MENÜ

Leben an der Frontlinie des Terrors

45 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Welt besuchen zwei von Israels gefährdetsten Regionen, Eschkol und Scha’ar HaNegev.
Ester Heinzmann
ICEJ Logo blau auf weiß

Während des Laubhüttenfests ergriffen 45 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Welt die Gelegenheit, zwei von Israels gefährdetsten Regionen, Eschkol und Scha’ar HaNegev, zu besuchen. Diese Regionen grenzen an den von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen, aus dem Terroristen regelmäßig Raketen und Mörsergranaten auf israelische Ortschaften abfeuern. Mit entzündbaren oder explosiven Präparaten ausgestattete Terrorballons werden ebenfalls über die Grenze geschickt und setzten schon ganze Landstriche in Südisrael in Brand. Licht der Hoffnung inmitten der Finsternis.

In Begleitung von Nicole Yoder, Leiterin der ICEJ-Sozialabteilung, und Rabbi Shmuel Bowman, Direktor von Operation Lifeshield, mit dem die ICEJ gemeinsam zahlreiche transportable Bunker in betroffenen Gebieten aufgestellt hat, besuchten wir einen Karate-Club im Kibbuz Magen. Hier, ca. vier Kilometer von der Gaza-Grenze entfernt, lernen Kinder schon im Alter von vier Jahren, sich mit ihrem Körper zu verteidigen. Da diese Art der Selbstverteidigung nicht vor Raketen aus Gaza schützt, haben die Kinder seit Kurzem auch Zugang zu einem bombensicheren Bunker direkt vor dem Gebäude, dank einer großzügigen Spende der ICEJ Schweiz. „Ich bin tief bewegt, dass wir die jüdische Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe zu ihren Feinden lebt, ermutigen können. Wir helfen ihnen, sich sicher zu fühlen“, meinte Lucie Karlus, eine Reiseteilnehmerin aus Tschechien, angesichts der Hilfe, die die ICEJ vor Ort leistet.

Nachdem Sicherheitskräfte verschiedener Kibbuzim uns ein geländegängiges Löschfahrzeug vorgeführt hatten, mit dem von Feuerballons ausgelöste Brände gelöscht werden können, informierte uns Ilan Isaacson, Sicherheitschef der Eschkol-Region, über die aktuelle Lage im Grenzgebiet. Wir standen in der Nähe der Grenze mit Blick auf Khan Yunis, die zweitgrößte Stadt im Gazastreifen. Ilans Worten spürten wir sein Mitleid für die Menschen in Gaza ab, die in Geiselhaft der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad leben, und auch seine Hoffnung, dass sich eines Tages Israelis und Palästinenser wieder gegenseitig besuchen können - wie sie es in der Vergangenheit getan hatten. Paul Coulter aus Irland fasste es so zusammen: „Es ist sehr beeindruckend, dass die Menschen in dieser Region sich ‚süße‘ Herzen bewahrt haben. Sie zeigen keinerlei Bitterkeit, stattdessen empfinden sie sogar Mitleid für die Menschen in Gaza.“ Während wir Ilans Worten lauschten, traf die Meldung ein, dass ein Feuerballon im Kibbuz Magen, den wir vor wenigen Minuten besucht hatten, gelandet sei.

Das andauernde Trauma mildern

Unseren letzten Halt machten wir in Hetz Schachor, wo wir 800 Meter vom Gazastreifen entfernt den stellvertretenden Sicherheitschef der Scha’ar HaNegev Region kennenlernen durften. Er erläuterte uns, wie die lokale Bevölkerung sich einsetzt, wie Trauma-Behandlungen durchgeführt und Programme entwickelt werden, die die Widerstandskraft der Menschen stärken. Ihre größte Herausforderung sei nicht der Raketenterror, sondern die Tatsache, dass das Trauma der Bevölkerung andauert. Seit Terroristen Anfang 2001 die ersten Raketen feuerten, hat es keine Rückkehr zum Normalzustand gegeben. Eine ganze Generation von Kindern ist unter ständigem Raketenbeschuss aufgewachsen. Die Menschen leiden unter schlaflosen Nächten, Depressionen und durchleben ihr Trauma wieder und wieder, ohne damit abschließen zu können. Wir erfuhren, dass trotz allem Israelis aus allen Teilen des Landes in die betroffene Region ziehen und dass die Bevölkerung stetig wächst. Viele werden von einer tiefen Liebe zum Land und wegen des starken Gemeinschaftsgefühls, das hier so spürbar ist, angezogen. „Ich bin beeindruckt von der Widerstandskraft der Menschen hier. Es wäre einfach, wegzuziehen, aber sie bleiben“, meinte Petra Winter aus Deutschland.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

