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Israel in Not! Trauma-Arbeit

Die letzten Rosen eines trauernden Vaters
Karin Lorenz
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„… und mein Schmerz ist immer vor mir." (Psalm 38,18)

Der Lebensmut der Israelis sucht seinesgleichen. Doch der überall spürbare Wille, das Leben zu feiern, kann täuschen. Der 7. Oktober ist eine immer noch offene Wunde. Einzelne Schicksale zeigen, wieviel Kraft das Weiterleben kostet – für manche zu viel.

Erinnerungen Er ist nicht verbittert. Eli Sharabi spricht nicht über Hass oder Rache, obwohl die Hamas seine Frau Lianne und seine beiden Töchter brutal ermordet hat und er selbst ein Jahr und vier Monate als Geisel angekettet in den Terrortunneln überstehen musste, ehe er halb verhungert freikam. „Ich bin glücklich“, sagt Eli Sharabi in Interviews. „Glücklich, dass ich Lianne 30 Jahre lang hatte. Glücklich, dass ich diese großartigen Töchter so viele Jahre lang hatte.“

Doch es gibt auch Terror-Überlebende und Angehörige, die den Schmerz und die Erinnerung nicht ertragen können. Wie Vladislav B., der Vater einer jungen Frau, die auf dem Nova-Festival ermordet wurde. Sie liebte Rosen, deshalb legte ihr trauernder Vater jede Woche rote Rosen auf ihr Grab. Über ein Jahr lang, bis ihm Ende Februar die Kraft ausging. Er setzte seinem Leben ein Ende. Der 48-Jährige lässt seine Frau und eine jüngere Tochter zurück, die nun diesen zusätzlichen Schmerz zu tragen haben.

Suizide Es ist nicht der einzige Selbstmord, der Israel erschüttert. Israelische Medien berichten immer wieder von Suiziden unter Opfer-Angehörigen und Überlebende. Zu diesen Fällen gehört Shirel Golan. Die Überlebende des Nova-Massakers nahm sich Ende Oktober das Leben – an ihrem 22. Geburtstag. Verlässliche Zahlen zu Suiziden bei Überlebenden des 7. Oktober gibt es nicht. Laut Ministerium für Wohlfahrt und Soziales werden aber rund 1.700 der 3.800 Überlebenden des Nova-Massakers psychologisch betreut.

Dafür gibt es Statistiken zu Suiziden bei jungen Soldaten – mit erschreckenden Zahlen. 2023 begingen 17 Soldaten Selbstmord. 2024 zählte man 21 Fälle.

Fehlende Therapieplätze Studien zufolge warten seit dem 7. Oktober rund 600.000 Israelis auf psychologische Unterstützung, darunter viele Kinder, die durch den seit Jahrzehnten stattfindenden Raketenbeschuss auf Israel an posttraumatischen Belastungsstörungen und Angststörungen erkrankt sind. Psychologen sprechen von einer „Epidemie an psychischen Erkrankungen“, getriggert durch den Terrorangriff der Hamas.

Das israelische Gesundheitssystem ist dieser Epidemie leider nicht gewachsen, es fehlt an Angeboten und an den nötigen Finanzen. Deshalb gehört zu den neuen Schwerpunkten der ICEJ auch die Unterstützung therapeutischer Projekte und Traumabehandlungen in Israel.

 

Bitte helfen Sie uns, Trauma-Projekte in Israel zu unterstützen. Geben Sie bei Ihrer Spende „Trauma-Arbeit“ an. Herzlichen Dank!

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