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In landwirtschaftlichen Betrieben nahe dem Gazastreifen in Südisrael brauchen die Menschen neben Wasser ebenso dringend Schutz. Im Falle eines Raketenangriffs aus Gaza bleiben ihnen nur acht Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Deshalb lieferte die ICEJ kürzlich zwei Schutzbunker an eine Tomatenfarm in der Gegend.
Auf der Farm werden bereits seit Jahrzehnten leckere israelische Kirschtomaten angebaut. Wie in vielen israelischen Landwirtschaftsbetrieben arbeiten hier viele Thailänder, die eine eigene kleine Gemeinschaft bilden. Aufgrund eines Kooperationsprogramms zwischen Israel und Thailand arbeiten rund 25.000 thailändische Helfer ein paar Jahre in Israel, hauptsächlich in der Landwirtschaft. Mit ihrem Verdienst (1.300-1.600€/Monat) können sie ihre Familien im wirtschaftlich armen Nordosten Thailands (Verdienst ca. 200€/Monat) unterstützen.

Dank der Spenden von Christen aus Deutschland und Kanada konnte die ICEJ die beiden Schutzbunker neben dem Betrieb und den Wohnquartieren der Arbeiter aufstellen. „Die beiden Bunker sind Teil einer Vereinbarung mit dem Verteidigungsministerium: Die ICEJ liefert zehn Schutzbunker für landwirtschaftliche Betriebe in der Eschkol-Region nahe der gefährlichen Gaza-Grenze und die Regierung gibt zehn weitere Bunker dazu“, erklärte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales. „Wir beschäftigen 55 Helfer aus Thailand”, berichtete Farm-Mitarbeiter Sigal. „Unsere Arbeiter wohnen nahe dem Verpackungsbereich. Mit den Schutzbunkern fühlen sie sich jetzt viel sicherer.“ Auch für die Gewächshäuser werden noch Schutzbunker benötigt. „Die Gefahr ist sehr real“, sagte Sigal ernst.
Das wurde im Mai 2021 erneut deutlich, als die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas innerhalb von elf Tagen mehr als 4.300 Raketen und Mörsergranaten auf Israel feuerte. Obwohl Israels Raketenabwehrsystem die meisten Geschosse abfangen konnte, starben ein Soldat und zwölf Zivilisten durch die Angriffe, darunter zwei thailändische Arbeiter, andere wurden verletzt. „Die Raketen flogen den Arbeitern im Verpackungsbereich buchstäblich über die Köpfe“, erklärte Sigal. „Mehrere heftige Raketeneinschläge beschädigten Nachbarhäuser.“ Die Arbeiter waren in Panik. „Wenn die Sirene schrillt, bleiben nur acht Sekunden, um Schutz zu finden – nicht jedem gelingt das.“ Manche Arbeiter brauchten wegen ihrer Angstzustände psychologische Betreuung.
„Es hört nie auf. Jeder plötzliche Knall kann eine Panikattacke auslösen. Wir leben immer mit der Angst“, erklärte ein anderer Mitarbeiter. „Deshalb sind die Schutzbunker so wichtig. Zu wissen, dass wir uns bei Alarm dorthin flüchten können, hilft. Aber es ist unmöglich, sich daran zu gewöhnen. Vielen Dank für die Bunker, das bedeutet uns viel. Es tut gut zu wissen, dass uns weltweit Menschen beistehen und unsere Lage verbessern. Bitte betet mit uns für ruhige, friedvolle Tage und Jahre.”
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