weit hergeholt. Doch die Beschäftigung damit vertieft nur das Verständnis für Gottes himmlische Schöpfung. Was dazu führt, dass man auf eine andere Art zu ihm aufschaut – voller Ehrfurcht und Staunen.
Was bedeutet es, dass Gott dein Herr ist?
Sing das Lied „Adonai“.
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