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Alijah: “Für uns gibt es in Frankreich keine Zukunft”

Alijah: "Für uns gibt es in Frankreich keine Zukunft"

Antisemitismus und Alijah
Howard Flower, ICEJ Alijah-Direktor und Marelinke van der Riet
eine Gruppe von menschen auf einer Treppe vor einer Flughafenhalle. Sie winken mit Israel Fähnchen in der Hand

Die Lage der Juden in Frankreich ist dramatisch. Oberrabbiner Moshe Sebbag fordert alle jungen Juden auf, das Land zu verlassen und nach Israel zu ziehen. Die ICEJ hilft.

Vereint im Judenhass

In Frankreich herrscht eine massive antijüdische Stimmung, geschürt von großen propalästinensischen Demonstrationen. Zum muslimisch-motivierten Judenhass gesellt sich radikaler linker Antisemitismus. Die überraschenden Erfolge, die antisemitische linke Parteien bei der jüngsten Wahl erzielten, raubten nun vielen französischen Juden die letzte Hoffnung, dass sich in Frankreich noch irgendetwas zum Positiven wenden könnte. Auf der Wahlparty einer linksextremen Partei wurde zur Feier des Wahlsiegs sogar ganz offen die palästinensische Fahne geschwenkt.

Die Folgen waren unmittelbar spürbar: Innerhalb von 48 Stunden nach der Wahl verzeichnete die für Alijah (jüdische Einwanderung in Israel) zuständige Jewish Agency in Paris einen dramatischen Anstieg bei eingereichten Einwanderungsanträgen. „Für Juden gibt es in Frankreich keine Zukunft mehr. Das ist heute offensichtlich“, urteilte Oberrabbiner Moshe Sebbag von der Großen Synagoge von Paris. Seine klare Botschaft lautet: „Ich empfehle allen jungen Menschen, nach Israel zu gehen, um in einem sichereren Land zu leben.“

Alijah nach Israel

Die Entwicklung in Frankreich sollte jeden Christen alarmieren und zum Handeln zwingen – auch außerhalb der Grande Nation. Schon vor dem Terrorüberfall der Hamas am 7. Oktober gab es in Frankreich viele antisemitische Angriffe. Seither jedoch explodiert der Judenhass förmlich: Statistiken verzeichnen eine Zunahme antisemitischer Angriffe um bis zu 1.100 Prozent. In öffentlichen Schulen sind jüdische Schüler praktisch täglich körperlichen Misshandlungen und bösartigen Beleidigungen ausgesetzt, die zumeist von muslimischen Mitschülern ausgehen. Den Wechsel in teure Privatschulen, wo der Anteil muslimischer Schüler niedriger wäre, können sich nur wenige Familien leisten.

„Knapp 70 Prozent der französischen Juden geben an, sich nicht sicher zu fühlen und deshalb nach Auswanderungsmöglichkeiten zu suchen“, weiß Ariel Kandel, Leiter einer Dachorganisation für französische Einwanderer in Israel. „In der Vergangenheit waren auch die USA und Kanada eine Option. Aber dort hat sich die Situation für Juden seit dem 7. Oktober ebenfalls negativ verändert.“ Diese Entwicklung mache vielen Juden bewusst, dass tatsächlich nur Israel die wahre Heimat des jüdischen Volkes ist. „Die Menschen sind auf der Suche nach Zugehörigkeit – und Israel bietet ihnen das“, so Kandel.

Alijah: Flucht aus Frankreich

In ihrer Prognose für 2024 ging die Jewish Agency von 3.000 bis 3.500 französischen Olim (Neueinwanderer) aus. Schon dies wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber den 1.100 Olim von 2023 gewesen. Doch nach den beunruhigenden Wahlergebnissen wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Studien zeigen, dass inzwischen knapp 40 Prozent der französischen Juden eine Alijah in Erwägung ziehen, was etwa 200.000 Menschen entspricht. Kandel merkt an, dass bis zu 60.000 französische Juden bereit wären, sofort nach Israel zu ziehen. Zumeist fehlt es jedoch an den notwendigen finanziellen Mitteln. Denn viele jüdische Familie sind Nachkommen der 300.000 sephardischen Juden, die Mitte der 50er Jahre größtenteils mittellos aus den einstigen nordafrikanischen Kolonien nach Frankreich kamen, aus Algerien, Tunesien und Marokko – schon damals auf der Flucht vor arabischem Antisemitismus.

Im Jahr 2024 konnte die ICEJ bis August rund 200 jüdischen Einwanderern aus Frankreich die Alijah finanzieren. Mindestens 100 weiteren französischen Juden möchte die ICEJ bis Ende der Herbstsaison die Alijah ermöglichen.

Sorgenland Südafrika

Besonders brisant ist die Situation aktuell auch für Juden in Südafrika. Die vielen Probleme, mit denen dieses Land zu kämpfen hat, von Stromausfällen, wirtschaftlicher Instabilität bis zur explodierenden Kriminalität, entladen sich in einem wachsenden Antisemitismus. Entsprechend groß ist auch hier das Interesse der jüdischen Gemeinschaft an Alijah-Möglichkeiten. Die ICEJ möchte dieses Jahr wenigstens 40 Plätze für jüdische Familien aus Südafrika finanzieren.

13 südafrikanische Juden konnten bereits im August mit Alijah-Flügen nach Israel gebracht werden, die von der ICEJ gesponsert wurden. Die Gruppe war erfüllt von Dankbarkeit, endlich in einem Land leben zu können, in dem man sich als Jude frei bewegen kann – trotz drohender Kriegsgefahr.

Bitte unterstützen Sie jüdische Einwanderer. Herzlichen Dank!

(Foto: Französische Einwanderer am Ben Gurion Flughafen in Israel)

 

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