kleine Kinder spielen zusammen auf dem Boden

Angst in den eigenen vier Wänden

In den abgelegenen Beduinengemeinden im Süden Israels haben die meisten Familien keinen Zugang zu geeigneten Schutzräumen. Sie sind den iranischen Raketen deshalb besonders ausgeliefert.

In den abgelegenen Beduinengemeinden im Süden Israels haben die meisten Familien keinen Zugang zu geeign...

drei jüngere menschen stehen vor weiteren personen, die auf Stühlen im Freien sitzen. Im Hintergrund sind Palnen zu sehen

Unterricht im Gewächshaus

Gottfried Bühler und Stephan Lehnert besuchten mit Teilnehmern der Pastorenkonferenz “Envision” die Agrarschule in Sde Nitzan, die ökologische Landwirtschaft auf hochtechnologischem Niveau entwickelt.

 

Gottfried Bühler und Stephan Lehnert besuchten mit Teilnehmern der Pastorenkonferenz "Envision" die Agra...

eine ältere Fotografie einer Mutter mit ihrem Kleinkind auf dem Arm

Heilung – auch für die Enkel

Das Trauma des Holocaust ist tief in die Seelen der Überlebenden eingegraben. Im Haifa-Heim erleben wir diese Realität jeden Tag. Aber wir erleben auch, wie Heilung geschieht.

Das Trauma des Holocaust ist tief in die Seelen der Überlebenden eingegraben. Im Haifa-Heim erleben wir ...

Mehrere Soicherheitskräfte und Einsatzpersonen in einer engen Straße begutachten ein großes beschädigtes Metallteilam Boden.

Massiver Raketenbeschuss

Unsere Holocaustüberlebenden mussten seit Beginn des Iran-Kriegs und der neuen Angriffe aus dem Libanon erneut unzählige Raketenalarme ertragen. Viele schaffen es nicht rechtzeitig in die Schutzbunker und durchleiden sehr beängstigende und traumatisierende Stunden.

Unsere Holocaustüberlebenden mussten seit Beginn des Iran-Kriegs und der neuen Angriffe aus dem Libanon ...

eine alte und eine jüngere Frau sitzen auf einem Sofa. Gegenüber ein Mann. Sie schauenzur alten Dame rüber

Die ICEJ verteilt Pessach Pakete an jüdische Familien, trotz des Krieges

Trotz der häufigen Unterbrechungen, in denen man Schutz vor eintreffenden iranischen Raketen sucht, hat das ICEJ-Hilfs-Team in den vergangenen Wochen mit Freude Pessach-Geschenke und Lebensmittelgutscheine an Hunderte bedürftiger jüdischer Familien in ganz Israel verteilt.

Trotz der häufigen Unterbrechungen, in denen man Schutz vor eintreffenden iranischen Raketen sucht, hat ...

Vier Frauen mit orangenfarbener Warnweste schöpfen von einem Buffet Essen in Aluminiumschälchen. Sie lächeln in die Kamera

Helfen Sie - In einer Zeit wie dieser!

Seit über 40 Jahren überzieht das iranische Mullah-Regime die Welt mit Terror, kündigt die Auslöschung des jüdischen Volks an, unterdrückt und massakriert das eigene Volk.

Seit über 40 Jahren überzieht das iranische Mullah-Regime die Welt mit Terror, kündigt die Auslöschung d...