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Im Judentum werden seit biblischen Zeiten drei große Wallfahrtsfeste gefeiert: Pessach, Schawuot und Sukkot (2 Mose 23,14-19; 5 Mose 16). Aus neutestamentlicher Sicht können die beiden ersten Feste bereits als erfüllt betrachtet werden.
Beim Pessachfest wird des Auszugs des israelitischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten gedacht. So wie die Israeliten ein Lamm schlachten und das Blut an die Türpfosten streichen mussten, damit bei der letzten Plage gegen den Pharao die männlichen Erstgeborenen nicht getötet wurden (hebräisch pessach = vorübergehen), so wurde Jesus als das Lamm Gottes (Joh 1,29.36) ans Kreuz genagelt, um für die Schuld der ganzen Menschheit zu sterben (Jes 53,5).
Schawuot (Wochenfest) findet 50 Tage nach dem Pessachfest statt und ist ein Erntedankfest für die Gerste und den Weizen, bei dem der Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai gefeiert wird. Nach dem Tod und der Auferstehung Jesu erfolgte beim darauf folgenden Schawuot-Fest die Ausgießung des Heiligen Geistes und somit der Beginn der christlichen Gemeinde. „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab” (Apg 2,2-4 LUT). In seiner Pfingstpredigt stellte Petrus fest, dass sich aufgrund dieser Zeichen – Gottes Geist wird über alles Fleisch ausgegossen – die Aussagen des Propheten Joel (Kapitel 3) erfüllt haben.
Das dritte große Pilgerfest ist Sukkot (hebräisch succah = Laubhütte), das Laubhüttenfest. Fünf Tage nach dem Versöhnungstag (Jom Kippur) wird eine Woche lang die letzte und kostbarste Erntezeit des Jahres gefeiert und der 40-jährigen Wüstenwanderung gedacht, bei der das israelitische Volk von Gott versorgt wurde. Unmittelbar danach folgt das Torafreudenfest (Simchat Tora). Die Juden verweilen in den behelfsmäßig gebauten Hütten (3 Mose 23,42), die in Israel jedes Jahr in vielen Gärten, Straßen und auf Balkonen errichtet werden. Mit dem Feststrauch (Lulav), der aus Zweigen einer Bachweide, Dattelpalme, Myrte und einem Etrog (3 Mose 23,39-40) besteht, beten die Juden zu Gott und segnen die Welt in alle Himmelsrichtungen.
Auch Jesus kannte das Laubhüttenfest. Er spricht dort selbst zu den Juden von „Strömen des lebendigen Wassers“ und nimmt dabei wohl Bezug auf eine spezielle Zeremonie, bei der Wasser in das Becken im Vorhof des Tempels gegossen wurde. „Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen” (Joh 7,37-38 LUT).
Das Laubhüttenfest ist das einzige Fest, bei dem auch Nichtjuden willkommen sind. Der Prophet Sacharja spricht von einer messianischen Zeit, in der Menschen aus allen Nationen nach Jerusalem hinaufziehen werden, um Gott anzubeten: „Dann wird es geschehen: Alle, die übrig bleiben von allen Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern” (Sach 14,16 EU).
Während Ostern und Pfingsten weltweit als zentrale Feste in den kirchlichen Jahreskreisen gefeiert werden, ist das Laubhüttenfest bei Christen weniger bekannt. Erst in den vergangenen Jahrzehnten wurde das Fest – nicht zuletzt durch die jährliche Feier der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Jerusalem seit Beginn der 80-er Jahre – verstärkt wahrgenommen.
Christen wie Juden glauben an das Kommen eines Messias. Für die Christen ist nach den Verheißungen des Alten Testamentes Jesus als Messias bereits gekommen. Ebenso haben sich die biblischen Feste Pessach durch Ostern (Tod und Auferstehung) und Schawuot durch Pfingsten (Ausgießung des Heiligen Geistes) erfüllt. Es ist deshalb naheliegend, dass die Wiederkunft Jesu mit dem Laubhüttenfest in Zusammenhang steht. Auch in der jüdischen Tradition ist mit Sukkot eine Erwartung auf das Kommen des Messias oder einer messianischen Zeit verbunden.
Im Kontext unserer Überlegungen zur Wiederherstellung Israels sollte seitens der Christen gerade dem Laubhüttenfest eine besondere Aufmerksamkeit und Beachtung gegeben werden. Jährlich strömen tausende christliche Pilger zum Laubhüttenfest nach Jerusalem, um den Gott Israels anzubeten. Diese christlichen Feiern werden von vielen Gläubigen und Pilgern aus dutzenden Nationen als prophetische Veranstaltungen wahrgenommen – sozusagen als ein Schatten oder eine Vorausschau dessen, was noch kommen wird. Inmitten des scheinbar hoffnungslos verfahrenen Nahostkonfliktes erleben es viele Gläubige als ein starkes Zeichen der Einheit und des Friedens, wenn jüdisch-messianische und arabisch-christliche Pastoren gemeinsam das Abendmahl feiern und einander in Liebe begegnen. Es wird eine Einheit und eine Atmosphäre spürbar, die wohl auch die Anfänge der Christenheit geprägt hat – ein Friede, den die Welt nicht geben kann (Joh 14,27).

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