MENÜ

Als Christen, die sich haben rufen lassen und in Israel leben und arbeiten, vermissen wir unsere Familien in unseren Heimatländern während der Weihnachtszeit sehr. Gleichzeitig fehlt uns die Kommerzialisierung der Feiertage überhaupt nicht. Es gibt kein ständiges Weihnachtslieder-Gedudel über den bald erscheinenden Weihnachtsmann und auch keine Werbung für die neusten und besten Weihnachtsgeschenke. Der Prozentsatz von Christen im Heiligen Land beträgt heute weniger als zwei Prozent, und Juden und Muslime haben ihre eigenen Feiertage. Daher ist es eher eine ruhige Zeit, die es uns erlaubt, uns mehr darauf zu konzentrieren, warum wir tatsächlich diese Fest feiern, hier in diesem besonderen Land, in dem sich die Weihnachtsgeschichte tatsächlich ereignet hat.
Dennoch ist es sehr interessant, über die Jahre zu beobachten, wie die Israelis und ihre palästinensischen Nachbarn den historischen Jesus und seine Geburt vor so vielen Jahren in Bethlehem auffassen. Die meisten Juden begegnen dieser Zeit mit Gleichgültigkeit, obwohl es einige gibt, die aus Neugierde und ihrer Liebe zur Musik in die Handvoll von offiziellen Gottesdiensten am Weihnachtsabend gezogen werden. Aus verschiedenen Gründen haben sie jedoch insgesamt Schwierigkeiten damit, Jesus als einen der ihren anzuerkennen. Dies ändert sich jedoch langsam, da einigen sein Jüdischsein wieder bewusst wird. Der verstorbene Professor David Flusser von der Hebräischen Universität als führender orthodoxer Gelehrter der zweiten Tempelperiode bezeichnete den historischen Jesus sogar als „meinen Lieblingsrabbiner.“
Bei den Palästinensern sieht es ganz anders aus. Viele sind stolz darauf, dass er in ihrem „Land“ geboren wurde, und sogar Muslime pilgern in Scharen im Dezember zum Krippenplatz. Der Jesus jedoch, mit dem sie sich identifizieren, ist vorsätzlich seines jüdischen Erbes entledigt worden. Er ist ein „palästinensischer Jesus“ und spielt eine wichtige Rolle dabei, ihre nationale Sache zu fördern.
Obwohl die ortsansässige arabisch-christliche Gemeinschaft sehr klein ist, hat dies einen hohen Symbolwert und gewisse arabische Geistliche haben diese Symbolik ausgenutzt, um die palästinensische Sache zu begünstigen. Die behaupten, Nachfahren der „ersten Christen“ zu sein, obwohl fast alle der ersten Gläubigen Juden waren. Natürlich leben diese alten christlichen Gemeinschaften über Generationen im Heiligen Land gelebt und einen hohen Preis dafür bezahlt, ihre christliche Präsenz und ihr Zeugnis über die Jahrhunderte zu wahren. Es ist jedoch eine grobe Verzerrung der biblischen Geschichte, die hebräischen Wurzeln Jesu und der Urgemeinde zu leugnen.
Dennoch hat selbst der verstorbene PLO-Führer Jassir Arafat den historischen Jesus als „ersten palästinensischen Revolutionär“ beansprucht, der gekommen war, um gegen die römische Besatzungsmacht zu kämpfen. Derselbe Jesus dient als Vorbild bei der Bekämpfung von heutigen Besatzungsmächten – „den Israelis“. Selbst seine Jünger werden zweckentfremdet. Arafat begrüßte einmal Papst Johannes Paul II als den „Nachfolger des Petrus, des ersten palästinensischen Papstes.“
Der wahrscheinlich schändlichste Aspekt dieses palästinensischen Jesus ist die Tatsache, dass seine Nachfolger, Christen wie Muslime, sich klassisch-christlicher antisemitischer Stereotype bedienen, indem sie die Palästinenser als „Leib Christi“ bezeichnen, die immer noch von den Juden „gekreuzigt“ werden.
Nein, liebe Freunde, lasst uns keinen Fehler machen! Jesus war Jude und hat sein eigenes Erbe und sein eigenes Volk sehr geschätzt. Nach meiner Bibel wurde er in Bethlehem in Judäa geboren (Matthäus 2,1). Es heißt dort auch, dass er „der Sohn Davids, der Sohn Abrahams“ war (Matthäus 1,1). Wir könnten Bücher damit füllen, den jüdischen Charakter Jesu’ zu beweisen, und den meisten von uns ist das auch bewusst. Was viele Christen jedoch überraschen würde, ist der Umstand, dass seine jüdische Identität auch gewahrt wurde, als die historische Figur Jesus in den auferstandenen und verherrlichten Herrn umgewandelt wurde.
