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Mit dem Monat Tischri treten wir in den Monat der Feste ein. Er beginnt mit einem besonderen Rosch Chodesch, nämlich Rosch HaSchana, gefolgt von den zehn Tagen der Ehrfurcht, Jom Kippur, Sukkot und Simchat Tora. Man könnte es eine regelrechte Feiertags-Überdosis nennen. Warum ist dieser Monat so dicht gefüllt mit geistlich bedeutenden Moedim – festgesetzten Zeiten? Und markiert er nun den Beginn des hebräischen Jahres oder nicht? Nach jüdischer Tradition gilt Rosch Chodesch Tischri als Jahresanfang, Rosch HaSchana. Zugleich wird Tischri aber der siebte Monat genannt. Wie ist das zu verstehen?
Um zu begreifen, warum Tischri als Jahresbeginn gilt, müssen wir uns den landwirtschaftlichen Zyklus im alten Israel vor Augen führen. Jedes Fest hat sowohl eine geistliche als auch eine landwirtschaftliche Dimension: Pessach erinnert an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei durch das Blut des Lammes, zugleich aber auch an die Erstlingsfrucht; Schawuot gedenkt der Gabe der Tora und zugleich der ersten Ernte; und an Sukkot erinnern sich die Juden daran, wie sie durch die Wüste zogen. Gleichzeitig feiern sie die letzte Ernte, das Einsammeln all dessen, was im langen Sommer gewachsen und gereift ist.
Nach diesem landwirtschaftlichen Kalender ist Tischri der Monat, in dem die winterliche Regenzeit bevorsteht – eine Zeit, die das Schicksal der ganzen Region für die kommenden zwölf Monate bestimmen wird. Bleibt der Frühregen aus, droht Dürre. In der Antike kam es dann zu Kriegen, wenn Völker um knappe Ressourcen stritten. Auch heute gilt Wasserknappheit als destabilisierender Faktor, der zu Massenmigration oder militärischen Konflikten beiträgt.
Darum ordnet die Bibel vor Beginn des neuen landwirtschaftlichen Jahres einen besonderen Monat mit festgesetzten Zeiten an. Er dient dazu, den Glauben daran zu stärken, dass der Herr allein über die kommende Saison in seiner Hand hält. Wir richten unseren Blick nicht auf die Natur, verehren nicht „Mutter Erde“ und lassen uns nicht von Klimaveränderungen bestimmen – wir vertrauen auf Gott, der bestimmt, wie die Regenzeit verlaufen wird.
So beginnt Israel im Monat Tischri, für die kommende Regenzeit zu beten, und wird sich dabei seiner Abhängigkeit von Gott besonders bewusst. Er erscheint als Richter, und dieser Gedanke prägt den ganzen Monat – den intensivsten im hebräischen Kalender. Es geht um Leben und Tod. Die Abhängigkeit von Gott und das Vertrauen auf ihn durchziehen die gesamte Festzeit: Das zentrale Thema von Sukkot ist die Erinnerung daran, wie Gott die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten bewahrte. Während Sukkot sollen die Menschen ihre komfortablen Häuser verlassen, sich den Elementen aussetzen und Gott vertrauen statt menschlichen Sicherheiten. Die Botschaft ist klar: Wir können uns weder auf Besitz noch auf Geld noch auf Fähigkeiten oder Gesundheit verlassen. Wir sind ganz von Gott abhängig. Darum ist der Ruf zur Umkehr, zur Rückkehr zum Herrn mit ganzem Herzen und ganzem Verstand, so zentral.
In diesem Licht verstehen wir auch die ganze Tragweite der dreieinhalb Jahre Dürre zur Zeit Elias (Jakobus 5,17). Vier Jahre lang erwartete man jeweils zu dieser Zeit Regen, doch er blieb aus. Das führte zu einer landesweiten Krise und zu einer großen Hungersnot in Samaria. Als König Ahab Elia schließlich begegnete, sagte er: „Bist du es, der Israel ins Unglück stürzt?“ Elia aber antwortete: „Nicht ich habe Israel in Unruhe gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des Herrn verlassen und den Baalen nachgefolgt seid“ (1. Könige 18,17-18). Diese Begebenheit veranschaulicht den Monat Tischri sehr deutlich. Die Dürre zur Zeit Elias – wie jede Störung der natürlichen Abläufe – wird mit der Sünde der Menschen in Verbindung gebracht. Statt Elia die Schuld zu geben, hätte Ahab Buße tun sollen.
