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Viele Familien, die nach dem 7. Oktober aus den Terrorzonen evakuiert wurden, leben bis heute in Notunterkünften, zumeist in Hotelzimmern. Für sie stellt die ICEJ in Maale HaChamisha ein Zelt als Jugendtreff zur Verfügung - eine kleine Maßnahme, die den Familien aber viel bedeutet.
Es gibt keinen Platz für Privatsphäre, keinen Rückzugsort für Eltern oder Kinder. Neben der Enge lähmen Trauma und Trauer die evakuierten Familien, die aus den überfallenen Kibbuzim stammen oder vor dem anhaltenden Raketenterror aus ihren Heimatorten fliehen mussten. Sie trauern um ermordete Angehörige und Freunde.
Für die evakuierten Kinder und Jugendlichen ist seit dem 7. Oktober auch kein normaler Schulunterricht mehr möglich, es gibt keinen festen Tagesablauf. Die Jugendlichen sind sich selbst überlassen. Dazu kommt die große Ungewissheit: Die meisten Familien wissen nicht, wann sie die Notunterkünfte verlassen können. Und wo sie dann wohnen werden.
In dieser bedrückenden Stimmung ist das Zelt der ICEJ zu einer kleinen Oase für die Teenager geworden. Hier darf man lachen. Spaß haben, jung sein. Leben. Man kann mit Gleichaltrigen abhängen. Oft entwickeln sich dann tiefgehende, seelsorgerische Gespräche. Die Jugendlichen lieben den neuen Jugendtreff – auch für die Eltern wird der Alltag durch das Zelt leichter.
50 bis 80 evakuierte Jugendliche aus Südisrael werden täglich im ICEJ-Zelt betreut, unterstützt von geschultem Personal. Nati, eine israelische Sozialarbeiterin, erzählt von den Sorgen um die emotionale und psychische Gesundheit der Teenager. Werden sie weiter sich selbst überlassen, könnten sich problematische Verhaltensweisen entwickeln und verfestigen. „Wir bieten deshalb Traumaberatung und Aktivitäten an“, berichtet Nati.
Derzeit gibt es etwa 12.000 evakuierte israelische Jugendliche, die als „gefährdet“ gelten – was bedeutet, dass sie die Schule abbrechen könnten oder anfällig für Drogenkonsum sind. In jedem Hotel, in dem evakuierte Familien untergebracht sind, stehen zwar Therapeuten und Sozialarbeiter bereit – doch die können sich aus zeitlichen Gründen meist nur um die Bedürfnisse der Erwachsenen kümmern.
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