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Das ist passiert: In Israel zeigen sich derzeit zwei gegenläufige Entwicklungen im Verhältnis zwischen jüdischen und christlichen Gemeinschaften.
Einerseits kam es erneut zu Spannungen und Angriffen auf christliche Geistliche in Jerusalem. Berichtet wurden unter anderem Anfeindungen und sogenannte „Spuckattacken“ durch ultraorthodoxe Jugendliche gegenüber Geistlichen, darunter auch gegen den Abt der Dormitio-Abtei Nikodemus Schnabel. Eine Nonne wurde verbal und körperlich attackiert. Vorfälle mit Körperverletzung sind selten, während Spuckattacken und Beschimpfungen zunehmen.
Gleichzeitig gibt es eine entgegengesetzte Entwicklung: Die israelische Regierung, viele säkulare und auch orthodoxe Juden betonen zunehmend die positive Bedeutung christlicher Gemeinschaften. Christliche Organisationen und Delegationen werden offiziell empfangen. Ihre soziale und humanitäre Arbeit wird gewürdigt. In mehreren Initiativen wird der interreligiöse Dialog aktiv gefördert.
Das sollten Sie wissen: Diese parallelen Entwicklungen wirken widersprüchlich, gehören aber zur gleichen gesellschaftlichen Realität in Israel. Die Spannungen richten sich nicht ausschließlich gegen das Christentum als Religion. Die historische Erinnerung an christliche Judenverfolgung in Europa spielt ebenso eine Rolle wie die teils einseitig israelkritische politische Haltung einzelner christlicher Vertreter. Gerade in Jerusalem vermischen sich religiöse Symbolik, historische Traumata und aktuelle politische Wahrnehmungen. Tätliche Angriffe sind nach israelischem Recht tabu und werden strafrechtlich verfolgt. Der 36-jährige Täter, der vergangenen Monat die Nonne zu Boden stieß und verletzte, wurde festgenommen. Das israelische Außenministerium verurteilte die Tat.
Insbesondere evangelikale Christen werden ausdrücklich als eine herausragende Personengruppe wahrgenommen, die auch in schwierigen Zeiten mit Gebet, finanzieller Unterstützung und Besuchen zu Israel steht.
Darum ist es wichtig: Wer als Christ nach Israel reist, muss sich nicht fürchten, sich als solcher zu erkennen zu geben. Im Gegenteil: Die Offenheit in der Gesellschaft für Freundschaft und Dialog mit Christen war nie größer. Hier vermitteln die deutschen Medien, die jeden Einzelfall hervorheben sowie überzogene Aussagen wie die von Abt Nikodemus Schnabel über „jüdischen Terrorismus“ veröffentlichen, ein völlig falsches Bild.
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