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Das Wochenfest komplettiert das Passahfest im Frühling
Feiert das Wochenfest, wenn ihr den ersten Weizen einbringt. – 2. Mose 34,22 (Hfa)
Der Heilige Geist wird am Wochenfest ausgegossen
Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle, die zu Jesus hielten, versammelt. Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen in anderen Sprachen zu reden, jeder und jede, wie es ihnen der Geist Gottes eingab. – Apostelgeschichte 2,1&4 (GNB)
Das Wochenfest ist das letzte Frühlingsfest. In der jüdischen Tradition markiert es den Zeitpunkt, als Gott sieben Wochen nach dem Auszug aus Ägypten im Feuer auf den Berg Sinai (auch bekannt als Berg Horeb) herabstieg und den Israeliten das Gesetz gab. (2. Mose 19,18) Auf Hebräisch heißt das Fest Schawuot, auf Griechisch „Pfingsten“. Es ist nicht nur das Erntefest des Weizens, sondern auch ein Fest, bei dem Gott seinem Volk sein Wort offenbarte. Gott gab Mose die Zehn Gebote als Zusammenfassung der Torah und schloss einen Bund mit seinem Volk. Am Fuße des Berges Sinai hörte das Volk die Stimme Gottes, die die Zehn Gebote verkündete. Durch den Bund berief Gott das Volk Israel dazu, unter allen anderen Völkern sein auserwähltes Volk, ein königliches Priestertum und ein heiliges Volk zu sein (1. Petr. 2,9), und das Volk antwortete einstimmig: „Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun und gehorchen.“ (2. Mose 24,7 (ELB)) Gemäß der jüdischen Tradition ist das Wochenfest Schawuot der Zeitpunkt, zu dem Gott seinem Volk sein Wort offenbarte und ihm seine nationale Identität gab. (2. Mose 19,5-6) So wie Pessach und Schawuot eng miteinander verbunden sind, so sind es auch die jüdische Nationalität und Identität.
Während des Wochenfestes liest die jüdische Gemeinde das Buch Rut aus den Festrollen. Interessanterweise kam Rut während der Gerstenernte nach Betlehem und lernte in dieser Zeit Boas kennen. Wie Abraham verließ sie ihr Geburtsland und das Haus ihres Vaters, um in ein unbekanntes Land zu ziehen. Weil sie gegenüber Noomi bekannte: „Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott“ (Rut 1,16 (LUT 2017)), ist sie ein Symbol für den Kampf um Veränderung. Das Buch Rut veranschaulicht nicht nur Gottes Gebot, für die Armen und Witwen zu sorgen, sondern bekräftigt auch, dass Heiden durch einen Erlöser, einen Go’el, ebenfalls zum Volk Israel gehören können – was sich letztlich im Messias erfüllt hat.
Rut stieß die Einbeziehung der Heiden an und ebnete den Weg für den Tag, an dem „sich jedes Knie beugen wird … und jede Zunge bekennen wird, dass Jesus Christus der Herr ist“ (Phil 2,10–11). Später, zu Pfingsten, waren die Jünger an einem Ort versammelt, als plötzlich ein Brausen vom Himmel kam wie von einem gewaltigen Sturm. Es erschienen Zungen wie von Feuer, und die Anwesenden wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. An diesem Tag wandte sich Petrus an seine Mitmenschen aus allen Teilen der Welt, die zum Schawuot-Fest nach Jerusalem gekommen waren. Er legte Zeugnis ab vom Messias und schloss mit der Ermahnung: „Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“ (Apg 2,40). Der Heilige Geist wirkte mächtig: „Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.“ (Apg 2,41)
Am Wochenfest feiert man die Erstlingsfrüchte der Ernte. Als zu Schawuot (Pfingsten) der Heilige Geist auf die Jünger Jesu ausgegossen wurde, kamen dreitausend zum Glauben und wurden so zu den Erstlingsfrüchten der Gläubigen: Die Gemeinde war geboren. Schawuot ist ein Pilgerfest, daher ist es naheliegend, dass die Jünger an jenem Tag „alle beisammen“ waren (Apg 2,1).
Die Bedeutung des Wortes ShaWUOT, שָׁבוּעוֹת, ist „Wochen“. Das Fest wird sieben Wochen nach dem Passahfest gefeiert. In der christlichen Tradition ist es als Pfingstfest bekannt. Neben Wochenfest und Pfingsten hat es noch weitere Bezeichnungen: Erntefest, Fest der späten Früchte, Tag der Zusammenkunft, Atseret, der Tag, an dem das Zählen des Omer endet, und Gesetzgebungsfest.
Heute feiern Juden das Wochenfest, indem sie ihre Häuser mit Blumen schmücken und Milchprodukte wie köstlichen Käsekuchen und Honigkuchen essen – eine Erinnerung an das versprochene „Land, in dem Milch und Honig fließen“ (2. Mose 3,8). Die Süße von Honig (oder Datteln) und Milch stehen für die Torah und die Bildung. Schon von klein auf werden beim Torah-Unterricht Süßigkeiten verteilt, damit man erlebt, dass das Lernen aus der Torah süß ist. Das Wochenfest wird am sechsten und siebten Tag des Monats Siwan, im Mai/Juni gefeiert. Dabei ist es Brauch, die ganze Nacht hindurch die Torah zu studieren.
Das Wochenfest ist das Fest der Offenbarung, das an den Moment erinnert, als Gott sein Wort am Sinai offenbarte. Doch was sich am Sinai ereignete, wies auf den Tag hin, an dem Gott sein Volk mit seinem Heiligen Geist erfüllen würde. Sein Geist wohnt in dir, und er möchte zu dir sprechen und dir tiefere Dinge offenbaren. Bete darum.
Lesen Sie auch: Fest der Erstlingsfrüchte
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