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Katia (31) kam bereits im März nach Israel. Vor dem Krieg war sie Vertriebsleiterin in einer ukrainischen Fabrik. In ihrer Freizeit kümmerte sie sich um hilfsbedürftige Familien. Durch die russische Invasion wurde ihr Haus zerstört. Katia erlitt eine Schusswunde im linken Bein, ihr Kiefer und Körper wurden verletzt. Blutend und mit starken Schmerzen lag sie während der gefährlichen Fahrt in die Republik Moldau acht Stunden auf dem Rücksitz eines Autos. Dort erhielt sie in einem Krankenhaus die schreckliche Nachricht, dass ihr Bein amputiert werden müsse. Doch jüdische und christliche Freiwillige setzten sich dafür ein, dass sie per Rettungsflug nach Israel gebracht wurde. Dort wurde sie in einem Krankenhaus behandelt. Katias Erleichterung war riesig, als sie hörte, dass die Ärzte ihr Bein retten konnten. „Das ist ein Wunder!“, sagte sie im Gespräch mit Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales.
Bei ihrer Ankunft in Israel war Katia allein und stand unter Schock. Ihre Mutter und Schwester schafften es nicht, mit Katias posttraumatischer Belastung umzugehen. Doch eine christliche Krankenschwester freundete sich mit ihr an und half ihr durch die tiefe Depression während ihrer Genesung. Katia braucht dringend eine zahnärztliche Behandlung, ihre Schneidezähne fehlen. Dennoch lächelte sie und dankte der ICEJ für die Unterstützung. Katia braucht noch Zeit, bis sie vollständig genesen ist und wieder laufen kann. Hebräisch will sie trotzdem schon lernen. Als Jugendliche erfuhr sie, dass sie als Jüdin nach Israel einwandern darf. Dies hatte sie bisher jedoch nie ernsthaft in Betracht gezogen. Doch jetzt glaubt sie, dass Gott einen guten Grund dafür hatte, sie nach Israel zu bringen. Sie freut sich darauf, anderen wieder helfen zu können. „Ich habe so viel Unterstützung von Christen erhalten, auch von der ICEJ für meine zahnärztliche Versorgung. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, sagte Katia.

Wie viele Juden floh Oksana mit ihren beiden Söhnen von Kiew über Moldau und Rumänien nach Israel. Die russische Invasion trennte ihre Familie: Ihr Sohn Liev (6) hat Asthma und kämpfte mit Atemnot, während sie tagelang in unterirdischen Schutzunterkünften ausharren mussten. Oksana gab ihren Job auf, musste ihren Ehemann zurücklassen und kam nur mit einem Koffer und wenig Geld in Israel an. „Hier kümmern sich die Leute um andere“, sagte Oksana dankbar. „Ich liebe Israel und möchte nie wieder gehen.“ Als sie einen Zahnarzt für ihren Sohn suchte, stellte sie fest, dass auch sie eine Behandlung braucht. „Für uns ist es immer noch schwer, über die Runden zu kommen. Eure finanzielle Hilfe ist ein echtes Geschenk“, bedankte sich Oksana bei Nicole unter Tränen.