Wie wir sehen werden, tritt der Ruf zur Umkehr besonders am ersten Tag des Monats hervor, an Rosch HaSchana, einer besonderen Form von Rosch Chodesch. Schauen wir uns das genauer an. Zunächst nennt die Bibel diesen Tag einfach Jom Terua, den Tag des Schofarblasens. Nirgendwo im Tanach wird er als Neujahr bezeichnet – das ist eine spätere rabbinische Tradition. Das einzige biblische Gebot dazu lautet, nicht zu arbeiten und das Schofar zu blasen. Die zentrale Stelle findet sich in 4. Mose 29,1-2:
„Und am ersten Tag des siebenten Monats soll heilige Versammlung sein; da sollt ihr keine Dienstarbeit tun; ein Tag des Posaunenblasens (Jom Terua) soll er für euch sein. Und ihr sollt als Brandopfer darbringen zum lieblichen Geruch für den HERRN: einen jungen Stier, einen Widder, sieben einjährige Lämmer ohne Fehler.“
Eine weitere Stelle steht in 3. Mose 23,23-25:
„Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage zu den Israeliten: Am ersten Tage des siebenten Monats sollt ihr Ruhetag halten mit Posaunenblasen zum Gedächtnis (Zikaron Terua), eine heilige Versammlung. Da sollt ihr keine Dienstarbeit tun und sollt dem HERRN Feueropfer darbringen.“
Das zentrale Gebot ist also das Blasen des Schofars, eines Widderhorns, dessen Klang das Wort Terua beschreibt. Zwar wird das Schofar grundsätzlich zu jedem Neumond geblasen, und auch der Aspekt des „Gedenkens“ ist jeden Monat vorhanden, doch im siebten Monat ist alles gesteigert. Der Klang des Schofars wirkt wie ein Weckruf.
Der mittelalterliche jüdische Gelehrte Maimonides (Rambam) schreibt in seinen Gesetzen der Umkehr (3,4): Obwohl das Schofarblasen an Rosch HaSchana ein Chok ist – also ein Gebot ohne angegebene Begründung –, enthält es doch einen Hinweis, als ob es sagen würde: „Wacht auf, ihr Schlafenden, aus eurem Schlaf! Und ihr Schlummernden, erhebt euch aus eurem Schlummer! Prüft eure Taten, kehrt aufrichtig zu Gott zurück und erinnert euch an euren Schöpfer.“
Das klingt vertraut, denn im Neuen Testament finden wir eine ähnliche Aufforderung. Paulus schreibt an die Epheser: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten“ (Epheser 5,14). Schauen wir uns den ganzen Abschnitt an für eine Einordnung:
„Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ (Epheser 5,8-14)
Es steht also im Zusammenhang mit Umkehr. Der Klang des Schofars sagt: „Wach auf aus deinem Schlummer, leg die Finsternis ab und wandel im Licht!“
Tatsächlich ist das Thema Licht in dieser Zeit zentral. Nach jüdischer Tradition tritt an Rosch HaSchana ein neues Licht in die Welt. Es ist ein Tag, an dem wir prüfen können, wer wir sind, wohin wir gehen und inwieweit unser Leben wirklich im Einklang mit Gottes Willen steht.
So bekommt auch ein bekannter Vers eine tiefere Bedeutung: „Glückselig ist das Volk, das den Jubelruf kennt; Herr, sie wandeln im Licht deines Angesichts“ (Psalm 89,16). Im Hebräischen heißt es wörtlich: „Glückselig ist das Volk, das den Klang der Terua kennt“ – den Klang des Schofars. Segen liegt also darin, auf den Ruf zur Umkehr zu hören. Wer das tut, wandelt im Licht seines Angesichts.
