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Paradigmenwechsel für Israel und die Gemeinde

Paradigmenwechsel für Israel und die Gemeinde

Vom Gericht zur Wiederherstellung
Dr. Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ in Jerusalem
ein Mann steht mit einem Mikrofon in der Hand auf einer Bühne am Rednerpult. Hinter ihm eine Leinwand in blau gehalten mit einer Weltkugel und der Aufschrift: Restaoration, Feast of Tabernacles. Ein schlagzeug, Notenständer und weiteres Equipment ist hinter dem Sprecher aufgebaut

Nun aber will ich mich zu dem Überrest dieses Volkes nicht mehr stellen wie in den vorigen Tagen, spricht der Herr der Heerscharen ... wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heidenvölkern, o Haus Juda und Haus Israel, so will ich euch erretten, dass ihr ein Segen werden sollt ... Gleichwie ich mir vornahm, Unheil über euch zu bringen, als eure Väter mich erzürnten, spricht der Herr der Heerscharen, und es mich nicht reute, so habe ich mir jetzt in diesen Tagen vorgenommen, Jerusalem und dem Haus Juda Gutes zu tun.“ (Sacharja 8,11-15)

Definition Paradigma

Ein Paradigma beschreibt die Gesetzmäßigkeiten, die bestimmte geschichtliche Abschnitte charakterisieren. Wenn ein Paradigmenwechsel passiert, bedeutet es, dass die alten „Binsenweisheiten“ nicht mehr gelten, sondern dass neue Denk- und Handlungsweisen etabliert worden sind. Um effektiv zu sein, muss man sich dieses Wechsels bewusst sein und auf Grundlage der neuen Realität handeln. Gott verkündet durch den Propheten Sacharja, dass er eines Tages seine Handlungsweise gegenüber Israel radikal verändern werde. Und das ist tatsächlich geschehen! Was für Israel früher galt, gilt heute nicht mehr. Dieser Wechsel ist so radikal, dass er eine 180-Gradwende im Verhalten Gottes darstellt.

Zerstörung, Verfolgung, Fluch

Nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer 70 n.Chr. wurde die jüdische Geschichte Jahrhunderte lang durch folgende Themen bestimmt:

  • Zerstörung: Der Tempel, Jerusalem und große Teile Israels bestanden nur noch aus Ruinen;
  • Verlassenheit: das Land Israel war fast 2000 Jahre verlassen und wüst;
  • Zerstreuung: Die Mehrheit der Juden war unter die Nationen zerstreut;
  • Verfolgung: Die Juden wurden überall verfolgt;
  • Fluch: Sie wurden als verfluchtes Volk betrachtet.

Land des Wiederaufbaus

Heute ist Israel ein Land des Wiederaufbaus, nicht der Verwüstung. Uralte Ruinen sind in moderne und lebendige Städte verwandelt worden (Hesekiel 36,35). Israel ist nicht länger verwüstet und verlassen, sondern das einzige Land auf der ganzen Welt, in dem die Wüsten rückläufig sind, es blüht und grünt (Jesaja 27,6). Statt Zerstreuung findet eine riesige Sammlung statt: Fast die Hälfte aller Juden weltweit lebt wieder in Israel. Seit den 1990er Jahren sind über eine Million Juden in ihr angestammtes Heimatland zurückgekehrt (Hesekiel 36,24). Während Israel sich immer noch Feindseligkeiten gegenüber sieht, wird es doch von vielen Nationen und in vielen Gemeinden auf der ganzen Welt unterstützt. Keine andere Nation wird innerhalb der wachsenden evangelikalen Bewegung mehr unterstützt als Israel (Jesaja 60,10). Israel ist nicht länger verflucht, sondern gesegnet: Israelische Erfindungen gibt es heute auf der ganzen Welt, sie prägen unser Alltagsleben (Sacharja 8,13). Das Land ist mittlerweile als Start-up-Nation bekannt, die heute in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung weltweit an der Spitze steht. Ihre Erfindungen und ihre Effektivität können sich mit denen des Silicon Valleys oder jeder anderen High-Tech-Region der Welt messen (Sacharja 8,13).

Man braucht kein Theologe zu sein, um zu erkennen, dass Gottes Handeln mit Israel heute in erstaunlicher Übereinstimmung mit seinem prophetischen Wort geschieht. Gott hat einen dramatischen Wechsel vom Gericht zur Wiederherstellung vollzogen. Wie er früher nicht abgelassen hat, Israel „zu bestrafen“, wird er jetzt nicht nachgeben und tatsächlich all das Gute über Israel bringen, das er verheißen hat.

Bedeutung für die christliche Gemeinde

Wenn wir diesen Paradigmenwechsel in Gottes Handeln an Israel erkennen, stellt sich die Frage: Wie sollte er uns beeinflussen? Was bedeutet er für die christliche Gemeinde heute? Wenn Gott die Art und Weise ändert, wie er Israel behandelt, dann muss es auch die christliche Gemeinde tun. Es muss einen Paradigmenwechsel in der Beziehung der Gemeinde zum jüdischen Staat geben. Die Gemeinde kann es sich schlichtweg nicht mehr leisten, Gottes Pläne mit Israel zu ignorieren. Das Thema Israel sollte nicht mehr länger den „Israel-Experten“ überlassen bleiben, sondern muss auf der Agenda jedes Gemeindeleiters stehen. Der walisische Evangelist Jessie Penn Lewis erklärte in den 1920er Jahren, dass Gott Israel eines Tages vom Abstellgleis wieder auf das Hauptgleis stellen würden. Israel befindet sich tatsächlich wieder auf dem Hauptgleis der Geschichte. Es ist an der Zeit, dass die christliche Gemeinde Israel ganz direkt auf ihre Agenda setzt.

Gott tut etwas Neues

Die Gemeinde muss begreifen, dass Gott etwas Neues an und mit Israel tut. Das, was in Israel und den umliegenden Nationen passiert, wurde schon in der Bibel vorausgesagt– und wir haben das Privileg, die Erfüllung dieser Verheißungen mit unseren eigenen Augen zu sehen. Die Passagen über die künftige „Fülle und Wiederherstellung Israels“ sind so klar und eindeutig, dass John Wesley einmal sagte: „So viele Prophezeiungen beziehen sich auf dieses große Ereignis, dass es einen überrascht, dass überhaupt ein Christ daran zweifeln könnte.“

Zeichen der Zeit erkennen

Wie die Urgemeinde brauchen wir heute apostolische Leiter, welche die Zeichen der Zeit erkennen und den Leib Christi mit Gottes Plänen für Israel in Einklang bringen. Dieser Ruf ergeht an die christliche Gemeinde, und er kann nicht mehr ignoriert werden. Gott hat seine Gangart mit Israel verändert, und genau das sollten wir auch tun.

Gott arbeitet leidenschaftlich an der Errettung der Nationen und ebenso leidenschaftlich ist er in die physische und geistliche Wiederherstellung Israels involviert (Sacharja 8,1). Jede Gemeinde, die das Herz Gottes berühren möchte, muss eine Gemeinde sein, die Leidenschaft für Israel empfindet. Dabei geht es nicht darum, die ursprüngliche Vision für Ihre Gemeinde zu verlieren, sondern ein weiteres Element hinzuzufügen. Das wird noch größeren Segen Gottes auf Ihren Dienst bringen.

Gott hat seine Gangart mit Israel verändert. Sie auch?

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