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Der brutale Bürgerkrieg in Syrien und das iranische Atomprogramm stellen für Länder in Nah und Fern schwerwiegende Bedrohungen dar. Doch Israel ist die einzige Nation, die Schritte unternimmt, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Der Westen hingegen scheint immer noch wie traumatisiert zu sein durch die Folgen des Irak-Krieges 2003.
Insbesondere die US-Geheimdienste sind gefährlich langsam darin, das Offensichtliche zu entschlüsseln, dass nämlich der Iran an der Schwelle zur Atombombe steht und dass das syrische Regime chemische Waffen gegen seine eigenen Bürger eingesetzt hat. Dadurch liefern sie der Regierung von Barack Obama einen Vorwand, nur sehr zögerlich auf diese Bedrohungen zu reagieren.
Vor zehn Jahren wurde der von den USA angeführte Einmarsch in den Irak von Befürchtungen getrieben, der Irak entwickle Massenvernichtungswaffen und sei an der Finanzierung des weltweiten Terrors beteiligt, einschließlich einer vermuteten Rolle bei den Terroranschlägen des 11. September. Beispielsweise gab es Berichte über bewegliche Gaslabors und Bagdads Versuche, Uranerz in Zentralafrika zu erwerben.
Viele dieser Geheimdienstinformationen wurden damals als Fabrikation „zionistischer“ Elemente in Washington in Zweifel gezogen. Doch dann erklärte CIA-Chef George Tenet, die irakischen Massenvernichtungswaffen seien ein „Volltreffer“, und Außenminister Colin Powell präsentierte einen fünf Pfund schweren Zuckersack im UN-Sicherheitsrat, um die Ernsthaftigkeit der Anthrax-Bedrohung zu verdeutlichen.
So kam es schließlich zum Einmarsch in den Irak. Doch bedeutende Lager von Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden, und die Anzahl der Todesopfer stieg. Obwohl Saddam Hussein schnell gestürzt wurde, verlängerten sowohl Al-Kaida als auch der Iran das Blutvergießen, indem sie den Irak absichtlich in das Hauptschlachtfeld gegen den „Kreuzfahrer-Westen“ verwandelten.
Natürlich wünscht sich heute niemand Saddams Rückkehr, und die meisten seiner chemischen und biologischen Waffenarsenale sind wahrscheinlich in Syrien gelandet. Doch die Kriegsmüdigkeit aus dem Irak und die Geheimdienstfehler im Zusammenhang mit diesem Konflikt beeinflussen uns noch heute. Der Westen scheint nicht in der Lage zu sein, mit der wachsenden Bedrohung aus Syrien und dem Iran umzugehen.
Im Fall des Iran gibt es einen ständigen Unterschied in der Einschätzung der amerikanischen und israelischen Geheimdienste, wie weit Teheran bei der Entwicklung von Atomwaffen schon fortgeschritten ist. Doch dieser Abstand verringert sich immer mehr, einfach, weil der Iran so nah an die Schwelle zur Atomwaffenfähigkeit herangerückt ist. So gestand US-Präsident Obama vor kurzem ein, dass Teheran weniger als ein Jahr davon entfernt sei, eine Bombe zu bauen.
Bei der Eröffnung der UN-Vollversammlung im letzten September zog der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu öffentlichkeitswirksam eine rote Linie zur Beendigung der iranischen Atomambitionen. Er bestand darauf, dass den Ajatollahs nicht erlaubt werden dürfe, 250 Kilogramm auf 20 Prozent angereichertes Uran anzusammeln; diese Menge reicht aus, um eine Atombombe zu bauen. Der Iran ist nun gefährlich weit an Netanjahus rote Linie herangerückt. Daher haben wir die Stunde der Wahrheit erreicht, in der sich herausstellen wird, ob die US-Regierung ihr Versprechen einhält, den Iran, falls notwendig, militärisch zu konfrontieren, oder ob Washington sich für Zurückhaltung entscheidet.
Unterdessen hat das Blutbad in Syrien in den letzten beiden Jahren nahezu 100 000 Menschen das Leben gekostet. Die NATO-Länder wollen sich jedoch nicht wirklich engagieren, da die Kriege im Irak und in Afghanistan dem Westen solche Interventionen verleidet haben.
Obama hat selbst eine rote Linie für Syrien gezogen und vor einem Eingreifen der USA gewarnt, sollte Baschar al-Assad sein tödliches Chemiewaffenarsenal in seinem Kampf um die Macht einsetzen. Doch angesichts glaubwürdiger Berichte, dass Anhänger Assads tatsächlich chemische Kampfstoffe gegen die Rebellen eingesetzt haben, fordert das Weiße Haus nun eine „ununterbrochene Kausalkette“ zurück zum Assad-Regime.
Genau wie im Fall des Iran liegt dieser Entscheidung mangelnder politischer Wille des Westens zugrunde, den wachsenden Gefahren in Syrien zu begegnen. Gleichzeitig schrecken die Geheimdienste aufgrund des Versagens im Irak vor einem Waffengang zurück.