Dasselbe betont Johannes (1. Johannes 1,5-7):
„Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln doch in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“
Der Klang von Terua ist ein Weckruf, der uns einlädt, die Dunkelheit zu verlassen und in seinem Licht zu wandeln. Einst waren wir in der Dunkelheit, doch nun sind wir im Licht und sollen als Kinder des Lichts leben. Lasst uns einen Moment innehalten und Gott bitten, uns zu zeigen, ob es Bereiche gibt, in denen wir noch in der Dunkelheit wandeln und Buße tun müssen. Das hebräische Wort für Buße ist Teschuwa, was wörtlich „umkehren“ bedeutet. Ändert eure Richtung, kehrt um.
Jüdische Gelehrte sehen viele Vorschriften zum Schofarblasen im Zusammenhang mit dem Jubeljahr:
„Und du sollst zählen sieben Sabbatjahre, siebenmal sieben Jahre, dass die Zeit der sieben Sabbatjahre neunundvierzig Jahre mache. Da sollst du die Posaune blasen lassen durch euer ganzes Land am zehnten Tage des siebenten Monats, am Versöhnungstag.“ (3. Mose 25,8-9)
Im fünfzigsten Jahr sollte alles Land an die Familie zurückfallen, der es ursprünglich gehört hatte, und die Sklaven sollten freigelassen werden. Daher erinnert uns der Ruf des Schofars an den Schofarklang des Jubeljahres, der die Freiheit symbolisierte. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Buße und dem Jubeljahr, der Wiedererlangung der Freiheit? Wenn wir Buße tun, wird die Macht der Sünde gebrochen und wir empfangen wahre Freiheit.
Jesus sagte in Johannes 8,31-32: „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Dies ist ein zutiefst jüdisches Konzept. Die gesamte Geschichte des jüdischen Volkes kann als ein Ringen um die Freiheit betrachtet werden. Gott befreite sie aus der Sklaverei in Ägypten und führte sie zum Berg Sinai, wo er ihnen sein Wort gab – ein Wort, das die Kraft besitzt, frei zu machen. Und schließlich wurde das Wort Fleisch und wohnte unter uns. Jesus vollbrachte das, was wir aus eigener Kraft niemals hätten vollbringen können. Nun können wir seine befreiende Kraft erfahren. Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wahrhaftig frei (Johannes 8,36).
Jesus nahm Bezug auf das Jubeljahr, als er in der Synagoge von Nazareth den Beginn seines Wirkens verkündete und dabei aus dem Propheten Jesaja zitierte:
„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ (Lukas 4,18-21)
Wenn wir also das Schofar hören, sollen wir daran denken: Es ruft uns in die Freiheit in Jesus.
Der Klang des Schofars kündigt zudem Gottes Gericht an – ein Gericht, das sich in den letzten Tagen offenbaren wird –, ebenso wie die Wiederherstellung und die erneute Sammlung Israels. Betrachten wir dazu die folgenden Schriftstellen:
„Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (…) Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und sein Pfeil wird ausfahren wie der Blitz, und Gott der HERR wird die Posaune blasen und wird einherfahren in den Stürmen vom Südland.“ (Sacharja 9,9.14)
Das Blasen des Schofars ist eindeutig mit dem Heil Israels und dem Kommen seines Königs verknüpft.
