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Nehemia bittet den Perserkönig, die Mauern Jerusalems wiederaufzubauen
Ich [Nehemia] flehte zum Gott des Himmels, dann sagte ich: „Mein König! Wenn du es für richtig hältst und wenn du mir vertraust, dann sende mich nach Juda in die Stadt, in der meine Vorfahren begraben liegen. Ich möchte sie wiederaufbauen.“ – Nehemia 2,4–5 (Hfa)
Schließlich wird die Zeit kommen, in der alles wiederhergestellt wird
… bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller (Dinge), von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat. — Apostelgeschichte 3,21 (ELB)
Nehemia hatte als Mundschenk bei Artaxerxes, dem König von Persien, eine wichtige Position am königlichen Hof. Er war der Vertraute des Königs. Eines Tages kehrten Nehemias Brüder mit beunruhigenden Nachrichten aus Juda zurück: Der Überrest des jüdischen Volkes in Jerusalem war in Not. Die Nachricht betrübte ihn und nötigte ihn zum Handeln. Nehemia weinte, betete und fastete tagelang und bekannte vor Gott die Sünden seines Volkes, seine eigenen Sünden und die Sünden seiner Familie. Er erinnerte Gott an sein Wort: dass er sein Volk, wenn es zu ihm zurückkehrte, wieder aus dem Exil versammeln würde, ganz gleich, wie weit es zerstreut war. (Nehemia 1,9) Nehemia bat Gott um Gnade. Der König bemerkte, dass Nehemia niedergeschlagen war, und gab ihm die Gelegenheit, die Situation zu erläutern. Daraufhin geschah ein Wunder: Der König erlaubte Nehemia, nach Jerusalem zu reisen, und stellte ihm sogar die Mittel zur Verfügung.
Nehemia wurde zum Statthalter über Juda ernannt. Unter seiner Führung, unterstützt durch einen unbekannten Arbeiter und andere Juden in Jerusalem, baute man die Stadtmauer in nur sechs Monaten wieder auf. Während dieser Arbeit stieß Nehemia auf großen Widerstand, insbesondere von Seiten dreier Einheimischer, doch er machte unbeirrt weiter. Die Bibel beschreibt seine Führungsqualitäten treffend: Er ließ sich nicht beirren, sondern ergriff angemessene Maßnahmen und hielt an seinem Ziel fest. Wegen des Widerstands arbeitete die Hälfte der Männer am Bau der Mauer, während die andere Hälfte die Stadt bewachte. Dies ist ein anschauliches Beispiel für „Beten und Arbeiten“. Beides geht Hand in Hand und macht es möglich, eine Aufgabe zu vollenden.
Während Nehemia den Wiederaufbau der Mauern Jerusalems beaufsichtigte, war er besorgt über den moralischen und geistlichen Verfall der dortigen Juden. Daraufhin las der Priester und Schriftgelehrte Esra die Gesetze Gottes vor. Als das Volk Gottes Wort hörte, weinte es, tat Buße und erneuerte seinen Bund mit Gott. Nehemia war ein starker, gerechter Anführer und ein zielstrebiger Erneuerer, der sein Volk gut führte und wirklich tröstete. Er diente zwölf Jahre lang in Jerusalem als Statthalter von Juda. Er ist ein Beispiel für „die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge“ die eines Tages so kommen werden, wie die Bibel es beschreibt.
Nehemia heißt auf Hebräisch NeCheMIaH, נְחֶמְיָה, was „hat getröstet“ oder „JHWH tröstet“ bedeutet. Durch seine Führung und sein Handeln tat Nehemia genau das. Das Buch Nehemia und das Buch Esra gehören zusammen. In der hebräischen Bibel stehen diese Bücher am Ende der Schriften, der Ketuvim. Ein Überblick über die unterschiedliche Reihenfolge der Bücher in den hebräischen Schriften und unserer Bibel ist in Anhang 4 zu finden.
Nehemias Stil der transformativen geistlichen Führung offenbart Prinzipien, die auch heute noch weltweit Anwendung finden: visionäre Führung, Integrität und Verantwortlichkeit, strategische Planung und Weitsicht, Mut im Umgang mit Widerstand und bei der Lösung interner Konflikte, Führung durch Vorbild, Befähigung und effektive Kommunikation im Team, moralische und ethische Führung mit gebetsorientierter Entscheidungsfindung sowie das Feiern nach vollbrachter Aufgabe.
Nach der Gründung des Staates Israel kehrten viele Juden ins gelobte Land zurück. So kamen beispielsweise zwischen 1949 und 1952 120.000 irakische Juden nach Israel, da sie im Irak nicht mehr willkommen waren. Diese besondere Einwanderung (hebräisch Alijah) wurde „Operation Esra“ und „Operation Nehemia“ genannt, da die Einwanderer aus derselben Region stammten, wie die Propheten Esra und Nehemia. Weitere Informationen zu den verschiedenen Alijahs in Anhang 11.
Nehemias Gebet in Kapitel 1 zeigt eine bemerkenswerte Struktur:
Er erfährt von den Umständen und reagiert darauf. Er trauert, betet und fastet.
Er bekennt seine Sünden, die Sünden seines Volkes und seiner Familie.
Er erinnert Gott an seine Verheißungen.
Er betet weiter und handelt. Als sich die Gelegenheit bietet, bringt er eine konkrete Bitte vor.
Nehemias Handeln kann jedem Christen als Vorbild für sein Gebetsleben dienen. Probiere es aus!
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