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Der renommierte Holocaust- und Auschwitz-Experte Prof. Dr. Gideon Greif (Tel Aviv) hat am Samstag in Stuttgart im Rahmen der ICEJ-ACADEMY bei einem Tagesseminar zum Thema „Auschwitz – Die größte Todesfabrik und ihre `Mitarbeiter´“ gesprochen. Knapp eine Woche vor dem israelischen Holocaust-Gedenktag, an dem traditionell der „March of the Living“ von Auschwitz nach Birkenau stattfindet, hörten 30 Teilnehmer aus Stuttgart und Umgebung den kompetenten und mit historischen Bildern reich illustrierten Vortrag von Prof. Dr. Greif. Dieser referierte über die Geschichte der Juden von den ersten anti-jüdischen Maßnahmen der Nationalsozialisten bis zu ihrer Vernichtung im Todeslager Auschwitz. Prof. Dr. Greif berichtete zunächst von den ersten Opfern der Nazis, den deutschen Juden, die insgesamt zehn Jahre unter der Nazi-Herrschaft leiden mussten.
Dann zeigte er Original-Filmaufnahmen jüdischer Filmproduzenten vom unwiederbringlich verlorengegangenen Leben jüdischer Gemeinden in Polen vor dem Holocaust, die im Juni 1939 produziert worden waren. Anhand von Bildern aus dem „Auschwitz-Album“ von Lili Meier, einem einzigartigen fotografischen Dokument des Grauens von Auschwitz aus dem Jahr 1944, erhielten die Seminarteilnehmer Einblicke in den Weg der Juden von ihrer Ankunft im Todeslager über die Selektion bis zu den Gaskammern.
„Wenn die Leute so viele Fragen stellen, merkt man, dass sie interessiert sind“, zeigte sich Prof. Dr. Greif nach dem Seminar zufrieden. Auch die Teilnehmer waren bewegt von der historischen Dokumentation des Holocaust. „Auch wenn schon vieles bekannt ist, sind die Bilder doch immer wieder schockierend und tief bewegend“, erklärte eine Teilnehmerin. Am Ende des Seminars erhoben sich die Anwesenden zu einer Gedenkminute für die sechs Millionen jüdischen Opfer der Schoah. Stephan Lehnert, Büroleiter der ICEJ-Deutschland, forderte sie auf, sich in ihrem Umfeld couragiert und entschieden gegen Antisemitismus einzusetzen und Israel und das jüdische Volk zu unterstützen. Einige der Seminarbesucher werden diese Woche bei der ICEJ-Reise nach Auschwitz zum „March of the Living“ dabei sein.
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