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„Und der HERR sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, dass ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln standen, welche du zerbrochen hast. Und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigst und dort zu mir trittst auf dem Gipfel des Berges. (2. Mose 34, 1-2)
es ist Schawuot (Pfingsten) und ich kann nicht anders, als an jene Tragödie zu denken, die sich auf dem Berg Sinai abspielte: Damals schloss Gott einen Bund mit dem Volk Israel und gab ihm sein Gesetz, damit es auf seinen Wegen wan-deln würde. Doch das Volk wandte sich ab.
Was für ein Glück für sie und für uns, dass der Herr, als Mose seinen Namen anrief, ihn (und uns) zuerst wissen ließ: „Ich bin der HERR, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende! Ich lasse Menschen meine Liebe erfahren über Tausende von Generatio-nen. Ich vergebe Schuld, Unrecht und Sünde, doch ich lasse nicht alles unge-straft.“ (2. Mose 34,6-7 Hoffnung für alle)
Die Zeit, die er in Gottes Gegenwart verbrachte, um ihn und seine Wege zu erfahren, veränderte und verwandelte Mose. Die Heilige Schrift sagt, dass Mose der Einzige war, mit dem der Herr „nicht in geheimnisvollen Bildern, sondern in klaren Worten“ sprach. Er durfte den Herrn sogar sehen (4. Mose 12,8). Diese Begegnung mit Gott ließ Moses Gesicht so sehr erstrahlen, dass er einen Schleier anlegen musste. Dieser Gedanke der Verwandlung in Gottes Gegenwart und dass er immer bei uns ist, ist eine große Ermutigung.
Kürzlich wurde ich durch das Zeugnis von Omer Shem Tov inspiriert. Omer wurde vom Nova-Musikfestival entführt und musste 505 Tage als Geisel in Gaza ausharren. Auf die Frage, wie er die Zeit dort verbrachte, sagte er: „Ich träumte von zu Hause, von Familie und Freunden. Man versucht, sich in diese Träume zu flüchten. ... Es war eine schwierige Zeit. Eine deprimierende Zeit, aber es gab nie einen Moment, in dem das Licht in mir völlig erloschen war. Während meiner Gefangenschaft wurde mein Glaube gestärkt. Ich saß einfach da und redete mit Gott.“ Auf die Frage, worüber er mit Gott sprach, erwiderte Omer: „Jeder bittet Gott um etwas, aber sie fragen ihn nie, wie es ihm eigent-lich geht. Ich begann also immer mit: 'Wie geht es dir, Abba? Wie fühlst du dich?' Und dann war ich als Erstes dankbar. Ich dankte Ihm, dass ich noch am Leben war. Ich dankte Ihm, dass ich Atem in meinen Lungen hatte. Ich dankte Ihm für das Essen, das ich hatte. Dankte Ihm für alles, was ich hatte.“ Und was dann? Omer fuhr fort: „Erst dann begann ich, ihn um Dinge zu bitten. ... Dass er mich auf den richtigen Weg bringen würde. Dass er mir helfen würde, in Frieden nach Hause zurückzukehren. Dass er mich leiten und stärken würde..., dass er über meine Familie wachen würde.“
Was für ein schönes Zeugnis von Gottes stärkender Gegenwart. Wir werden durch sein Licht und sein Leben verwandelt, wenn wir Zeit mit ihm verbringen. Auch wenn unser Gesicht nicht so strahlt wie das von Mose, lassen diese Momente mit ihm sein Licht in uns heller leuchten. Gott hat ein Wunder für Omer gewirkt und ihn nach Hause gebracht. Möge dieses Zeugnis des Glaubens und der Widerstandsfähigkeit eine Inspiration für alle sein, wenn wir Schawuot/Pfingsten feiern.
Gottes Segen aus Jerusalem,
Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales