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Vor zwei Jahrzehnten wurde in Österreich eine Zweigstelle der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem gegründet. Die Früchte dieser Pionierarbeit sind heute in einer wachsenden Zahl an Gläubigen und Gemeinden sichtbar, bei denen das jüdische Erbe des Christentums und die heilsgeschichtliche Bedeutung der Rückkehr der Juden nach Israel mit großem Interesse wahrgenommen werden.
Am 15. Juni 2003 sprach Dr. Jürgen Bühler zum Thema „Neue Herausforderungen für Israel und die Gemeinde“ erstmals in Österreich. Dieser Veranstaltung in Linz folgten weitere Gespräche, deren Ergebnis schließlich zur Gründung des österreichischen Zweiges der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem unter der Leitung von Karl Klanner führte. Nach der behördlichen Genehmigung der Vereinsstatuten im Dezember 2003 fanden sich am 3. April 2004 rund 350 Gäste aus ganz Österreich zu einer offiziellen Eröffnungsfeier im Wiener Austria Center ein.
Von Anfang an konnten in allen Bundesländern im Rahmen von Vortragsrundreisen viele Menschen mit der Botschaft der ICEJ erreicht werden. Als Referenten kamen Michael Utterback, Dr. Jürgen Bühler, Doron Schneider, Rev. Malcolm Hedding, Werner Oder, Juha Ketola, Barry Denison, Dr. Mojmir Kallus und Christoph Scharnweber. Sie wiesen in Israel-Veranstaltungen und Gottesdiensten immer wieder auf die bleibende biblische Bedeutung und Berufung des jüdischen Volkes hin und vermittelten zudem eine ausgewogene Sicht über die Vorgänge in Israel sowie im Nahen Osten. Rund 1100 Israelfreunde besuchten die zwei Aufführungen des Musicals „Der Bund“ in Linz (2005) und Wien (2006), in dem die Geschichte des jüdischen Volkes von Abraham, den Königen und Propheten, über Jesus und die Zeit der Diaspora, den Holocaust bis zur Wieder-entstehung des modernen Staates Israel dargestellt wurde.
Ein besonderes Ereignis in der Geschichte des österreichischen Zweiges war der „Christustag“ in Linz, der am Pfingstmontag 2015 von der „Österreichischen Evangelischen Allianz“ und dem „Weg der Versöhnung“ – ein Zusammenschluss unterschiedlicher Persönlichkeiten aus Freikirchen, der katholischen und evangelischen Kirche – veranstaltet wurde. Die ICEJ-Österreich war eingeladen, den Programmpunkt „70 Jahre Frieden“ zu gestalten. Bei der am Linzer Hauptplatz vorgetragenen Ansprache wurde vor rund 7000 Christen auf die historische Schuld und Verantwortung Österreichs während des Zweiten Weltkrieges, aber auch auf die geistlich enge Beziehung der Christen zum jüdischen Volk und zu Israel Bezug genommen. Viele brachten nachher zum Ausdruck, dass sie von dieser Botschaft sehr bewegt waren. Eine derart große Israel-Fahne war am Linzer Hauptplatz vor und nach dieser Veranstaltung wohl kaum einmal sichtbar.
Hunderte Gäste besuchten die Israel-Tagungen in der Freien Christengemeinde Linz mit Ingolf Ellßel (2017) und Dr. Jürgen Bühler (2018). Rund 600 Israelfreunde versammelten sich am 2. September 2018 zu einer – von der ICEJ-Österreich initiierten – Festveranstaltung anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Staates Israel in Wien und erklärten in einer Deklaration ihre Solidarität mit dem jüdischen Volk.
Als weitere besondere Highlights gilt es mehrere Rundreisen in Israel zu nennen sowie die jährliche Reise zum ICEJ-Laubhüttenfest in Jerusalem – für viele Christen aus Österreich ein unvergessliches und einzigartiges Erlebnis, inmitten tausender Gläubiger aus aller Welt Gott anzubeten und Solidarität mit dem jüdischen Volk zu zeigen.
Bei aktuellen Anlässen wurden auch mehrmals politische Entscheidungsträger über die Position der ICEJ informiert und versucht, die wechselvolle Beziehung zwischen Österreich und Israel positiv zu beeinflussen.
So wuchs im Laufe der Zeit die Zahl der Freunde und Förderer, was die Finanzierung vieler humanitärer Projekte ermöglichte. Karl Klanner wurde seit der Gründung des österreichischen Zweiges von seiner Gattin Irene, den Kindern und zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tatkräftig unterstützt. Nach vielen Jahren der ehrenamtlichen Aufbauarbeit übergab er am 20. März 2021 die Leitung an den gebürtigen Briten Steven Bennett. Gemeinsam mit seiner Frau Daniela, einer aus dem Mühlviertel stammenden Lehrerin, hat er schon viele Gemeinden im Lande besucht und persönliche Kontakte geknüpft. Die Vision der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem gemäß Jesaja 40,1 – „Tröstet, tröstet mein Volk” – soll weiterhin bekannt gemacht werden und die Herzen möglichst vieler Menschen erreichen. Für die Zukunft ist es dem Ehepaar ein großes Anliegen, die bestehenden Projekte (Unterstützung von Holocaustüberlebenden, Alijah, Sozialprojekte, mobile Bunker, Yad Vashem, …) fortzuführen und zugleich besonders die junge Generation österreichischer Christen für Israel zu sensibilisieren.
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