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Die Berufung des Propheten Jona nach Ninive
Es geschah das Wort des HERRN zu Jona …: „Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.“ Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen. – Jona 1,1–3 (LUT 2017)
Das Zeichen des Jona
Er [Jesus] aber antwortete … „Es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und es verdammen, denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.“ – Matthäus 12,39–41 (LUT 2017)
Jona war einer der kleinen Propheten, bekannt vor allem wegen seiner Zeit im Bauch eines großen Fisches. Er wurde von Gott als Missionar und Prophet in die große Stadt Ninive gesandt, um deren Einwohner zur Umkehr aufzurufen. Da ihm dieser Auftrag nicht gefiel, floh er mit dem Schiff in die entgegengesetzte Richtung. Während der Fahrt kam ein heftiger Sturm auf. Die Passagiere an Bord wurden dazu angehalten, ihre Götter anzurufen, was jedoch nichts half; daher warfen sie Lose, um herauszufinden, wer dieses Unheil über sie gebracht hatte. Das Los fiel auf Jona. Er gestand, dass er vor dem Auftrag des Herrn floh und sagte: „Ich bin ein Hebräer und verehre den HERRN, den Gott des Himmels, der das Land und das Meer geschaffen hat.“ (Jona 1,9 Hfa) Schiffbruch drohte, also nahmen sie „Jona und warfen ihn ins Meer. Sofort legte sich der Sturm.“ (Jona 1,15 Hfa)
Gott befahl einem großen Fisch, Jona zu verschlingen. Nach drei Tagen und drei Nächten im Inneren des Fisches betete Jona zum Herrn und erkannte dessen rettende Macht an – für Jona eine Wahrheit, die buchstäblich Wirklichkeit wurde. Gott sprach zu dem Fisch, und der Fisch spuckte Jona an Land aus. Diesmal hörte Jona auf Gott und gehorchte. Er machte sich auf nach Ninive und verkündete Gottes Botschaft, dass die Stadt in vierzig Tagen zerstört werden würde. Die Menschen glaubten Gott und begannen zu fasten, zeigten Reue und kehrten von ihren bösen Wegen um, und Gott hatte Erbarmen. Das erzürnte Jona, der erneut zu Gott betete: „Ach, HERR, habe ich das nicht gleich geahnt, als ich noch zu Hause war? Darum wollte ich ja auch so rasch wie möglich nach Tarsis fliehen! Ich wusste es doch: Du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe kennt kein Ende.“ (Jona 4,2 Hfa) Jona wurde depressiv und verlor den Lebenswillen; er verließ die Stadt und ging nach Osten. Gott ließ eine Pflanze wachsen, um Jona zu trösten, der einen Tag lang im Schatten dieser Pflanze Schutz fand. Damit zeigte Gott Jona, dass er barmherzig ist und Menschenleben retten will. Zweimal fragte Gott Jona, ob sein Zorn gerechtfertigt sei, und deckte damit Jonas Mangel an Mitgefühl auf.
Bezeichnenderweise erwähnte Jesus diese Geschichte gegenüber den Schriftgelehrten, als sie um ein Zeichen baten. Er sagte, sie hätten bereits eines erhalten – nämlich das Zeichen des Jona, der drei Tage und drei Nächte im Fisch verbrachte. In ähnlicher Weise war Jesus nach seiner Kreuzigung drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde. Jesus deutete damit an, dass es Versöhnung für die ganze Welt gibt, so wie es Vergebung für Ninive gab.
Jona, JONaH, יוֹנָה bedeutet „Taube“. Jona, die Taube, flieht vor ihrer Berufung. Bei der Taufe Jesu kommt eine Taube auf ihn herab, als Zeichen dafür, dass Gottes Geist den Gesalbten erfüllt. Der Geist Gottes ist der Einzige, der Menschen von Gerechtigkeit und Gericht überzeugen kann. Gott sandte Jona, um die Bewohner von Ninive aufzufordern, von ihren sündigen Wegen umzukehren. Im Judentum wird das Buch Jona jedes Jahr am Versöhnungstag, dem Jom Kippur, in der Synagoge gelesen. Damit gehört es zu den fünf Festrollen, die zu den von Gott bestimmten Zeiten gelesen werden.
Als Jona Ninive verließ, baute er sich eine „Hütte“ (Jona 4,5) (auf Hebräisch: Sukka), um zu sehen, was mit der Stadt geschehen würde. Er saß allein darin und wartete. Der Bau einer Hütte charakterisiert auch das dritte großen Fest, das Laubhüttenfest. Die Sukka weist in die Zukunft, in der alle Völker – die NichtJuden, die an den Gott Israels glauben – in die Sukka eingeladen werden, um gemeinsam mit dem jüdischen Volk dieses Fest zu feiern.
Jona widersetzte sich Gottes Berufung und lief in die entgegengesetzte Richtung seines Auftrags. Hast du dich jemals bewusst von etwas abgewandt, das Gott von dir verlangte? Wie hat Gott dir geholfen, umzukehren? Möchtest du den Auftrag, den er dir gegeben hat, immer noch erfüllen?
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