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Ruts Bekenntnis
Rut sagte: … Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, (da) will (auch) ich sterben, und dort will ich begraben werden.– Rut 1,16–17 (ELB)
Rut gehört zur Abstammungslinie Jesu
… Boas zeugte Obed; die Mutter war Rut. Obed zeugte Isai. Isai zeugte den König David. —Matthäus 1,5–6 (GNB)
Die Geschichte von Rut, RUT, רוּת, ist voller Emotionen. Trauer und Freude wechseln sich hier, gegen Ende der Zeit der Richter, ab. Von einer Hungersnot getrieben, verließen Elimelech, Noomi und ihre beiden Söhne, eine jüdische Familie, ihre Heimatstadt Betlehem, um im heidnischen Land Moab zu leben. Doch Noomis Mann starb. Ihre Söhne Machlon und Kiljon heirateten die Moabiterinnen Orpa und Rut. Etwa zehn Jahre lang blieben sie in Moab. Noomi nahm ihre Schwiegertöchter in ihre Obhut. Doch erneut schlug das Unglück zu: Beide Söhne starben, sodass Noomi als kinderlose Witwe zurückblieb. Schließlich machte sie sich mit Orpa und Rut auf den Rückweg nach Betlehem. Auf Noomis Drängen verabschiedete sich Orpa und kehrte nach Moab zurück, doch Rut weigerte sich und sprach die bekannten Worte: „Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott“ (Rut 1,16-17 (ELB)) – das tiefe Bekenntnis einer Frau aus einer heidnischen Kultur. Rut blieb bei ihrer Schwiegermutter, und gemeinsam reisten sie nach Betlehem in Judäa. Rut bekannte ihren Glauben, indem sie zunächst ihre Hingabe an Gottes Volk und dann an den Gott Israels zum Ausdruck brachte – eine außergewöhnliche und entscheidende Abfolge: Wir können den Gott Israels nicht lieben, ohne zuvor das jüdische Volk zu lieben.
Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, las Rut Ähren auf den Feldern von Boas auf, ihrem angeheirateten Verwandten. Auf Noomis Vorschlag hin bat Rut ihn, ihr (Er-)Löser zu werden. Boas hatte Rut auf seinem Land gesehen. Ihre Treue hatte ihn beeindruckt, und er segnete sie mit den Worten: „Gesegnet seist du vom HERRN, meine Tochter! Du hast deine Liebe jetzt noch besser erzeigt als vorher, dass du nicht den jungen Männern nachgegangen bist, weder den reichen noch den armen.“ (Rut 3,10 (LUT 2017)) Er übernahm die Rolle als Erlöser für Rut und heiratete sie. So wurde sie zur Urgroßmutter von König David und trat in die Ahnenreihe des großen Erlösers, Jesus Christus, ein. Diese nichtjüdische Frau wird in das Volk Gottes integriert oder „eingepfropft“. Sie wird sogar im Stammbaum des Messias erwähnt. (Matthäus 1,5)
Ruts Glaubensbekenntnis ist ganz bemerkenswert. Die hebräischen Worte in Rut 1,16 lauten: „AMeCh, AMI, VeELoHaJeCh, ELoHaI, עַמֵּךְ עַמִּי וֵאלֹהַיִךְ אֱלֹהָי.“ Ihr Bekenntnis: „Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott mein Gott“, ist ein poetisches Juwel. Der Vers besteht aus zwei parallelen Sätzen, wobei sich die Silbenbetonung wiederholt. Das gesamte Buch Rut wird für seinen Stil, seinen Aufbau und seinen Wortschatz gepriesen. Darüber hinaus hat dieser bekannte Satz eine tiefe prophetische Bedeutung – nämlich, dass die Heiden durch den Glauben in den Ölbaum eingepfropft und Teil der Familie Gottes werden.
Jeder Name in dieser klassischen Liebesgeschichte hat eine Bedeutung, die zu seinem Träger passt. In der Bibel hat man keinen Namen - man ist sein Name. Elimelech bedeutet „mein Gott ist König“, und Noomi (oder Naomi) „meine Lieblichkeit, Wonne“. Mara steht für „bitter“ oder „traurig“. Die Namen der Söhne von Noomi und Elimelech, Machlon und Kiljon, bedeuten „Krankheit“ bzw. „Zerstörung, Dahinsiechen“. Kiljon war mit Orpa verheiratet, was „stur, die sich abwendet“ bedeutet. Rut steht für „gütig, Freundschaft, treu“. Boas nennt Ruth eine „würdige, tugendhafte Frau“ (Eschet Chajil), ein Ausdruck aus Sprüche 31,10, in dem gefragt wird, wer „eine tüchtige Frau“ finden kann. Im Judentum wird der Schabbat-Segen, den der Mann seiner Frau jede Woche erteilt, Eschet Chajil genannt. Rut ist ein Vorschatten für Nichtjuden, die sich aus Glauben dazu entschließen, ihre frühere Identität aufzugeben und sich dem Gott Israels anzuschließen. Noomi und Rut kehren nach Betlehem zurück, dem „Haus des Brotes“, wo zunächst Hungersnot herrscht. Schließlich wird es aber buchstäblich zum „Haus des Brotes“. Boas, was „in ihm ist Kraft“ bedeutet, wird zum Erlöser, zum Goel. Zu Davids Vorfahren gehören Boas’ Vater Salmon (Gewand, Robe), Obed (Diener) und Jesse (Gottes Geschenk).
Das Buch Rut ist Teil der Festrollen. Man liest es während des Wochenfestes, auf Hebräisch „Schawuot“. Schawuot gehört zu den drei großen jüdischen Erntefesten und markiert den Beginn der Weizenernte. Das Wochenfest erinnert auch an die Gabe der Tora auf dem Berg Sinai. Im Neuen Testament wird es als Pfingsten bezeichnet.
Weil Rut an das Volk Israel und dessen Gott glaubte, wendete sich ihr Schicksal zum Guten. Obwohl sie Schwierigkeiten erlebte, blieb sie treu. Was kannst du aus Ruts Geschichte lernen – und wie kannst du es auf dein eigenes Leben anwenden?
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