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Holocaust-Gedenken 2024: Am Mahnmal für die Opfer der NS-Zeit wurde ein Kranz niedergelegt, anschließend fand die Gedenkfeier im Neuen Schloss statt. Zu den Ehrengästen aus Israel gehörte Zeitzeugin Fanny Ben-Ami, die von der ICEJ extra für diese Veranstaltung nach Deutschland eingeladen worden war. In den Redebeiträgen zeigte sich: Judenhass ist in Deutschland wieder bittere Realität.
Diese beiden Worte höre man bei allen Gedenkveranstaltungen seit der Internationale Holocaustgedenktag am 27. Januar 2005 ins Leben gerufen wurde, erinnerte Gottfried Bühler, Vorsitzender der ICEJ. „Doch am 7. Oktober wurde dieses ‚Nie wieder‘ gebrochen.“ Die Welt wurde Zeuge der Manifestation des schlimmsten Judenhasses seit der Shoa. Gottfried Bühler erinnerte daran, dass Israel die Parole „Land gegen Frieden“ 2005 umgesetzt hatte mit der vollständigen Räumung des Gazastreifens. Doch statt Frieden gab es Terror. „Seit 2006 hagelten fast wöchentlich Raketen von Gaza auf Israel nieder. Dabei hätte mit den Milliarden Hilfsgeldern, die nach Gaza geflossen sind, ein zweites Singapur errichtet werden können.“
Die Solidaritätsbekundungen, die nach dem 7. Oktober in vielen Kirchengemeinden geäußert wurden, seien leider schnell verstummt. „Beten wir noch für die Freilassung der Geiseln oder sind wir gleichgültig geworden?“, mahnte Gottfried Bühler. Israel müsse sich inzwischen an sieben Fronten verteidigen. „Aber überall wird die altbekannte Israelkritik wieder laut.“ In vielen Medien finde man eine gefährliche Version des Antisemitismus. „Demonstrationen gegen rechts kann man nur ernstnehmen, wenn damit ein eindeutiges Bekenntnis zu Israel und dem jüdischen Volk einhergeht“, betonte Gottfried Bühler. Heute trage jeder, ob jung oder alt, eine Verantwortung für den steigenden Antisemitismus weltweit, mahnte Fanny Ben-Ami: „Jeder ist gefordert, seine Stimme zu erheben!“
Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) sprach den Antisemitismus auf deutschen Straßen an. „Diese Pro-Palästinenser-Demonstrationen sind keine Pro-Palästinenser-Demonstrationen, sondern Pro-Hamas-Demonstrationen“, stellte Kashi klar: „Wenn man hört, was die Leute dort sagen, merkt man, wie schlimm es mit dem Antisemitismus in Deutschland geworden ist.“
Die Stuttgarter Schulpräsidentin Claudia Rugart bestätigte, dass sich viele Juden in Deutschland nicht mehr sicher fühlen. Aus Angst um ihr Kind geben jüdische Eltern die Religionszugehörigkeit bei der Schulanmeldung nicht mehr an und jüdische Studenten besuchen Kurse teilweise nur noch online, nennt Claudia Rugart Beispiele.
Grußworte sprach Sharon Buenos aus Israel, Direktorin der Bildungsinitiative Zikaron BaSalon. ICEJ-Geschäftsführer Stephan Lehnert und Gebetskoordinator Christoph Scharnweber hielten Reden bei der Kranzniederlegung. Kantor Nathan Goldmann sang das hebräische Totengebet „El male rachamim“ (Gott voller Erbarmen) für die Holocaustopfer. Die Gedenkveranstaltung endete mit der israelischen Nationalhymne „HaTikwa“, gesungen von Stevenson Pierre. Musikalisch wurde der Abend außerdem sehr gelungen von Pianist Friedemann Meussling und einem Streichquartett unter der Leitung von Adelheid Abt begleitet.
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