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ICEJ hilft Bildungslücken schließen

Athiopisch-jüdische Neueinwanderer
David R. Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident
junge Menschen sitzen an ihren PCs an zwei Tischen und lächeln. Sie haben dunkle Hautfarbe

Die Rückkehr der äthiopischen Juden nach Israel entwickelt sich langsam zu einer echten Erfolgsgeschichte. Immer mehr äthiopische Israelis finden ihren Platz in Israels moderner Hightech-Gesellschaft. Dies forderte enorm viel Entschlossenheit und Einsatz von den äthiopischen Neueinwanderern. Die ICEJ sponsert Alijah-Flüge, hilft aber auch mit vielen Maßnahmen und Projekten bei ihrer Integration in Israel.

Äthiopische Alijah

In den letzten Jahrzehnten hat Israel mehr als 90.000 äthiopische Juden zurück ins Gelobte Land gebracht. Weitere etwa 60.000 sind hier im Land geboren. 2021, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, kamen weitere 2.000 äthiopische Juden nach Israel und in diesem Jahr plant Israel angesichts des schwelenden Bürgerkriegs und der drohenden Hungersnot in Äthiopien ab dem Frühjahr weitere 3.000 äthiopische Juden einzufliegen.

Seit die israelische Regierung 2015 die Wiederaufnahme der äthiopischen Alijah beschloss, hat die ICEJ die Flüge für 2.590 äthiopischer Juden übernehmen können – etwa die Hälfte der seitdem aus Äthiopien Eingewanderten. Wenn wir genügend Spenden erhalten, wollen wir im Laufe der anstehenden Evakuierung hunderte weitere sponsern. Neben der Übernahme der Flugkosten für diese Neueinwanderer ist es genauso wichtig, sie beim Einleben und bei der Integration zu unterstützen. Diese Phase dauert bei ihnen oft viel länger als bei den meisten anderen Einwanderern. Aus diesem Grund hat die ICEJ im letzten Jahrzehnt die Unterstützung für äthiopische Neuankömmlinge ausgeweitet, indem wir für sie Integrations-Projekte sponsern.

Erfüllte Träume

Als ICEJ haben wir die einzigartige Möglichkeit, ihnen zu helfen, sich schneller in Israel zurechtzufinden. Amira Ahronoviz, Direktorin der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), hielt vor Kurzem vor Unterstützern der äthiopischen Alijah einen Vortrag, in der sie eine Beobachtung beschrieb, die sehr hoffnungsvoll stimmt. „Für äthiopische Juden erfüllt sich der Traum, das Gelobte Land zu erreichen, in dem Moment, in dem sie in Israel landen. Sie küssen den Boden, brechen in Tränen aus – und wir freuen uns mit ihnen“, erklärte sie. „Aber die wirkliche Arbeit beginnt erst, nachdem sie im Flughafen eingetroffen sind. Sie kämpfen mit Herausforderungen wie riesigen Bildungslücken und einer enormen Sprachbarriere. Ihnen fehlen Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie für einen guten Arbeitsplatz auf dem israelischen Arbeitsmarkt benötigen. Wegen dieser Lücken dürfen äthiopische Neueinwanderer – als einzige Einwanderungsgruppe – zwei statt wie üblich ein Jahr kostenlos in den Integrationszentren wohnen.“

Bessere Zukunftsperspektive

Dann wies sie auf eine interessante Veränderung hin, die sie für die heutigen Neueinwanderer, anders als für die vorangegangenen, optimistisch stimmt. „Familien, die jetzt einwandern – 2.000 vom letzten Jahr und 3.000, die dieses Jahr kommen sollen – haben lange in einer eher städtischen Umgebung gelebt“, sagte Ahronoviz. „Sie haben ihre ländlichen Dörfer vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen und viele der Kinder und jungen Erwachsenen sind in einer städtischen Umgebung großgeworden.“ Sie fuhr fort: „Viele von ihnen sind zur Schule gegangen, oder haben eine andere Art formeller Bildung erhalten. Sie waren Technologie und dem modernen Leben mehr ausgesetzt als ihre Eltern. In Israel angekommen, können sie sich besser in einer westlichen Gesellschaft zurechtfinden. Zum Beispiel haben inzwischen mehr als 100 Bewohner unserer Integrationszentren einen Universitätsabschluss. Mehr als 500 gingen 12 Jahre zur Schule. Das ist phänomenal, denn das beschleunigt ihre Integration in Israel enorm. In einigen Berufsausbildungskursen dachten wir, höchstens 20 Personen würden sich für Computerkurse anmelden. Aber dann gab es 80 Teilnehmer. Das ist fantastisch! So viele Interessenten hatten wir noch nie.“

Förderprogramm

Die gute Nachricht ist, dass viele der kürzlich neu eingewanderten äthiopischen Juden bereits Computer-Grundkenntnisse haben, die ihnen bei der Eingewöhnung in Israel nützen. Aber dennoch gibt es viele, die sich keinen Computer leisten können oder sich ein älteres Modell mit anderen Familienmitgliedern teilen müssen. Andere müssen zunächst noch ihren Schulabschluss machen, bevor sie sich an israelischen Universitäten oder für Ausbildungsprogramme einschreiben können. Um ihnen zu helfen, sponsert die ICEJ ein besonderes Programm: Etwa 25 junge Neueinwanderer mit acht bis elf Jahren Schulbildung können in neun Monaten ihren Schulabschluss machen. Unter anderem unterstützen wir sie mit Computern, die sie für diesen Kurs benötigen.

„Wieder einmal ist die ICEJ richtungsweisend mit einem Spitzenprogramm für äthiopische Neueinwanderer“, sagte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales. „Diese jungen Schüler benötigen Computer und andere Unterstützung, damit sie die Bildungslücken schließen und sich erfolgreich integrieren können. Während wir darauf warten, dass die nächsten Alijah-Flüge aus Äthiopien eintreffen, nutzen wir die Gelegenheit, den vor Kurzem eingewanderten äthiopischen Schülern zu helfen, sich rasch in Israel einzuleben und zurechtzufinden.“

Bitte helfen Sie mit, dass die Rückkehr der äthiopischen Juden nach Israel zu einer wahren Erfolgsgeschichte wird. Neben Alijah-Flügen sponsern wir Bildungsangebote und Computer, damit sie sich schnell in Israel einleben.

(Foto: ICEJ, Computerkurse für junge äthiopisch-jüdische Israelis)

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