Israel hat andererseits seinen Geheimdiensten vertraut und entschieden gehandelt, um seine eigenen roten Linien in Syrien zu verstärken. Jerusalem will nicht in den Bürgerkrieg zwischen Assad und der arabisch-sunnitischen Bevölkerungsmehrheit hineingezogen werden, teilweise deshalb, weil sich die Rebellen mit Dschihadisten verbünden, die Israel ebenfalls hassen. Doch Netanjahu hat gewarnt, dass jeder Versuch, hochentwickelte Waffen oder Massenvernichtungswaffen an die Hisbollah oder Al-Kaida-Kämpfer zu liefern, verhindert würde.
Die israelische Armee hat diese Warnung nun mit präzisen Luftschlägen in mindestens drei Fällen in den letzten Monaten untermauert. Darin eingeschlossen sind zwei Angriffe auf Raketentransporte zur Hisbollah im Libanon, genauso wie die Zerstörung einer militärischen Forschungseinrichtung bei Damaskus. Diese unerschrockenen Aktionen waren sehr riskant, doch sie machten gleichzeitig dem Iran sehr deutlich, dass Israel es sehr ernst meint, wenn es um Massenvernichtungswaffen geht.
Bisher hat Syrien gegen Israel nicht zurückgeschlagen, höchstwahrscheinlich, weil das Assad-Regime gerade so sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt ist. Doch es hat auch im September 2006 nicht direkt reagiert, als Berichten zufolge die israelische Luftwaffe den geheimen al-Kibar-Atomreaktor zerstörte.
Damals verfügte Israel über eine Fülle an Beweismaterial, dass es sich um eine Atomfabrik handelte, die einem nordkoreanischen Modell nachempfunden war. Die Israelis teilten ihre Beweise mit der Regierung von US-Präsident Bush. Doch die Bush-Regierung, die immer noch an den Irak-Folgen litt, zog in Zweifel, ob die Fabrik tatsächlich Teil eines Atomwaffenprogramms sei, und drängte stattdessen darauf, die Angelegenheit den Vereinten Nationen zu übergeben.
Doch Israel entschied sich anders. Die Regierung von Ehud Olmert vertraute den eigenen Geheimdiensterkenntnissen und ordnete unerschrocken Luftschläge auf al-Kibar an, die Erfolg hatten, ohne dass das syrische Militär irgendwie reagierte.
Zweifelsohne werden Syrien und seine Verbündeten, der Iran und die Hisbollah, jetzt versuchen, für die letzten Luftschläge bei Damaskus Vergeltung zu üben, dadurch, dass sie Terroranschläge auf sog. „weiche Ziele“, nämlich Israelis und Juden im Ausland, verüben. Die Grenze auf den Golanhöhen wird auch immer mehr zu einer aktiven Front nach vierzig Jahren relativer Ruhe.
All das vermittelt Israel das Gefühl, dass es allein den Mut hat, sich den wachsenden Bedrohungen aus Syrien und dem Iran zu stellen, während der Westen gebunden bleibt durch seine Fehler der Vergangenheit.
Das Problem ist, dass der Iran eine viel größere Bedrohung der Region und der Welt war und ist als der Irak vor zehn Jahren. Tatsächlich unternahm der damalige Premierminister Ariel Scharon im Vorfeld des Irak-Krieges zwei Visiten nach Washington, um Bush zu warnen, dass der Iran die größere Bedrohung darstelle.
Wie sind wir nun in diese schwierige Situation hineingeraten, in welcher der Westen so kriegsmüde ist und gelähmt durch bleibende Zweifel, dass er sich der wahren Bedrohung durch den Iran und seine Stellvertreter nicht annehmen kann? Ich glaube, alle diese Negativfolgen rühren daher, dass die USA zum Irakkrieg verführt wurden.
Saddam ist dankenswerterweise nicht mehr da, und unsere Geheimdienste haben sich nicht so sehr geirrt. Doch etwas hat uns in einen Kampf im Irak gelockt, der sich viel zu lange hinzog und den Westen gebunden hat, sodass er sich der größeren Bedrohung aus Teheran nicht annehmen konnte. Meiner Auffassung nach handelt es sich um etwas, was die Bibel als Geist der Täuschung oder Verführung beschreibt, der auf globaler Ebene in den „letzten Tagen“ operieren wird (2. Thessalonicher 2; 2. Timotheus 3,13).
Der Westen muss unsere Freiheit verteidigen, doch wir werden langsam aber sicher zu einem endlosen Krieg mit dem Islam verführt. Dieser ist ein Geist, der Israel zerstören will, es aber niemals schaffen wird. Doch er trachtet danach, unsere Entschlossenheit zu schwächen und Rechtfertigungen vorzubringen, Israel und den Westen zu dämonisieren. Er trachtet auch danach, uns zu einem massiven Militärschlag zu provozieren, der zum Tod unzähliger Muslime führen würde; und möglicherweise ist es genau das, was der Teufel am allermeisten will.
David Parsons ist Medien-Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem
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