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Eine Farm im Nirgendwo. Die unbefestigte Straße hierher ist für den Bus der Solidaritätsdelegation kaum zu bewältigen. An diesem abgelegenen Ort unterstützt die ICEJ ein neues Projekt zur Traumabewältigung.
Schafe dösen träge in der Sonne. Sanft streicht der Wind über die Hügel. Und es riecht verführerisch nach Pizza. Jugendliche haben für die Gäste ein Mittagessen vorbereitet und gebacken. Gegessen wird in einer Holzhütte. Die freundlichen Jugendlichen gelten als sozial gefährdet. Die Farm ist Zufluchtsort und Therapie zugleich. „Wir vermitteln ihnen Strukturen und Regeln, vor allem aber Wertschätzung und Selbstvertrauen“, schmunzelt Nir, der Gründer der Farm – „streng, aber liebevoll.“ Geschlafen wird in Zelten, es gibt Plumpsklos. Die Jugendlichen haben die Freiheit zu gehen. Aber sie bleiben.
Nir war Kampfpilot und Atheist. Bis ein palästinensischer Terrorist in eine Bar in Tel Aviv stürmte und seinen besten Freund neben ihm mit Kugeln niedermähte. Nir konnte nicht helfen. Es gelang ihm, in die Küche zu robben. Er hörte die Schüsse, sah sein Leben an sich vorüberziehen. Und dann begegnete ihm Gott, dort auf dem Küchenboden. „Er sagte zu mir: Du bist nicht auf dem richtigen Weg“, erzählt der Jude den Christen. „In diesem Moment wurde ich ein Gläubiger.“
Nir gründete die Therapiefarm für 14- bis 18-Jährige. „Ich mache hier, was Gott mir gesagt hat zu tun“, sagt Nir. Vor einem Jahr legte Gott ihm aufs Herz, die Farm für traumatisierte Erwachsene zu öffnen, für Rettungskräfte und Ersthelfer. Nir wollte das Projekt langsam aufbauen. Doch dann kam der 7. Oktober. „Da mussten wir sofort Hilfe anbieten.“ Die Farm finanziert sich weitgehend selbst. Das Konzept für die Trauma-Therapie stand bereits, doch für die neuen Plätze fehlte das Geld. Deshalb wurde die ICEJ um Hilfe gebeten. „Ich kann nicht mit Worten ausdrücken, was Eure Unterstützung für uns bedeutet“, dankte Nir den Christen.
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