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Die Einsetzung des Passahfestes
Im ersten Monat, am vierzehnten [Tag] des Monats, zur Abendzeit, ist das Passah des HERRN … Da sollt ihr sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen … mit bitteren Kräutern. – 3. Mose 23,5–6; 2. Mose 12,8 (SL)
Die Einsetzung des Abendmahls während des Passahmahls
Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. – Matthäus 26,26–28 (LUT 2017)
Das Passahfest ist das erste Frühlingsfest. Es markierte den Beginn der Gerstenernte sowie den Übergang vom Winter zum Frühling, von der Dunkelheit zum Licht und von der Knechtschaft zur Freiheit. Dieses Fest erinnert an die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten. Als der Pharao sich weigerte, Gottes Volk freizulassen, folgten schreckliche Plagen, die jedes Mal von Mose angekündigt wurden. Die zehnte Plage brachte ein verheerendes Gericht Gottes: den Tod der Erstgeburt. Doch die israelitischen Familien, die das Blut eines geschlachteten Lammes an die Türpfosten ihrer Häuser strichen, blieben verschont. Das Blut des Lammes brachte Erlösung und Befreiung.
Seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. werden keine Lämmer mehr geopfert. Das Passahfest wird heute vor allem zu Hause begangen, wobei das Sedermahl im Mittelpunkt der Feier steht. 1. Korinther 5,7 verknüpft das Passahfest mit Jesus als dem Opferlamm: „Denn Christus, unser Passahlamm, ist geschlachtet worden.“ Beim Letzten Abendmahl nahm Jesus das ungesäuerte Brot, sprach den Segen, brach das Brot und reichte es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt, esst; das ist mein Leib“ (Mt 26,26). Dann sprach er den Segen über den dritten Kelch, den Kelch der Erlösung. Jesus identifizierte den Wein mit dem Blut, das zur Vergebung der Sünden der Welt fließt. So feierte er das Sedermahl mit seinen Jüngern, kurz bevor er starb. Nachdem er das eingeführt hatte, was wir heute das Abendmahl nennen, ging Jesus in den Garten Gethsemane. Dort bat er seine Jünger, mit ihm zu „wachen“. Tatsächlich war die Nacht des Passahfestes schon immer eine „Nacht des Wachens.“ Den Jüngern gelang es aber nicht, wach zu bleiben und „eine Stunde mit [Jesus] zu wachen“. Jesus musste es allein tun. Als er schließlich am Kreuz seinen letzten Atemzug tat, sagte er: „Es ist vollbracht“ (Johannes 19,30). Er wurde zum höchsten Opfer, zum ewigen Passahlamm.
Das Wort „Passah“, PeSaCh, פֶּסַח, leitet sich vom Verb PaSaCh ab, was „vorübergehen, über etwas hinwegspringen“ bedeutet. In 2. Mose 12 „ging Gott an den Häusern vorüber“, die mit dem Blut des Lammes an ihren Türpfosten gekennzeichnet waren, und verschonte so die Israeliten vor der zehnten Plage: dem Tod der Erstgeborenen.
Das hebräische Wort für „Zeichen“ ist OTh, und interessanterweise bezeichnete Gott die zehn Plagen in 2. Mose 7,3 als „Zeichen und Wunder“. Die Plagen zeigten den Ägyptern, dass Gott größer ist als ihre Götter.
Seder leitet sich von SeDeR ab, was „Ordnung“ bedeutet. Der Seder wird am vierzehnten Tag des Monats Abib gefeiert, der heute unter seinem nach-exilischen Namen Nissan bekannt ist (im März/April). Er hat eine feste Reihenfolge. Die Teilnahme an einem Seder ist ein bewegendes Erlebnis. Auf dem Tisch stehen Wein, drei Stücke ungesäuertes Brot, sogenannte Matzot, und ein spezieller Seder-Teller mit einem Lammknochen, verschiedenen bitteren Kräutern, einem Ei und einer süßen Apfelmischung, die wie Lehm oder Erde aussieht. Im Laufe des Abends lesen die Menschen aus einem besonderen Buch, der Haggada. Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten wird anhand der Zutaten auf dem Seder-Teller erzählt. Der Knochen, Zeroa, erinnert an das Passahlamm; die bitteren Kräuter, Maror an die bitteren Tage der Sklaverei; das Ei, Beitzah an neues Leben; das grüne Kraut, Karpas (z.B. in Salzwasser getauchte Petersilie) an den Ysop, mit dem das Blut an die Türpfosten der Israeliten gestrichen wurde, und an die Tränen der Sklaverei; die Mischung aus Apfel, Nüssen und Wein, Charoset, symbolisiert den Lehm für die Ziegel, welche die Israeliten als Sklaven in Ägypten brannten. Im Laufe des Abends werden vier Becher Wein getrunken. Jeder Becher steht für einen der Schritte, die Gott ihnen versprochen hatte, wie in 2. Mose 6,5–6 angegeben: „Ich werde euch herausführen“, „Ich werde euch retten“, „Ich werde euch erlösen“ und „Ich werde euch zu meinem Volk machen“. Neben dem Wein und den Matzot umfasst ein Seder-Mahl viel Gesang, visuelle Symbolik und köstliches Essen. (Eine gekürzte Seder-Liturgie findet sich in Anhang 8.)
Nimm an einem Seder-Mahl teil, wenn du kannst, oder sieh dir eine Erklärung dazu an. So erhältst du Einblicke in den Ursprung und die Tiefe des letzten Sedermahls und die Einsetzung des Abendmahls.
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