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Esther wird genau zur richtigen Zeit Königin
Denn wenn du [Esther] jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen, du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist? – Esther 4,14 (SL)
Gott macht Dinge offenbar
Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, auch (ist) nichts geheim, was nicht bekannt wird und ans Licht kommt. – Lukas 8,17 (ELB)
Beim Losfest, auch Purim genannt, spielt Esther die Hauptrolle. Ein ganzes Buch der Bibel ist ihr gewidmet. Obwohl Gott darin nicht erwähnt wird, ist er in dieser wichtigen historischen Erzählung auf wundersame Weise am Werk. Die schöne junge Esther lebte mit ihrem Cousin Mordechai in Persien, wo König Ahasveros herrschte. Obwohl einige Juden nach dem babylonischen Exil nach Jerusalem zurückgekehrt waren, blieben viele über das gesamte Persische Reich verstreut. (Esther 3,8) Aufgrund eines Konflikts zwischen dem König und seiner Frau befahl der König, eine Ersatzfrau für sie zu finden. Er wählte die schöne Esther zur Ehefrau, die nicht preisgab, dass sie Jüdin war.
Haman war ein hochrangiger Beamter am königlichen Hof. Er hegte eine Abneigung gegen die Juden, insbesondere gegen Mordechai, da dieser sich weigerte, sich vor ihm zu verbeugen. Deshalb wollte Haman die gesamte jüdische Gemeinschaft ein für alle Mal ausrotten. Haman warf das Los, um einen Termin dafür festzulegen. Motiviert von der Gefahr, dass ihr Volk ausgelöscht werden könnte, riskierte Esther ihr Leben und wandte sich an den König – was gegen das Gesetz verstieß –, wobei sie zu Mordechai sagte: „Wenn ich umkomme, dann komme ich eben um!“ (Esth 4,16). So gebrauchte Gott Esther, wie Mordechai es vorausgesagt hatte, für eine „Zeit wie diese“ (Esth 4,14). Die Lage wurde völlig auf den Kopf gestellt, sodass anstelle der Juden Haman und seine Söhne ausgerottet wurden. Gleichzeitig erhielten die Juden die Erlaubnis, sich zu verteidigen. Esther wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen Antisemitismus. Ihre Geschichte verdeutlicht Gottes oft unsichtbares, aber fürsorgliches Wirken hinter den Kulissen. Selbst wenn wir Gottes Handeln nicht immer erkennen können, so trägt und erhält er doch sein Volk.
Das Purimfest leitet sich vom Wort Pur ab, was „Los“ bedeutet. Es fällt auf den vierzehnten Tag des Monats Adar (Februar/März). Purim erinnert daran, dass eine junge jüdische Königin für ihr Volk Fürsprache einlegte und es so vor der beschlossenen Vernichtung rettete. Der Name „Esther“ (אֶסְתֵּר) ist persischen Ursprungs; der jüdische Name der Königin lautet Hadassah. (Esther 2,7) Esthers Geschichte spiegelt wider, wie die verborgenen Dinge Gottes ans Licht kommen, was sich sogar an ihrem Namen zeigt – der jüdischen Überlieferung zufolge leitet sich ESTheR von HaSTeR bzw. ASTIR ab, was „die Verborgene“ bedeutet (5. Mose 29,29).
Laut jüdischer Tradition stammte Esther aus dem Hause Sauls, (Esther 2,5) während Haman ein Nachkomme Agags, des Königs der Amalekiter war, und somit ein Nachkomme Esaus. Die Bibel berichtet, dass Gott den Amalekitern einen ewigen Krieg erklärt hatte, (2. Mose 17,16) weil diese Israel auf seiner Wüstenwanderung von hinten angegriffen hatten. Saul hätte König Agag im Kampf gegen die Amalekiter töten sollen, tat dies jedoch nicht. Hier stehen sich Saul und Amalek erneut gegenüber.
In dieser historischen Erzählung kehren sich die Rollen um, und die wahren Absichten einer Person kommen ans Licht. Das Schicksal, das Pur (Los), wendete sich zugunsten des Volkes Gottes. Deshalb verkleiden sich Erwachsene und Kinder zu Purim. Am Vorabend dieses fröhlichen Festes liest man die gesamte Schriftrolle, die Megillat Esther, in den Synagogen vor. Sobald der Name Haman erklingt, macht die Gemeinde mit Rasseln Lärm. Man tauscht Geschenke aus, isst dreieckige Plätzchen („Hamantaschen“) und denket an bedürftige Familien. Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Kräfte und Mächte, die das jüdische Volk auslöschen wollten. Purim, das an die Rettung der Juden vor Hamans bösem Vernichtungsplan erinnert, symbolisiert diesen umfassenden, andauernden Kampf gegen den Antisemitismus.
Die Möglichkeit, das Schicksal umzukehren oder „das Los zu wenden“, ist ein durchgängiges Thema im Buch Esther und somit auch beim Purimfest. Mit Gott gibt es immer eine Zukunft.
In der Purimgeschichte gibt es viele „Zufälle“. Offenbar wirkt Gott dadurch und verändert so manchmal das Schicksal der Menschen, ihr Los. Kannst du ein Beispiel aus deinem eigenen Leben nennen? Am Purimfest wollte Haman Gottes Volk ausrotten. Während des Holocaust (auf Hebräisch Schoa) wollte Hitler das jüdische Volk vernichten. Wie kannst du gegen den Antisemitismus vorgehen, der auch heute noch vorhanden ist?
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