„Zu der Zeit wird der HERR Ähren ausklopfen vom Ufer des Stromes bis an den Bach Ägyptens, und ihr Israeliten werdet aufgesammelt werden, einer nach dem andern. Zu der Zeit wird man mit einer großen Posaune blasen, und es werden kommen die Verlorenen im Lande Assur und die Verstoßenen im Lande Ägypten und werden den HERRN anbeten auf dem heiligen Berg zu Jerusalem.“ (Jesaja 27,12-13)
Diese Stelle weist eine frappierende Ähnlichkeit mit der Vision in Jesaja 19 auf. Jene Offenbarung gipfelt in den Versen 23 bis 25:
„Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter samt den Assyrern werden dem Herrn dienen. Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und Assyrien, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!“
In Kapitel 27 finden wir eine Bestätigung: Sie werden aus Assyrien und aus Ägypten kommen und den HERRN in Jerusalem anbeten. Manche Übersetzungen deuten die „Verlorenen“ und „Verstoßenen“ aus Assyrien und Ägypten als Juden, die dorthin verbannt worden waren. Wir können sie jedoch auch als Menschen jener Nationen verstehen, die dem Untergang geweiht oder verstoßen – aus der Gesellschaft ausgestoßen – wurden. Diese beiden Regionen werden in Jesaja 19 ausdrücklich erwähnt, verbunden mit einer Heilsverheißung inmitten des Gerichts. Es wird zur Zeit der Wiederversammlung der Söhne Israels geschehen. Die Wiederherstellung Israels, das Gericht über die Nationen und das Kommen des Königs sind untrennbar miteinander verknüpft. Dann wird der Klang des Schofars zu hören sein.
Das Blasen der Schofars findet im Neuen Testament eine Entsprechung:
„Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes (Terua10) erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.“ (1. Thessalonicher 4,16-18)
„Und der siebente Engel blies seine Posaune (Takah be Schofar11); Und es ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Reiche dieser Welt sind zu den Reichen unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offenbarung 11,15)
Das Blasen des Schofars hat somit prophetische Bedeutung. Es ist ein Zeichen für das, was noch kommt.
Schließlich verdient noch ein weiterer Aspekt von Rosch ha-Schana Erwähnung: Das bisher Gesagte kann den Anschein erwecken, als herrsche eine ernste, gedrückte Stimmung, wenn man diesen großen Tag begeht und über das Gericht nachsinnt. Tatsächlich jedoch sind jüdische Festlichkeiten eher von Freude erfüllt. Warum? Es ist ein Ausdruck des Glaubens.
Der Talmud kommentiert über Rosch ha-Schana an: „Wenn man normalerweise vor Gericht geladen wird, ist man ernst und besorgt, da man den Ausgang nicht kennt. Bei Israel jedoch verhält es sich anders: Wir kleiden uns in Weiß, essen und trinken und sind voller Freude, weil wir wissen, dass Gott Wunder wirken wird. Einerseits ist es furchtbar, von Gott gerichtet zu werden. Doch andererseits wissen wir, dass er barmherzig ist. Deshalb können wir uns selbst inmitten des Gerichts freuen.“
Das erinnert an die Worte Jesu in Lukas 21,28:
„Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“
Wir haben Gewissheit für den Tag des Gerichts. Jesus sagte in Johannes 5,22-24:
„Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“
Lasst uns also den Tag der Posaunen mit Gewissheit und Freude begehen – als ein Zeichen unseres Vertrauens auf Gott. Wir finden dafür ein biblisches Vorbild. In den Tagen Nehemias versammelte sich das Volk an Rosch ha-Schana, um das Wort Gottes zu hören. Lesen wir, wie sie reagierten, als sie den Ruf zur Umkehr vernahmen, und wie Nehemia darauf antwortete. Nehemia 8,1-3; 9-10:
„Da versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor, und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, er sollte das Buch des Gesetzes des Mose holen, das der HERR Israel geboten hat. Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Frauen und alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats und las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor vom lichten Morgen an bis zum Mittag vor Männern und Frauen und wer’s verstehen konnte. Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt. (…) Und Nehemia, der Tirschata, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sprachen zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten. Und Esra sprach zu ihnen: Geht hin und esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“
Wir habt diesen Satz schon gehört: Die Freude des Herrn ist unsere Stärke. Warum? Weil sie der Umkehr entspringt. Selig ist das Volk, das den Klang der Terua kennt. So wollen wir im Licht wandeln, die Freiheit ergreifen, die Jesus für uns erkauft hat, und voller Zuversicht und Freude in ihm bleiben.
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