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Das Zivilschutz-Team von Be'eri war die erste Gruppe, die auf der Therapie-Farm aufgenommen wurde. Dies ist ihre Geschichte.
Be'eri war ein Kibbuz für Idealisten. Hier lebte noch die ursprüngliche sozialistische Idee. Alle Einnahmen wurden geteilt. Es gab kein Eigentum. Die Bewohner waren als Friedensaktivisten bekannt, regierungskritisch, meist politisch links, und kämpften für palästinensische Anliegen. An Raketen aus dem Gazastreifen war man gewöhnt. Aber niemand rechnete mit einem Überfall.
15 Bewohner gehörten zum Zivilschutz von Be'eri. Sechs waren am 7. Oktober 2023 abwesend – sie feierten Junggesellenabschied. So bestand das Team am Tag des Massakers nur aus neun Mann. Neun Mann für die Verteidigung von 1250 Menschen.
Im friedliebenden Kibbuz gab es nur ein paar veraltete Waffen, die in einem abgesperrten Sicherheitsraum lagerten. Lediglich zwei Kibbuz-Bewohner besaßen einen Schlüssel. Beide wurden auf dem Weg zum Sicherheitsraum ermordet. Von den übrigen sieben Verteidigern massakrierten die Terroristen weitere drei. Die Terroristen gingen von Haus zu Haus, vergewaltigten, schnitten Köpfe und Gliedmaße ab, verbrannten und folterten 116 Bewohner grausam zu Tode. Zu den Opfern gehört die international bekannte Friedensaktivistin Vivian Silver. Man fand ihre Zähne in einem Haufen Asche. 30 Männer, Frauen und Kinder wurden verschleppt.
Die Überlebenden des Sicherheitsteams waren seelisch zerbrochen, unfähig ins Leben zurückzukehren. Deshalb finanzierte die ICEJ dem Team einen Aufenthalt auf der Therapie-Farm.
Abseits der Welt arbeiteten die Betroffenen auf den Feldern, pflanzten Bäume, hüteten Schafe, begleitet von professionellen Therapeuten. Abends am Lagerfeuer öffneten sich die Überlebenden. Sie sprachen 15 Minuten über das, was passiert war. Und vier Stunden darüber, dass sie sich schuldig fühlen. Wieder und wieder.
Bis die Seele langsam zur Ruhe kam und sie bereit waren. Für ein Weiterleben.
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