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Gott ruft Josua dazu auf, seine Gebote zu befolgen
Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten. – Josua 1,7–8 (LUT 2017)
Jesus liest in der Synagoge aus Jesaja vor
Am Sabbat ging er wie gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, reichte man ihm die Schriftrolle des Propheten Jesaja. – Lukas 4,16–17 (Hfa)
Jeden Schabbat wird weltweit in den Synagogen ein festgelegter Abschnitt aus den ersten fünf Büchern Mose vorgelesen. So kann man die gesamte Torah in einem Jahr durchgehen. Diese Lesungen, die Paraschot (Plural), ergänzt man durch einen Abschnitt aus den Propheten oder den Schriften. Der Vorleser wird aufgefordert, in die Mitte der Synagoge zu treten und den Abschnitt vorzutragen. Dieser Brauch, der mit Esra nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil zur Zeit des Zweiten Tempels begann, wird bis heute fortgeführt. Auch Jesus wurde am Schabbat dazu eingeladen. Man reichte ihm die Schriftrolle des Jesaja, er entrollte sie und fand die Stelle, an der es hieß: „Der Geist des Herrn Gottes ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt.“
In Apostelgeschichte 13,15 wird Paulus’ Besuch in der Synagoge von Antiochia am Schabbat beschrieben: „Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Schriften der Propheten ließen die Synagogenvorsteher den Gästen sagen: ‚Brüder, wenn ihr dem Volk ein ermutigendes Wort zu sagen habt, dann sprecht!‘“ Diese Bibelstelle bestätigt, dass es zu Jesu Zeiten in Synagogen üblich war, Lesungen aus der Torah mit Lesungen aus den Propheten zu kombinieren.
Der vorgesehene Wochenabschnitt aus den Büchern Mose wird Paraschat HaShawuah oder kurz Paraschah genannt. Die jüdische Gemeinde hat einen festen Plan für diese Lesungen. Dabei ist die gesamte Torah in einen Jahreszyklus von 54 Abschnitten unterteilt, die dem hebräischen Kalender folgen. Jede Paraschah hat ihren eigenen Namen, abgeleitet vom ersten wichtigen Wort in diesem Abschnitt. An Simchat Torah, dem Tag nach dem Laubhüttenfest im Herbst, beginnen die Vorleser erneut bei 1. Mose 1. Diese erste Parascha wird daher „Am Anfang“ genannt, Bereschit.
Nach der Torah-Lesung folgt ein Abschnitt aus den Propheten. Dieser heißt Haftara. An den Feiertagen kommen weitere besondere Lesungen hinzu. Neben dem Einjahreszyklus gibt es auch einen vollständigen Dreijahreszyklus. Apostelgeschichte 15,21 bezieht sich auf diese Praxis des öffentlichen Vorlesens der Torah, die bis in die Antike zurückreicht: „Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“
Juden „lesen“ die Tora nicht, sondern „rufen sie aus“ oder „rezitieren“ sie. Tatsächlich bedeutet das hebräische Wort für „lesen“, Likro, „ausrufen“. Viele messianische Gemeinden auf der ganzen Welt halten ebenfalls an diesen Torah-Lesungen fest, fügen jedoch einen Abschnitt aus dem Neuen Testament, sog. Brit Chadaschah, hinzu. (Ein umfassender Überblick über alle Lesungen findet sich in Anhang 5.)
Rabbi Jonathan Sacks schreibt in seinem Buch Genesis, dass die Torah-Lesungen den Rhythmus des jüdischen Jahres bestimmen. Im Herbst beginnt man mit dem Buch Genesis, Bereschit, das vom Anfang erzählt – von der Entstehung der Welt, der Menschheit und des jüdischen Volkes. Im Winter liest man das Buch Exodus, Schemot, das von Exil und Befreiung, von Sklaverei und Freiheit sowie vom Beginn der Wüstenwanderung auf dem Weg ins gelobte Land berichtet. Im Frühling wird dann das Buch Levitikus (auf Hebräisch: Vajikra) gelesen, mit den Opfergesetzen und den wichtigsten moralischen Geboten: dass man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst. Sacks fügt hinzu, auch den Fremden zu lieben. Er erklärt außerdem, dass das Buch Numeri (auf Hebräisch: Bemidbar) das „Fest der Offenbarung“, das Wochenfest, einläutet. Numeri erzählt, wie Gottes Volk durch die Wüste wanderte und dabei das Volk Israel entstand – eine Reise voller Versuch und Irrtum. Im Sommer liest man das Buch Deuteronomium (auf Hebräisch: Dewarim), das Moses Abschiedsreden aus seinem letzten Lebensmonat enthält. Darin offenbart sich die Bestimmung des jüdischen Volkes: das Volk des Bundes zu sein, das Gott vertrauen und ihm gehorchen soll. (Siehe Seite xy)
Tägliches Essen und Zähneputzen ist eine gute, gesunde Gewohnheit. Hast du eine tägliche geistliche Routine? Wie sieht sie aus? Hast du einen festen Rhythmus für das Bibellesen?
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