Am 27.01.2027 fand im Berner Rathaus auf Einladung des Israelischen Botschafters in der Schweiz, S.E. Tibor Shalev Schlosser, eine Gedenkfeier an die über 6 Millionen jüdischen Opfer des Naziregimes statt.
Zahlreiche Botschafter
Zahlreiche Botschafter, Politiker sowie christliche Freunde Israels haben den Anlass gewürdigt und den Ratssaal gefüllt. Nebst den Reden von verschiedenen Würdenträgern, darunter auch Nationalratspräsident Pierre-André Page, hat das persönliche Zeugnis von Frau Eva Koralnik Rottenberg, einer Holocaust-Überlebenden aus Zürich, die Zuschauer ganz tief ergriffen. Ihre Mutter war in St. Gallen als Schweizer Jüdin aufgewachsen und hatte ihren Vater aus Budapest geheiratet, wo die Familie von nun an lebte. Durch die Hochzeit mit einem Ausländer wurde bis 1954 den Schweizer Ehefrauen ihre Schweizer Nationalität aberkannt. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn wurde der Vater in ein Arbeitslager deportiert und ihr Haus wurde für das jüdische Ghetto beschlagnahmt. Eva war gerade 7 Jahre alt. Dank dem unermüdlichen und selbstlosen Einsatz von Harald Feller, einem Beamten des Schweizer Konsulats in Budapest, konnte Eva mit ihrer Mutter, der neugeborenen Schwester und drei weiteren Frauen, die auch ihre Schweizer Bürgerschaft durch Heirat verloren hatten, letztlich via Wien und Feldkirch unter grösster Angst und Gefahr bis in die Schweiz gelangen.
Nach dem Krieg durfte der Vater, der das Arbeitslager überlebt hatte, nach einem juristischen Kampf gegen die Schweizer Behörden aus „humanistischen Gründen“ doch noch in die Schweiz einreisen und zum ersten Mal seine jüngste Tochter sehen. Sie war inzwischen schon 18 Monate alt. Der Vater hatte zwar eine Niederlassungsgenehmigung erhalten, durfte aber jahrelang nicht arbeiten, da ihm die Arbeitsgenehmigung verwehrt wurde. Erst Jahre später konnte er seine Firma, die durch die Nazis beschlagnahmt und zerstört wurde, wieder von Neuem aufbauen.
Nach Jahrzehnten
Nach Jahrzehnten konnte die heute 90-Jährige ihren Retter, Harald Feller, in Bern wieder treffen. Er ist wie Carl Lutz, Paul Grüninger und weitere SchweizerInnen als Gerechter unter den Völkern anerkannt worden, aber noch zu Lebzeiten rehabilitiert worden.
Auch die Nachkommen von Holocaust-Überlebenden kamen zum Wort und bezeugten, wie das Erlebte von ihren Eltern oder Grosseltern sich auf die zweite und dritte Generation auswirkt.










