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Verraten und als Verbrecher verleumdet – doch schließlich als Stellvertreter des Pharaos auf dem Thron Ägyptens: In Josefs außergewöhnlichem Leben erfüllten sich zwei Träume, die allerdings noch andere Prophezeiungen in sich bergen. Prophezeiungen, die heute für Israel und für uns Christen von großer Bedeutung sind.
In unserem letzten Wort aus Jerusalem sprachen wir darüber, dass Israel in Offenbarung 12 als eine Frau dargestellt wird, die mit zwölf Sternen, der Sonne und dem Mond geschmückt ist. Die Bilder, die der Apostel Johannes in seiner Vision sah, kommen sonst nur noch ein weiteres Mal in der Bibel vor, nämlich in 1. Mose 37, wo Josef zwei prophetische Träume hat: In einem Traum sieht er seine elf Brüder als Sterne, seinen Vater und seine Mutter als Sonne und Mond, die sich alle vor ihm verneigen (1. Mose 37,9). Im anderen Traum erscheinen die Brüder Josefs als Garben, die sich vor seiner Garbe verneigten.
Viele Jahre später wird Josef unerwartet vom Gefangenen zum Stellvertreter des Pharaos ernannt – und die Träume erfüllen sich, als seine Brüder während einer Hungersnot in Kanaan Getreide bei Josef kaufen wollen. Doch die prophetischen Träume Josefs sagen nicht nur seinen erstaunlichen Aufstieg zum Regenten in Ägypten und seine Rolle als Vorläufer des leidenden Messias voraus, sondern auch die umfassendere Berufung und Bestimmung des jüdischen Volkes.
Sowohl die Garben, als auch die Sterne, die Sonne und der Mond stehen für wichtige Aspekte der Berufung Israels. Getreide war ein sehr wertvolles Gut während Josefs Herrschaft. Unter seiner Führung wurde Ägypten zur wichtigsten Kornkammer der Welt in einer Zeit, in der die Menschheit hungerte. Im Ersten Buch Mose heißt es: „Und alle Welt kam nach Ägypten zu Josef, um Getreide zu kaufen; denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde ...“ (1. Mose 41,57). In gewisser Weise war Josefs Dienst in Ägypten ein Vorbote der Berufung, die Gott von Anfang an Israel auferlegte.
In der Bibel stehen Getreide und das Brot, das es hervorbringt, oft für das Wort Gottes selbst. 5. Mose 8,3 verkündet, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt. In Jeremia 15,16 fand der Prophet das Wort Gottes und aß es. In Lukas 8,11 erklärt Jesus das Gleichnis vom Sämann und legte dar, dass der Same Gottes Wort ist.
Israel wurde zum Volk des Buches, das Gottes Wort auf der ganzen Erde verkündete. In Römer 3,1-2 erklärt Paulus, dass eine der wichtigsten Berufungen Israels darin besteht, Gottes Wort zu verwalten. Alle Bücher der Bibel wurden von Juden geschrieben. In Psalm 147,19-20 heißt es: „Er verkündete Jakob sein Wort, Israel seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen. So handelte er an keiner Nation, und die Rechtsbestimmungen, die haben sie nicht gekannt.“ Das bedeutet, dass die Hauptnahrung für unseren Geist, unsere Seele und unseren Körper durch das jüdische Volk zu uns kam und kommt.
Aber das ist noch nicht alles! Das jüdische Volk gab der Welt nicht nur das geschriebene Wort Gottes, sondern das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (Johannes 1,14). Jesus ist das lebendige Wort Gottes. Deshalb erklärt Jesus: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist“ (Johannes 6,51). Wahrlich, alles, was unseren Glauben als Christen ausmacht, wurde uns vom jüdischen Volk gegeben, einschließlich eines jüdischen Messias. Es ist genauso, wie Gott zu Abraham sagte: „[…] in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (1. Mose 12,3)
Aber was ist mit dem zweiten Traum? Was haben die Sterne, die Sonne und der Mond mit dem jüdischen Volk zu tun? Über ihren eigentlichen Zweck erfahren wir in der Schöpfungsgeschichte im Ersten Buch Mose.
„Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie werden dienen als Zeichen und (zur Bestimmung von) Zeiten und Tagen und Jahren; und sie werden als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war.“ (1. Mose 1, 14-18)
Über diesen Abschnitt kann man viel sagen. Ich möchte zwei Gründe hervorheben, warum Gott die Sonne, den Mond und die Sterne an den Himmel gesetzt hat. Der Hauptzweck war, „zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden“. Das Wort Gottes, das wir vom jüdischen Volk erhalten haben, führt uns nicht nur auf den Weg zu Gott und nährt unsere Seele. Es legt auch moralische Richtlinien für die Menschheit fest. Die Zehn Gebote stellen die moralischen Säulen der meisten Gesellschaften dar. Sie sind heute relevanter denn je, da die moralischen Grenzen in den meisten westlichen Gesellschaften zunehmend verschwimmen.
Der Prophet Jesaja warnt: „Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis.“ (Jesaja 5,20)
Diese moralische Umkehrung ist heute zu beobachten, wenn Familienwerte auf den Kopf gestellt werden. Dies ist auch täglich zu beobachten, wenn die antisemitische, völkermordende Hamas-Miliz als Opfer dargestellt wird, während die brutal angegriffene Nation Israel als Aggressor gilt. Dies geschieht bei den Vereinten Nationen und vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Radikale Linke und Länder wie Irland und Spanien können nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.
Der Gott Israels, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hat sein Wort als ultimativen Leitfaden zur Verfügung gestellt, um Licht und Finsternis zu unterscheiden. Und es ist notwendiger denn je, dass das Volk Gottes heute als Licht in einer sich verdunkelnden Welt dient.
Aber es gibt noch eine weitere Funktion der himmlischen Lichter: Sie sind für Zeichen und Jahreszeiten und zur Unterscheidung von Tagen und Jahren bestimmt. Der hebräische Kalender unterscheidet sich von allen anderen Kalendern der Geschichte. Er beginnt mit der Schöpfung und misst die gesamte Menschheitsgeschichte. Und nicht nur das: Der jüdische Kalender hat die ganze Welt beeinflusst. Gleich zu Beginn der Schöpfung richtete Gott eine Sieben-Tage-Woche ein und legte den siebten Tag als Ruhetag fest. Dieser göttlich festgelegte Ruhe-Rhythmus hat sich in allen Gesellschaften durchgesetzt und wird sogar als universelles Menschenrecht angesehen. Darüber hinaus gibt uns die hebräische Bibel einen heiligen Kalender mit festen jüdischen Feiertagen, die als Feste des Herrn bekannt sind (siehe Levitikus 23). Obwohl sie durch das Konzil von Nizäa 325 n. Chr. geändert wurden, haben diese von Gott gegebenen Feste den Feiertags-kalender in den meisten christlichen Ländern immer noch geprägt.
Israel dient auch als ein Anhaltspunkt, um die Zeiten und Jahreszeiten der Nationen zu bestimmen. Jesus sagt in Lukas 21,29: „Seht den Feigenbaum und alle Bäume!“ Mit diesem kleinen Satz deutet Jesus an, dass die Wiederherstellung der jüdischen Nation in ihrem alten Heimatland einen grundlegenden Paradigmenwechsel in Bezug auf die Zeiten und Jahreszeiten markieren wird. Im selben Kapitel erklärt Jesus die Niederwerfung Jerusalems durch die Nationen zur „Zeit der Nationen“ und deutet an, dass diese Zeit mit der jüdischen Wiederherstellung Jerusalems enden wird. Der Blick auf Israel zeigt uns also, dass wir heute in einer Übergangszeit leben. Das Zeitalter der Nationen geht zu Ende und das messianische Zeitalter rückt näher. Daher sagen viele Menschen zurecht, dass das Volk Israel Gottes Zeitmesser ist.
In 1. Mose 37 und in Offenbarung 12 ist die einzigartige und gewichtige Berufung Israels dargestellt. Dies erklärt auch, warum Offenbarung 12,12 warnt: „Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er (nur) eine kurze Zeit hat.“
Die Wiederherstellung Israels in unserer Zeit ist vielleicht das größte Zeichen für das baldige Kommen des Messias. Für die Mächte der Finsternis ist die wiedererstandene jüdische Nation ein deutlicher Hinweis darauf, dass ihre Zeit abläuft. Es signalisiert auch der Kirche, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher. Gott ruft uns zu einer radikalen Hingabe auf, dem Lamm zu folgen, wohin es auch immer führt (Offenbarung 12,11, 14,4). Es ist eine Zeit großer Konflikte im geistlichen Bereich, und wir sind aufgerufen, für Israel Fürsprache zu halten wie nie zuvor. Es ist aber auch eine Zeit der großen Taten (Daniel 11,32ff). Die Ereignisse vom 7. Oktober und der offene iranische Angriff mit über 300 Raketen und Drohnen sind Zeichen für eine weitaus größere Schlacht im Himmelreich.
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