MENÜ

Die Hisbollah greift Israel vom Libanon aus immer wieder mit Raketen an. Fast täglich heulen die Sirenen. Viele Ortschaften in Norden Israels sind deshalb seit Monaten evakuiert. Ein Solidaritätsbesuch in der besonders schwer betroffenen Stadt Shlomi.
Als wir in Shlomi ankommen, ist es zunächst ruhig – bis wir das Donnern der nahen Artilleriegeschosse hören. In Shlomi leben rund 9.000 Einwohner direkt unterhalb der Kammlinie, die Israel vom Libanon trennt. Die Stadt reicht bis 150 Meter an den Grenzzaun heran. Unmittelbar dahinter beginnt bereits der Machtbereich der Terrormiliz Hisbollah.
Wir dachten, Shlomi wäre längst eine Geisterstadt – nach mehreren Monaten intensiver Artilleriegefechte zwischen israelischer Armee (IDF) und Hisbollah in unmittelbarer Nähe. Doch wir sehen zahlreiche Einheimische. Zivile Autos fahren durch die Straßen. Sogar einige Kinder spielen im Freien, als wir am Gemeindehaus ankommen.
Bürgermeister Gabriel Na'aman bedankt sich bei der ICEJ für die Renovierung von 73 alten unterirdischen Bunkeranlagen und die Aufstellung von neun mobilen Schutzbunkern, die dank großzügiger Spenden während der letzten Monate finanziert werden konnten. Die meis-ten Einwohner von Shlomi wurden zu Beginn des Kriegs evakuiert, berichtet der Bürgermeister. Aber 700 Einwohner kehrten zurück, um wichtige Betriebe weiterzuführen. „Das ist nur möglich dank der von Ihnen bereitgestellten Schutzräume“, ergänzt Na'aman.
Bereits im April 2023 – am ersten Tag des Pessachfests – wurde Shlomi von einem Raketenhagel aus dem Libanon überrascht, der in der Stadt Panik aufkommen ließ, weil es nicht genügend Schutzräume gab und sich die vorhandenen Schutzräume in einem sehr schlechten Zustand befanden. Die ICEJ reagierte schnell, lieferte mobile Schutzbunker nach Shlomi und begann mit der Renovierung aller 73 Schutzräume der Stadt. Die Hisbollah verfügt über wesentlich mehr Raketen als die Hamas und nutzt zudem seit einigen Wochen iranische Hightech-Raketen, die kaum geortet werden können.
Wir besuchen auch Ma'alot-Tarshiha, eine einzigartige Gemeinde mit 22.000 Einwohnern, die sieben Kilometer von der Grenze entfernt liegt und aus zwei aneinandergrenzenden Städten besteht – einer jüdischen und einer arabischen. Die ICEJ hilft der Gemeinde, 67 Schutzbunker zu renovieren, davon sind 41 bereits fertiggestellt oder kurz vor der Fertigstellung.
Bei unserem Besuch werden uns mehrere renovierte und noch nicht renovierte Bunker gezeigt. Man riecht den Unterschied: In den nicht renovierten Bunkern stinkt es penetrant nach Schimmel und Abwasser. Es ist unmöglich, sich dort auch nur ein paar Minuten aufzuhalten, geschweige denn tagelang bei schwerem Beschuss. Die renovierten Bunker muffeln nicht. Sie sind mit neuen Wasserpumpen, Ventilatoren und Klimaanlagen ausgestattet sowie mit neuen Toiletten, Waschbecken und Duschen.
In den letzten 15 Jahren finanzierte die ICEJ über 200 mobile Bunker für gefährdete israelische Gemeinden, davon rund 50 entlang der Nordgrenze. Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren rund 125 unterirdische Schutzräume in ganz Israel gebaut oder renoviert.
Teile diesen Beitrag:
Wie geht es dem Kibbuz Be’eri rund zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Terrorüberfall durch Palästinenser aus dem Gazastreifen? Ein Besuch vor Ort.
Wie geht es dem Kibbuz Be’eri rund zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Terrorüberfall durch Palästin...
Trotz Kriegsgefahr wandern unvermindert Juden nach Israel ein – eine Folge des weltweit wachsenden Antisemitismus. Die ICEJ unterstützt die jüdischen Migranten.
Trotz Kriegsgefahr wandern unvermindert Juden nach Israel ein – eine Folge des weltweit wachsenden Antis...
Es war ein schwerer Frühling für die Bewohner unseres Heims für Holocaustüberlebende in Haifa. Ständig waren sie Raketenangriffen aus dem Iran und dem Libanon ausgesetzt – bis heute.
Es war ein schwerer Frühling für die Bewohner unseres Heims für Holocaustüberlebende in Haifa. Ständig w...
Unser ICEJ-Team in Israel reiste auch während des Iran-Kriegs durch das Land, um auf dringende Hilfsanfragen zu reagieren.
Unser ICEJ-Team in Israel reiste auch während des Iran-Kriegs durch das Land, um auf dringende Hilfsanfr...
Wir haben Notfallausrüstung für ehrenamtliche Ersthelfer angeschafft, darunter Schutzhelme und -westen sowie Funkgeräte.
Wir haben Notfallausrüstung für ehrenamtliche Ersthelfer angeschafft, darunter Schutzhelme und -westen s...