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„Lasst uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum HERRN bekehren!“ (Klagelieder 3,40)
mit dem Beginn des hebräischen Monats Elul treten wir in eine sehr bedeutungsvolle Zeit im biblischen Kalender ein. Vor uns liegen der Klang des Schofars an Rosch Haschana, der Ruf zur Umkehr an Jom Kippur und schließlich die große Feier des Laubhüttenfestes. Seit Jahrhunderten betrachten die Juden den Elul als einen Monat, in dem man sein Herz vorbereitet. Die Botschaft an uns lautet: Bereitet euch vor, eurem König zu begegnen.
In der jüdischen Tradition ist mit dem Elul der schöne Ausspruch verbunden: „Der König ist auf dem Feld.“ Das Bild beschreibt einen König, der seinen Palast verlässt und hinaus auf die Felder geht, wo gewöhnliche Menschen zu ihm kommen können. Die Schrift lehrt nicht, dass Gott diese Tradition während des Monats Elul buchstäblich praktiziert. Doch sie erinnert uns daran, dass der Herr nicht fern ist. Er lädt uns in die Gemeinschaft mit Ihm ein. Durch Jeschua haben wir jederzeit Zugang zur Gegenwart Gottes und dürfen mit Zuversicht vor seinen Gnadenthron treten. Der Elul erinnert uns daran, dass das Problem nicht die Abwesenheit des Königs ist. Oft sind wir einfach zu beschäftigt, um zu erkennen, dass Er nahe ist.
Deshalb ist der Elul eine Einladung, zu unserer ersten Liebe zurückzukehren. Es gibt Zeiten, in denen Gebet zur Routine wird, die Heilige Schrift uns gewöhnlich statt kostbar erscheint und der Dienst zu Aktivität ohne innere Gemeinschaft wird. Der Herr ruft uns zurück – nicht zu noch mehr Anstrengung, sondern Ihn tiefer zu erkennen. Seine Einladung lautet: „Kommt nahe zu mir.“ Es soll eine Zeit sein, in der wir ganz bewusst Raum schaffen, um dem König zu begegnen, und Ihn bitten, die Liebe und Leidenschaft wiederherzustellen, die wir am Anfang hatten.
Der Elul wird traditionell auch mit Umkehr und dem Schall des Schofars verbunden. In vielen jüdischen Gemeinden erklingt während dieses Monats jeden Morgen das Schofar, um uns wachzurütteln und unseren Blick auf Gott zu richten. Joel gibt uns ein eindrückliches Bild: „Stoßt in das Horn in Zion, heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung!“ (Joel 2,15). Der Ruf zur Umkehr richtet sich nicht nur an den Einzelnen; die ganze Gemeinschaft wird in die Gegenwart Gottes gerufen. Lassen sie uns als Gebetsgemeinschaft diesen geistlichen Ruf hören und den Herrn bitten, unsere Herzen zu prüfen. „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine“ (Psalm 139,23).
Der Elul bereitet uns auf die bevorstehenden biblischen Feste vor. Diese von Gott bestimmten Zeiten erinnern uns daran, dass Er nicht nur der Herr unseres persönlichen Lebens ist, sondern auch der Herr der Geschichte. Seine Bundesverheißungen an Israel sind nicht hinfällig geworden, Seine Absichten für die Nationen werden erfüllt werden, und eines Tages werden die Reiche dieser Welt zum Reich unseres Herrn werden. Wir kennen weder den Tag noch die Stunde, aber wir kennen die Richtung der Geschichte. Gott ist treu, und jede Verheißung, die Er gegeben hat, wird sich erfüllen.
Möge das Schofar des Elul unseren Geist aufwecken. Mögen wir zu unserer ersten Liebe zurückkehren, dem Herrn erlauben, unsere Herzen zu erforschen und zu reinigen, und dem König näherkommen. Während wir uns darauf vorbereiten, für Israel, die Nationen und das Laubhüttenfest zu beten, mögen unsere Herzen bereit sein für ein tieferes Wirken des Heiligen Geistes und für alles, was Gott vorbereitet hat. Der König ist auf dem Feld. Er ruft uns in die Gemeinschaft mit Ihm.
Segensgrüße aus Jerusalem
Dr. Jürgen Bühler
Präsident der ICEJ
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