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Rund 2.000 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern der Welt haben im Oktober das ICEJ-Laubhüttenfest mit dem Thema „Das Land der Verheißung“ in Israel gefeiert. Tausende Online-Teilnehmer schalteten sich zum Livestream zu. Viele von ihnen organisierten Feiern in ihren Kirchen und Gemeinden sowie in ihren Wohnzimmern.
Der malerische Kapernaum-Nationalpark am Ufer des Sees Genezareth bot die perfekte Kulisse für die ersten beiden Abende des diesjährigen Laubhüttenfestes. Rund 2.000 Christen aus aller Welt kamen zusammen, um den Herrn in dieser einzigartigen Umgebung anzubeten. „Ich bin zu Tränen gerührt, Sie hier zu sehen und willkommen zu heißen“, begrüßte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler die Teilnehmer des ersten Laubhüttenfests seit drei Jahren, das wieder vor Ort in Israel stattfand. Aus Deutschland, der Schweiz und Österreich waren über 125 Teilnehmer angereist, die größten Delegationen stammten in diesem Jahr aus Brasilien, den USA, Norwegen und Bolivien.
Ausflüge zu biblischen Stätten und anderen Sehenswürdigkeiten wechselten sich mit dem Laubhüttenfestprogramm ab. Tagsüber erkundeten die Besucher aus der ganzen Welt u.a. den Berg Karmel, Magdala, den Berg der Seligpreisungen sowie die Synagoge von Kapernaum.
Teilnehmer aus Deutschland hatten zudem die Gelegenheit zu einem Besuch im ICEJ-Heim für bedürftige Holocaustüberlebende in Haifa. Renate Kaufmann, Heimbewohnerin und gebürtige Kölnerin, und Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim, begrüßten die Besucher sehr herzlich. Renate erzählte ihre bewegenden Erinnerungen aus ihrer Kindheit während der Nazi-Zeit und des Holocaust.
Am dritten Tag ging es nach dem Besuch der Jordantaufstelle Qasr al-Yahud, der Festung Masada und des Toten Meeres hinauf nach Jerusalem. Abends füllten bei der Fahnenparade der Nationen die Flaggen der Länder, die gemäß dem Wort des Propheten Sacharja (Kapitel 14) vor dem Herrn in Jerusalem erschienen waren, die Pais-Arena. Sharren Haskel, Knesset-Abgeordnete und Mitvorsitzende des Knesset-Ausschusses christlicher Freunde Israels, freute sich über die Rückkehr der christlichen Besucher nach Israel – nach drei Jahren.
„Es gibt nur eine einzige Stelle im Wort Gottes, wo Israel als ‚Land der Verheißung‘ bezeichnet wird, und das ist im Hebräerbrief (Kapitel 11,9)“, erinnerte Jürgen Bühler in seiner Predigt zum Fest-Thema. „Das Land der Verheißung ist nicht nur eine alttestamentliche Verheißung. Der Verfasser des Hebräerbriefs nannte es so, weil er verstand, dass die Verheißungen Gottes unerschütterlich und unfehlbar sind.“
Am vierten Abend begrüßte Fleur Hassan-Nahoum, stellvertretende Bürgermeisterin Jerusalems, die Festteilnehmer sehr herzlich. „Betrachten Sie nichts als selbstverständlich“, sagte Hassan-Nahoum. „Alles ist vergänglich. Gott allein ist Ihr Beschützer, und das ist es, was wir während des Laubhüttenfests feiern.“ Sie bedankte sich für die Solidarität der Christen mit dem jüdischen Volk und Israel. „Wir fühlen uns geehrt, dass Sie alle uns Schutz bieten vor dem manchmal schrecklichen Hass, der uns an so vielen Orten auf der Welt entgegenschlägt.“ Am selben Abend überreichte die ICEJ ihren prestigeträchtigen Nehemia-Preis an den ehrenwerten Mogoeng Mogoeng, ehemaliger Vorsitzender Richter des Verfassungsgerichts der Republik Südafrika. Seit mehr als einem Jahr hält Mogoeng, angesichts enormen Drucks und fürchterlicher Schmähungen in Südafrika und weltweit, an seiner biblisch begründeten Unterstützung Israels öffentlich und mit Nachdruck fest.
