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Licht in der Finsternis
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. – Jesaja 9,1 (LUT 2017)
Jesus feiert das Fest der Tempelweihe
Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war Winter. Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht … Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen. —Johannes 10,22–25,31 (LUT 2017)
Im Vergleich zu den anderen von Gott verordneten Festen ist das „Fest der Tempelweihe“ in der christlichen Tradition nicht sehr bekannt – obwohl Johannes deutlich darauf hinweist, dass Jesus während dieses Festes, das an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels erinnert, in Jerusalem anwesend war. Heute wird es „Lichterfest“ oder „Chanukka“ genannt. Wenn Jesus selbst bei diesem achttägigen Fest dabei war, ist es wichtig zu wissen, was es bedeutet.
Nachdem Mose die Stiftshütte errichtet hatte, weihte er den Altar und salbte ihn (4. Mose 7,1.10–11). Diese Einweihung der Stiftshütte gewann mehr als tausend Jahre später, zur Zeit der Makkabäer, zusätzliche Bedeutung. Um 164 v. Chr. versuchte König Antiochus IV. Epiphanes, das Volk Gottes unter griechischen Einfluss zu bringen. Er entweihte den jüdischen Tempel, indem er ein Jupiterbildnis im Heiligtum aufstellte und ein Schwein auf dem Altar opferte. Außerdem verbot er jüdische Bräuche wie die Einhaltung des Schabbats und das Studium der Torah. Sogar die Beschneidung war verboten. Dieser böse König wollte das Judentum auslöschen. Hätte er Erfolg gehabt, wäre Jesus niemals geboren worden, und Gottes Plan hätte sich nicht erfüllt. Die Juden lehnten sich auf, insbesondere die Priesterfamilie der Makkabäer unter der Führung von Judas Makkabäus, der nach einem dreijährigen Kampf Jerusalem und den Tempel zurückeroberte. Laut der jüdischen Überlieferung im Talmud reichte das geheiligte Öl, als die Tempelmenora – der siebenarmige Leuchter – wieder angezündet wurde, nur für einen Tag (die Herstellung von weiterem heiligen Öl hätte acht Tage gedauert). Dennoch brannte die Menora auf wundersame Weise acht Tage lang. So besiegte das Licht die Finsternis.
Das Neue Testament berichtet, dass Jesus während des Festes der Tempelweihe (Chanukka) im Tempel gefragt wurde, ob er der Christus sei. Diese Frage war im Kontext von Chanukka, einem Fest, das an Gottes Befreiung erinnerte, von besonderer Bedeutung. Spätere jüdische Traditionen verknüpften die Chanukka-Lesungen oft mit dem Thema Errettung, wie z.B. der Geschichte von Josef, der sich seinen Brüdern in 1. Mose 45 zu erkennen gab – als Gott Josef gebrauchte, um sein Volk zu retten. Interessanterweise antwortete Jesus, dass seine Taten bereits von seiner Identität zeugten, als er während dieses Festes gefragt wurde, ob auch er sich als Retter seines Volkes zu erkennen geben werde (Johannes 10,25).
Zum Gedenken an dieses große Wunder der acht Tage wird die Chanukkia, der neunarmige Leuchter, verwendet. Acht Tage lang zünden jüdische Familien bei Sonnenuntergang jeweils eine Kerze an; die neunte Kerze ist die „Dienerkerze“ (Schammasch). Mit ihr werden die anderen acht Kerzen angezündet, jede Nacht eine. Dieses „Lichterfest“ fällt auf den 25. Kislew, etwa im November/Dezember. Es wird von den meisten Juden gefeiert und gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Erstaunlicherweise war Jesus, der selbst das Licht ist, während dieses Festes im Tempel. Kurz zuvor, wahrscheinlich während des Laubhüttenfestes, offenbarte er sich als das Licht der Welt, nachdem er einen Blinden geheilt hatte. Heute steht Chanukka im Zeichen der Erneuerung und des „Ölwunders“, das es ermöglichte, dass die Tempelmenora weiterbrannte. Manche sehen in der Menora ein Bild für Jesus als die Dienerkerze, den Schammasch, der „die anderen Lichter anzündet“ – um das Licht des Glaubens zu entzünden, damit Gottes Geist, das Öl in unserem Leben, genutzt werden kann. Interessanterweise isst das jüdische Volk während Chanukka viel in Öl Gebackenes, wie z.B. Sufganijot – Krapfen mit Marmelade. Dabei erinnern sie sich an Bibelstellen wie: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Sacharja 4,6) Glücklicherweise triumphiert zu Chanukka das Licht über die Finsternis.
Rabbi Riskin, ein orthodoxer Rabbiner und Gründer der Lincoln Square Synagogue in New York City, unterscheidet zwischen der Gefahr der Assimilation (der Integration der Juden in andere Völker und Kulturen durch Anpassung) und dem Antisemitismus, bei dem die Vernichtung der Juden im Vordergrund steht, wie beim Holocaust. Ersteres ist eine Gefahr von innen; letzteres kommt von außen (Siehe Seite xy). Was bedeutet die Botschaft von Chanukka für dich?
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