Als zum Beispiel die beiden Jünger mit dem auferstandenen Jesus nach Emmaus gingen, erkannten sie ihn schließlich an der Art und Weise, wie er das Brot brach. Es besteht kein Zweifel daran, dass er eine besondere Art mit dieser uralten jüdischen Tradition hatte, Brot und Wein zu segnen, und er befolgte dies sogar nach seinem Tod.
Als er Petrus am Ufer des See Genezareth wieder aufnahm, stellte er ihn dreimal auf die Probe: „Petrus, liebst du mich?“ Das ist die Art und Weise der Juden, wie in der Geschichte des Buches Ruth, jemanden dreimal zu testen, bevor ihm erlaubt wird zu „konvertieren“ und nachzufolgen.
Selbst am Ende der Offenbarung erklärt der verherrlichte Jesus: „Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids.“ (22,16)
Er wurde als Jude geboren und ist ein Jude geblieben….
Teile diesen Beitrag:
Gottes Bündnisse mit Adam, Noah, Abraham, Mose, David und Jesus: Verheißungen, Zeichen und ihre Bedeutung im biblischen Erlösungsplan.
Gottes Bündnisse mit Adam, Noah, Abraham, Mose, David und Jesus: Verheißungen, Zeichen und ihre Bedeutun...
Zunächst schuf Gott die Woche mit ihren sieben Tagen, wobei der siebte Tag der Ruhetag, der Tag der Tage, ist. Dann führte er die sieben biblischen Feste ein
Zunächst schuf Gott die Woche mit ihren sieben Tagen, wobei der siebte Tag der Ruhetag, der Tag der Tage...
Der Aufbau des TaNaCh und des christlichen Alten Testaments: Torah, Propheten und Schriften im Vergleich.
Der Aufbau des TaNaCh und des christlichen Alten Testaments: Torah, Propheten und Schriften im Vergleich...
Der Herr hat so viele Namen. Einige davon wurden bereits erwähnt. In Jesaja 33,22 heißt es: „Denn der Herr ist unser Richter [Jehovah Schoftenu]
Der Herr hat so viele Namen. Einige davon wurden bereits erwähnt. In Jesaja 33,22 heißt es: „Denn der He...
Oft erscheint das Wort „El“ oder „Elohim“, der Name Gottes des Schöpfers, in zusammengesetzter Form. Die mit „El“ kombinierten Wörter betonen die Größe und die Eigenschaften Gottes.
Oft erscheint das Wort „El“ oder „Elohim“, der Name Gottes des Schöpfers, in zusammengesetzter Form. Die...
Es gibt nicht viele gesicherte Daten über das Leben des britischen Missionars Thomas Baker. Unstrittig ist, dass sein Dienst ein bitteres Ende nahm – aber überreiche Frucht hervorbrachte.
Es gibt nicht viele gesicherte Daten über das Leben des britischen Missionars Thomas Baker. Unstrittig i...
Wenn der Messias wiederkommt, wird er für immer auf dem Thron seines Vaters David sitzen und das tausendjährige Friedensreich einläuten.
Wenn der Messias wiederkommt, wird er für immer auf dem Thron seines Vaters David sitzen und das tausend...
Beim Losfest, auch Purim genannt, spielt Esther die Hauptrolle. Ein ganzes Buch der Bibel ist ihr gewidmet. Obwohl Gott darin nicht erwähnt wird, ist er in dieser wichtigen historischen Erzählung auf wundersame Weise am Werk.
Beim Losfest, auch Purim genannt, spielt Esther die Hauptrolle. Ein ganzes Buch der Bibel ist ihr gewidm...
Eine starke messianische Erwartung zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel: die Sehnsucht nach dem Einen, der die besondere Mission hat, Gottes Volk in dessen Auftrag zu führen.
Eine starke messianische Erwartung zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel: die Sehnsucht n...
Im vergangenen Jahrzehnt gab es mehrere große weltweite Erschütterungen. Doch die Kirche hat keine davon vorausgesehen.
Im vergangenen Jahrzehnt gab es mehrere große weltweite Erschütterungen. Doch die Kirche hat keine davon...