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Deutschsprachige Projekt- und Solidaritätsreise 2025

Deutschsprachige Projekt- und Solidaritätsreise 2025

Tränen, Clowns und Raketen
Karin Lorenz
beeri melina

Busfahrer Tobi

Unser altvertrauter Busfahrer Tobi erwartet uns schon in der Ankunftshalle des Flughafens. Er lacht und winkt. „Willkommen zuhause“, ruft er der Reisegruppe zu. Aber dieses Mal steht nicht sein eigener schmucker Bus auf dem Parkplatz. „Ich musste ihn verkaufen“, bedauert Tobi. Seit dem 7. Oktober 2023 kommen fast keine Reisegruppen mehr nach Israel. Aber Tobi bleibt gut gelaunt, auch wenn es nicht mehr sein eigener Bus ist, den er steuert.

Haifa-Heim, Strand und Tora

Ein Besuch im Haifa-Heim für Holocaustüberlebende (siehe Seite 10), Sonnenbaden am Strand und abends zu Gast in einer orthodoxen Synagoge: Rabbiner Ben Zion hat uns zur Lesung des Buches Ester eingeladen. Der Empfang ist herzlich. Kuchen und Getränke stehen auf den Tischen. Wir feiern den Beginn des biblischen Purim-Fests, die Erinnerung an den Sieg über Haman, der versucht hatte, das jüdische Volk zu vernichten. In bunten Kostümen stürmen die Kinder des Rabbis aus der Synagoge. Der Rabbiner hat sich auch verkleidet, er trägt eine bunte Perücke.

Platz der Geiseln

Solidaritätsbesuch auf dem „Platz der Geiseln“ in Tel Aviv. Freunde und Angehörige erinnern Installationen an die Entführten. Der Nachbau eines Terrortunnels zeigt, wie die verbliebenen Geiseln seit fast eineinhalb Jahren leben müssen. Es geht uns sehr zu Herzen.

Selbstlose Prostituierte

„Eine Nutte hat meinen Schwiegervater über die Grenze in die Schweiz geschmuggelt“, erzählt Jana Marcus-Natanov. Sie führt uns durch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und berichtet von einer ganzen Gruppe Prostituierter, die während der NS-Zeit Juden retteten. Erinnern gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gedenkstätte – nicht nur die Erinnerung an sechs Millionen ermordeter Juden, sondern auch an selbstlose Retter. Sie gelten als „Gerechte unter den Völkern“. Auch den Prostituierten gebührt dieser Ehrentitel, obwohl sich keine dieser Frauen je in Yad Vashem gemeldet hat, um die Auszeichnung zu empfangen. „Wir kennen ihre Namen nicht. Aber wir erinnern an sie in unserer Familie“, versichert Jana mit Dankbarkeit und Respekt.

Bierkrug mit Fahne

Ein voller Bierkrug schnappt sich die Deutschland-Israel-Fahne der Reisegruppe und tanzt mit ihr ausgelassen durch den Machane Yehuda Markt. Purim in Jerusalem! Die Fahne wandert durch viele Hände. Die Israelis sind begeistert vom ausländischen Besuch. Handys werden gezückt, Erinnerungsfotos geknipst. Die Heilige Stadt pulsiert vor Lebensfreude, überall wummern Bässe, in den Straßen drängen sich Menschen in bunten Kostümen. „Ob Haman, Hitler oder Hamas – unsere Feinde verschwinden. Wir bleiben!“, freuen sich die Feiernden.

Gottes Gegenwart

Es müsste ein Ort der Verzweiflung sein – aus menschlicher Sicht. Doch bei unserem Rundgang in der Tageseinrichtung ALEH für Kinder mit Behinderungen in Bnei Brak begegnen wir echter Freude. 300 Kinder werden hier versorgt und behandelt, viele mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen. 20 Prozent dieser Kinder waren einmal völlig gesund, bis eines Tages ein Badeunfall, eine Krankheit oder ein sonstiges Unglück über die Familie hereinbrach und ihre heile Welt zerstörte.

