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Die drei großen Feste
„Dreimal im Jahr sollen alle … am Heiligtum des HERRN zusammenkommen: am Fest der ungesäuerten Brote, am Wochenfest und am Laubhüttenfest. Keiner von euch darf mit leeren Händen kommen! Jeder soll so viel geben, wie er kann, je nachdem, wie reich der HERR ihn beschenkt hat.– 5. Mose 16,16–17 (Hfa)
Jesus geht zu den Festen
Bald darauf war ein jüdisches Fest und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
— Johannes 5,1 (GNB)
In der Bibel spielt Feiern eine wichtige Rolle. Die biblischen Feste unterscheiden sich von denen anderer Völker. Sie werden Feste des Herrn genannt und wurden von Gott selbst eingeführt. Es sind festgesetzte Zeiten, um sich auszuruhen, zu feiern und über das nachzudenken, was Gott getan hat. Durch diese Feste möchte Gott sich seinem Volk offenbaren. Die Bibel weist darauf hin, dass sowohl Jesus als auch Paulus wichtige Feste wie das Passahfest und Pfingsten feierten. (Lukas 2,41; Johannes 2,13; 5,1; 1. Korinther 5,8; Apostelgeschichte 2,1; 18,21; 20,16)
Da der biblische Tag am Abend anfängt, wie in 1. Mose beschrieben – „Es wurde Abend und wieder Morgen: der erste Tag“ (1. Mose 1,5 (GNB)) –, beginnen alle biblischen Feiertage bei Sonnenuntergang. Gott hat bestimmt, dass die Feste, die Mo’edim, zu bestimmten, festgesetzten Zeiten gefeiert werden. In 1. Mose 1,14 heißt es, dass Gott die Sonne und den Mond schuf, um diese Zeiten anzuzeigen: „Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten (Mo’edim), Tage und Jahre.“ Zunächst schuf Gott die Siebentagewoche mit dem siebten Tag als Ruhetag (sog. Tag der Tage). Darüber hinaus führte er die sieben biblischen Feste ein, unterteilt in vier Frühlingsfeste und drei Herbstfeste: (3. Mose 23; 5. Mose 16)
Frühlingsfeste (Mo’edim): Passah, Fest der ungesäuerten Brote, Fest der Erstlingsfrüchte, Wochenfest
Herbstfeste (Mo’edim): Posaunenfest, Versöhnungstag, Laubhüttenfest
Studiert man Gottes biblische Feste, offenbart sich deren tiefe prophetische Bedeutung. Später in der Geschichte Israels wurden noch weitere Feste eingeführt, und auch aus ihnen lässt sich viel lernen. Nach dem Laubhüttenfest feiert die jüdische Gemeinde z. B. Simchat Torah („Fest der Torahfreude“). Zu den später entstandenen Festen gehören auch Purim, das auf dem Buch Esther basiert, und das Fest der Tempelweihe (Chanukka), bei dem Jesus anwesend war. Die biblischen Feste sind so wichtig, dass man das Neue Testament erst wirklich versteht, wenn man ihre Struktur und Bedeutung erkennt. Im nächsten Kapitel wird das größte aller Feste des Herrn behandelt, das Fest der Feste: der Schabbat. Mehr über die biblischen Feste erfährst du in Jacob Keegstras Buch „God’s Prophetic Feasts: The Joy of Seasonal Celebrations“.
Zu den drei Pilgerfesten zogen die Juden zu Fuß, regalim, nach Jerusalem, um dort zu feiern. Diese drei Feste werden auf Hebräisch auch als schalosch regalim bezeichnet, wörtlich „drei Füße“. Daher sind die drei großen biblischen Feste tatsächlich die „Füße“, die Grundlage des religiösen Lebens.
Je nach Herkunftsland der jüdischen Gemeinden pflegt man während der Feiertage unterschiedliche Bräuche und Traditionen. Es gibt zwei Hauptrichtungen, die aschkenasischen (westlichen) Juden und die sephardischen (spanischen und nahöstlichen) Juden. Ihre unterschiedlichen Traditionen spiegeln sich in ihrem Essen, ihrer Kleidung, ihren Liedern, ihren Gebetbüchern und ihren Oberrabbinern wider. Das Essen nimmt während der Feiertage einen wichtigen Platz ein. Es gibt spezielle Gerichte, wie zum Beispiel zu Neujahr, wo man sich ein süßes neues Jahr wünscht und dabei Apfelscheiben in Honig tunkt. (Weitere Informationen und einen schönen Überblick über Gottes prophetische Feste in Anhang 6.)
Beim ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr. beschlossen die Kirchenoberen, dass die christliche Begehung der Feste nicht mehr komplett zeitgleich mit den biblischen Festen, die Gott in seinem Wort festgelegt hatte, stattfinden sollte.
Gott gebot seinem Volk Israel, die Feste des Herrn zu begehen. Kennst du alle sieben Feste? Wenn ja, wie kannst du sie so feiern, dass Gott geehrt wird? Welche waren dir nicht bekannt?
Lesen Sie auch: Schabbat
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