Viele Teilnehmer berichteten von der spürbaren Gegenwart Gottes während der Laubhüttenfestwoche. Die Hauptredner Renê Terra Nova (Brasilien), Manasa Kolivuso (Fidschi), Dr. Jürgen Bühler (Jerusalem) und Lou Engle (USA) sprachen mit Klarheit und Salbung in unsere Zeit hinein. Immer wieder ermutigten sie die Christen, ihre von Gott gegebene Berufung, ihr ‚Land der Verheißung‘, in ihrem persönlichen Glaubensleben und als Gemeinde einzunehmen. In den Morgenseminaren brachten Pastoren und geistliche Leiter aus Israel, wie Peter Tsukahira, Benjamin Berger und Calev Myers und aus den Nationen herausfordernde und inspirierende Worte.
Der Lobpreis kam in diesem Jahr buchstäblich aus der ganzen Welt – von jenseits des Polarkreises über die Pazifik- Inseln und das australische „Outback“ bis nach Südafrika. Die große Bandbreite an Musikern und Sängern sorgte für eine wunderbare multikulturelle Anbetung, die der Vision der musikalischen Leiterin des Laubhüttenfests, Vesna Bühler, entsprach, das Fest wahrhaftig zu „einer Sukka (Laubhütte) werden zu lassen, in der jede Nation ihren Platz hat“. Besondere Höhepunkte waren die Musikbeiträge des aus Deutschland angereisten Worship Symphony Orchestra unter der Leitung von Friedemann Meussling. Bewegt lauschten die Christen aus aller Welt dem Liedermacher Siegfried Fietz, der seine Vertonung des Dietrich- Bonhoeffer-Textes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ auf Deutsch, Hebräisch und Englisch vortrug.
Im Mittelpunkt des fünften Tages stand der beliebte Jerusalem-Marsch, bei dem tausende Christen aus der ganzen Welt mit ihren Nationalfahnen und in ihren Nationaltrachten durch die Straßen der Hauptstadt zogen, um ihre Liebe zu Israel zum Ausdruck zu bringen. Jerusalems Bürgermeister Moshe Lion freute sich so sehr, nach drei Jahren wieder christliche Besucher in seiner Stadt zu sehen, dass er ICEJ Präsident Dr. Jürgen Bühler einlud, den Jerusalem-Marsch mit ihm anzuführen. Naomi, eine Israelin, die den Marsch beobachtete, war tief bewegt: „Wir in Israel fühlen uns immer so isoliert – dieses kleine, winzige jüdische Volk. Und diese Umarmung von Menschen aus der ganzen Welt zu spüren, ist einfach herrlich. Wir sind dankbar für jede einzelne Person, die gekommen ist.“
Am nächsten Tag fand im Pavillon in Jerusalem ein weltweiter Gebetstag statt, bei dem die Nationen zusammenkamen, um für ihre jeweiligen Regionen und für Israel zu beten. Auch eine Online-Gebets-Sukka war während des gesamten Festes für die Teilnehmer geöffnet, um sich im Gebet zusammenzutun. Ein weiterer Höhepunkt war der Abendmahlsgottesdienst in der friedvollen Atmosphäre des Gartengrabs. Andrew Brunson (USA), der jahrelang für das Evangelium in einem türkischen Gefängnis gelitten hatte, rief dazu auf, Jesus mit neuer Hingabe zu suchen und zu lieben. Der arabische Pastor Naim Khoury (Bethlehem) und der jüdische Pastor Avraham Ben Hod (Ma‘ale Adumim) setzten gemeinsam das Abendmahl ein. Abends erlebten wir einen wunderbaren Heilungsgottesdienst. Stephen Mirpuri, nationaler Direktor der ICEJ-Philippinen, predigte über Glauben und Heilung, bevor für viele gebetet und sie vom Herrn berührt wurden.
Am letzten Tag des Festes reisten 700 Laubhüttenfestteilnehmer aus 50 Nationen zu einem Solidaritätsbesuch in die südisraelische Region Scha’ar Hanegev, die fast unmittelbar an den Gazastreifen grenzt und seit mehr als 20 Jahren unter ständigem Raketenterror leidet. Ofir Libshtein, Bürgermeister des Regionalrats von Sha'ar HaNegev, empfing uns herzlich und dankte der ICEJ für ihren Beitrag, „unser Leben sicherer zu machen. 95 Prozent der Zeit ist diese Region ein wunderbarer Ort zum Leben. Aber es gibt fünf Prozent der Zeit, in der es nicht einfach ist, hier zu leben." Zum Abschluss der Solidaritätskundgebung wurden 1.000 blaue und weiße Ballons, als symbolische „Gebete für den Frieden“ in der Grenzregion zum Gazastreifen, in die Luft gelassen.