Wir staunen über das Glück, das auf den Gesichtern vieler Kinder liegt. Und in den Gesichtern ihrer Betreuer. Eine tiefe Liebe geht von diesen Menschen aus. Man muss nicht besonders feinfühlig sein, um Gottes Gegenwart an diesem Ort zu spüren. Der deutsche Zweig der ICEJ konnte ALEH einen dringend erforderlichen Krankentransportwagen finanzieren.

Die Wunden von Be’eri

Yarden und Niv führen uns durch Be’eri. Sie sind hier aufgewachsen. In dem einst idyllischen kleinen Kibbuz wüteten die Terroristen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober 2023 besonders grausam, obwohl gerade die Bewohner von Be’eri als Friedensaktivisten bekannt waren und sich seit vielen Jahren für die Menschen im benachbarten Gazastreifen einsetzten. Doch die Terroristen verschonten keinen Bewohner, der in ihre Hände fielen. Selbst Säuglinge wurden brutal massakriert.

Wir sehen die Überreste der zerstörten Häuser. Be’eri soll wieder ein Ort des Lebens werden, versichern uns Yarden und Niv. Ein Ort, an dem wieder Kinderlachen zu hören ist und Familien in Sicherheit und Frieden leben können. Zu den ersten und wichtigsten Wiederaufbau-Projekten gehört ein Rehabilitations- und Traumazentrum. Der deutsche Zweig der ICEJ übernimmt die Finanzierung dieses wichtigen Projekts (siehe Seite 13).

Erntezeit

Irgendeine Frucht oder ein Gemüse ist immer reif in Israel. Heute steht die Paprika-Ernte an. Wir verbringen einen halben Tag im Gewächshaus, pflücken kistenweise rote Schoten, gemeinsam mit einheimischen freiwilligen Helfern.

Kräuter und Bunker

So duftet Israel! Auf dem Gelände des Naturkosmetik-Herstellers ARUGOT im religiösen Moshav Shuva wachsen heimische Kräuter aller Art. Hier entstehen Cremes und Kosmetika ohne chemische Zusätze. Gegründet wurde das kleine Unternehmen von Familie Lachman. Als thoragläubige Juden bringen sie eine spezielle Philosophie in ihre Produkte mit ein. Sie leben in unmittelbarer Nähe zum Gazastreifen, doch am 7. Oktober 2023 entging der fromme kleine Ort dem Terrorangriff der Hamas auf wundersame Weise (Filmtipp: „Arugot – Tora und Kosmetika aus Israel“ von „Faszination Israel“, YouTube). Zwei kleine Bunker, finanziert von Spendern der ICEJ, ermöglichen, dass trotz des Kriegs und des immer wieder stattfindenden Raketenbeschusses weiter produziert werden kann. Gemeinsam mit Rabbiner Schmuel Bowman befestigen wir das Spendenschild der ICEJ an einem der Schutzbunker.

Raketenbeschuss

Die letzte Nacht endet abrupt. Um 03.59 Uhr gibt es Raketenalarm. In Jerusalem, Tel Aviv und zahlreichen anderen Orten hasten Menschen im Schlafanzug in die Schutzräume und Bunker. Auch unsere Reisegruppe (siehe Seite 12).

Es war eine sehr intensive Zeit in Israel, sind sich alle Reiseteilnehmer bei der Abschlussbesprechung einig. „Es war eine Operation am offenen Herzen", fasst Reiseteilnehmer Jochen Hahn zusammen. „Es braucht Zeit, alle Eindrücke zu verarbeiten", bestätigt Sabine Kappelt. Für sie war es die erste Israel-Reise. Aber sicherlich nicht die Letzte. „Ich werde Wiederholungstäterin", versichert sie.

Jeder Teilnehmer berichtet vom besonderen Segen und vielen wertvollen Begegnungen. Trotz Raketenalarm – kein Teilnehmer hat die Tour bereut.

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