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Im Laufe der Geschichte sind die Juden zweimal aus ihrem Heimatland vertrieben worden. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 n.Chr. wurden sie in alle Welt zerstreut. Dennoch haben sie das Verlangen, in ihr Heimatland zurückzukehren, nie aufgegeben. Seit Jahrhunderten beenden die Juden das Passahmahl mit den Sehnsuchtsworten „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Das hebräische Wort Alijah bedeutet „hinaufziehen“, ursprünglich nach Jerusalem, um dort die jüdischen Feste zu feiern. Heute bezeichnet Alijah die Einwanderung von Juden ins Land Israel. Nach fast 2000 Jahren im Exil kehrt das jüdische Volk in seine alte Heimat zurück und baut Israel wieder auf.
Gott liegt die Alijah seines Volkes Israel sehr am Herzen und er möchte, dass wir uns daran beteiligen. Der Prophet Jesaja verkündete: „Ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen.“ (Jesaja 49,22) Der Prophet Jeremia weist darauf hin, dass der Herr die Israeliten „aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte“ zurückbringen wird „in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.“ (Jeremia 16,14+15) Seit der Staatsgründung 1948 hat Israel mehr als 3,1 Millionen Einwanderer aus über 100 Ländern integriert. Diese Einwanderungsbewegung dauert bis heute an - die biblischen Verheißungen erfüllen sich vor unseren Augen!
Die Rückkehr des jüdischen Volkes nach Palästina, später Israel, erfolgte in Einwanderungswellen. Über die Jahrhunderte gab es im Land immer eine jüdische Präsenz. Ab dem späten 19. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Rückkehrer stark an. Als Zionisten suchten sie Zuflucht vor Antisemitismus und Pogromen in Russland und Osteuropa. Die frühen Pioniere legten Sümpfe trocken, drängten die Wüste zurück, forsteten kahle Hänge auf, gründeten landwirtschaftliche Siedlungen und belebten die hebräische Sprache neu. Vor dem 2. Weltkrieg konnten 200.000 Juden das von den Nationalsozialisten besetzte Europa verlassen. Zwischen 1945 und 1947 gab es 480.000 legale und illegale Einwanderer. 90 Prozent von ihnen waren Holocaustüberlebende aus Europa. Bis Anfang der 50er Jahre nahm Israel mehr als 800.000 Sepharden und Mizrachim (Juden spanischer und orientalischer Herkunft) auf, die aus arabischen Staaten vertrieben wurden. Weitere große Einwanderungswellen kamen 1984/85 und 1991 aus Äthiopien mit 8.000 bzw. mehr als 14.000 Einwanderern. Ab 1989 wanderten mehr als eine Million russische Juden aus der ehemaligen Sowjetunion ein.
Bei ihrer Gründung im Jahr 1980 hatte die ICEJ auch das Thema Alijah auf dem Herzen. Europäische Zweigstellen, darunter besonders die finnische ICEJ-Zweigstelle und ihre damalige Direktorin Ulla Järvilehto, halfen bereits in den 1980er Jahren, russische Juden über Wien nach Israel zu bringen. 1986 startete die ICEJ als erste internationale christliche Organisation offiziell ihre Alijah-Arbeit. Dank der Unterstützung von Christen aus aller Welt konnte sie bis Ende 2017 fast 140.000 Juden helfen nach Israel einzuwandern.
Bis Ende der 1990er Jahre brachte die ICEJ mehr als 15.000 russische Olim (Hebräisch für Neueinwanderer) nach Israel und arbeitete mit anderen Diensten zusammen, um Juden aus der Ukraine und anderen Orten nach Hause zu holen. Auch heute noch suchen Mitarbeiter der ICEJ in enger Zusammenarbeit mit der Jewish Agency Juden in den GUS-Staaten auf, bieten ihnen Hilfe an und stellen die benötigten Finanzmittel für die Heimreise nach Israel zur Verfügung. Nach der Finanzkrise in Russland 1998 konnte die ICEJ erneut vielen russischen Juden bei der Auswanderung helfen. Seit der Weltwirtschaftskrise 2008 sind es vor allem Juden aus Russland, Weißrussland und der vom Krieg geschüttelten Ukraine, denen die ICEJ Unterstützung bei der Rückkehr ins Land ihrer Väter zukommen lässt.
Die ICEJ hilft jedoch nicht nur den Juden aus dem Norden. Sie bringt auch jüdische Menschen aus dem Osten und dem Westen zurück nach Israel (Jesaja 43,5+6). Seit 2012 hat die Christliche Botschaft mehr als 1.000 indischen Bnei-Menasche-Juden dabei unterstützt nach Israel zu kommen. Auch chinesische Juden aus Kaifeng waren unter denen, die aus dem Osten heimkehrten. 2010 finanzierte die ICEJ die ersten Flüge für Juden aus Frankreich, wo der zumeist von Muslimen ausgehende Antisemitismus stark angewachsen ist. Rund 30 Prozent der französischen Juden sind auf Alijah-Unterstützung angewiesen.
Die Unterstützung der Alijah aus Äthiopien ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der ICEJ. 2015 beschloss Israel, rund 9.000 äthiopische Juden in Etappen bis 2020 nach Israel zu holen. Sie warten in der nordäthiopischen Stadt Gondar und in Addis Abeba darauf, nach mehr als 2.500 Jahren im Exil in das Land ihrer Vorväter heimzukehren. 2017 konnte die ICEJ dank der Hilfe christlicher Freunde weltweit die Flüge für 1.300 äthiopische Juden sponsern.
Nach der Einreise beginnt für viele Olim die eigentliche Herausforderung - im Land selbst Fuß zu fassen. Die ICEJ arbeitet eng mit israelischen Organisationen wie der Jewish Agency zusammen. Sie fördert spezielle Berufsprogramme sowie Sprachkurse in Integrationszentren. Diese Programme richten sich beispielsweise an Ärzte und Programmierer und helfen ihnen, Arbeit zu finden und sich ein eigenes Leben aufzubauen – mit großem Erfolg.
Sie können mit einer Projekt-Patenschaft helfen, die Einwanderung sowie die Integration von Juden aus aller Welt zu unterstützen. Weitere Informationen unter: www.patenschaft.icej.de (QR-Code)