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Das Posaunenfest
Auch der 1. Tag des 7. Monats soll ein Feiertag sein, an dem ihr nicht wie gewöhnlich arbeitet, sondern euch versammelt, um mir zu dienen. An diesem Tag sollt ihr die Hörner blasen.
— 4. Mose 29,1 (Hfa)
Beim Posaunenstoß werden die Toten auferstehen
Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei (dem Schall) der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. — 1. Thessalonicher 4,16 (ELB)
Das Posaunenfest markiert den Beginn einer Reihe von Herbstfesten. Auf Hebräisch wird es Jom Terua oder „Tag des Posaunenschalls“ genannt. Laut der Bibel fällt dieses Fest auf den ersten Tag des siebten Monats Tischri (Sept./Okt.). Es zeigt an, dass der Versöhnungstag naht. Nach jüdischer Überlieferung begann Gott an diesem Tag mit der Erschaffung der Welt. Traditionell ist es der Tag, an dem Gott Abraham, der gerade im Begriff war, seinen Sohn Isaak zu opfern, ein Opfertier bereitstellte: „Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich im Gestrüpp mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt.“ (1. Mose 22,13) Später wurde dieses Fest auch als jüdisches Neujahr bekannt.
Gott gebot Israel, an diesem Tag Posaunen zu blasen. Diese Posaunen werden aus Widderhörnern gefertigt, daher liest man an diesem Tag traditionell in den Synagogen 1. Mose 21 und 22, die von der Geburt und der Bindung Isaaks berichten. Aus diesem Grund gilt Abraham im Judentum als Glaubens- und Gehorsamsvorbild und und im Christentum als Vater aller Gläubigen.
Das Posaunenfest sollte mit der Sichtung des Neumonds beginnen, der einen neuen Monat einläutete. Traditionell war der Neumond ein Zeichen der Wende, des Neuanfangs, und er signalisierte sogar den Beginn eines neuen Jahres. Alle anderen Feiertage begannen mit dem Vollmond, in der Mitte des Monats. Dieses Fest ist auch als Tag des Gerichts oder Tag der Erinnerung (Jom Hasikaron) bekannt und konzentriert sich auf Buße und die Rückkehr zu Gott. Es folgen zehn Tage der Buße und der Vorbereitung auf das nächste Fest: den Versöhnungstag.
Die Bibel kündigt an, dass am großen Tag der Wiederkunft Jesu der Erzengel die Posaune blasen und die Toten auferstehen werden. Das Buch der Offenbarung sagt voraus, dass sieben Engel Posaunen blasen werden. Daher verbinden viele dieses Herbstfest mit der Endzeit. Niemand weiß genau, wie oder wann die Wiederkunft Jesu stattfinden wird, aber es gibt verschiedene Theorien dazu. Das Wichtigste ist, wachsam zu bleiben und stets bereit zu sein, dem Messias zu begegnen.
Rosch Haschanah (hebräisch für „jüdisches Neujahr“) ist ein weiterer Name für dieses Fest. ROSch bedeutet „Kopf“ und HaSchaNaH bedeutet „des Jahres“. Traditionell beginnen die Menschen vierzig Tage vor Rosh Haschanah, die Posaune zu spielen. Am Neujahrstag selbst werden in den Synagogen hundert Töne auf dem Schofar geblasen. Die Posaune oder der Schofar ist ein Widderhorn – also das Teil eines toten Tieres. Doch wenn es geblasen wird, „erwacht es zum Leben“. Der Schofar hat einen kraftvollen, tiefen Klang, der das Herz erwecken soll und die zehn Tage der Buße, die Jamim Noraim, einläutet.
Traditionell wird der Schofar mit vier unterschiedlichen Tönen in einer festgelegten Reihenfolge geblasen, von denen jeder zur Selbstprüfung, zur Bitte um Vergebung und zur Buße aufruft:
Tekiah – ein langer, kraftvoller, anhaltender Ton
Schevarim – drei unterbrochene Töne
Teru’ah – neun kurze Töne
Tekia gadolah – der langgezogene Ton
In der Bibel wurde mit dem Schofar der Schabbat, die Feiertage und die Neumondtage angekündigt. Posaunen blies man auch, wenn Könige gekrönt wurden, um eine Schlacht zu beginnen, um den Sieg zu verkünden (wie bei Jericho) – und als Mose aufgerufen wurde, den Berg zu besteigen, um die Zehn Gebote zu empfangen. Rabbi Sacks schreibt: „Gibt es ein Gebet, das tiefer geht als Worte?“ Seiner Meinung nach ist es der Klang des Widderhorns, des Schofars. (Siehe Seite xy)
In der heutigen Zeit feiern Juden dieses Fest, indem sie in Honig getauchte Apfelscheiben essen und sich gegenseitig ein gutes und süßes neues Jahr wünschen: „Schanah Tovah U’Metukah“. Außerdem essen sie ein spezielles rundes Brot, das den ewigen Kreislauf eines Jahres symbolisiert. Die Rabbiner sagen, dass an Rosch Haschanah nur Teschuwa (Reue und Buße), Tefilla (Gebet) und Zedaka (Nächstenliebe und Gerechtigkeit) dazu beitragen können, sich spirituell zu verbessern. (Siehe Seite xy)
Das Posaunenfest, der „Tag des Posaunenschalls“, dreht sich ganz um die Bereitschaft, Gott zu begegnen. Bist du bereit?
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