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In der christlichen Einrichtung Lifegate (Tor zum Leben) in Beit Jala bei Bethlehem werden 250 arabische Kinder und junge Menschen mit Behinderungen vom Kindergartenalter bis zur Berufsausbildung in verschiedenen Förderprogrammen betreut, unterrichtet und ausgebildet. Seit Jahren unterstützt die ICEJ Deutschland diese wichtige und einzigartige Arbeit im Westjordanland.
Die Lifegate-Mitarbeiter kümmern sich mit besonderer Aufmerksamkeit, fachkundiger Pflege und liebevoller Förderung um die Kinder und Jugendlichen. „Die Kinder mit schwersten Behinderungen erhalten Hilfsmittel, die von unseren sehr professionellen Mitarbeitern in den hauseigenen Werkstätten hergestellt werden“, erklärte Burghard Schunkert, der deutsche Einrichtungsleiter.
„So werden in der Schreinerei Tische angefertigt und die Schuhreparatur sowie die Polsterwerkstatt stellen Kopf-und Seitenstützen her. Am Ende ist der Rollstuhl oder der Stehständer ganz individuell auf ein Kind zugeschnitten und eine wirkliche Hilfe für Mobilität und Lebensqualität.“
Auch die Zusammenarbeit mit israelischen Fachärzten kommt den Kindern zugute. Der sechsjährige Basil wurde mit offenem Rücken geboren und verbrachte die ersten Jahre seines Lebens krabbelnd auf dem Fußboden. Von Lifegate erhielt der aufgeweckte Junge einen Rollstuhl. Beim Besuch im israelischen Alyn-Krankenhaus stellte sich heraus, dass Basil mit Hilfe einer Beinschiene stehen und vielleicht sogar laufen kann, obwohl er im unteren Körperbereich nur wenig Gefühl hat. Kos, der Physiotherapeut des Krankenhauses, holte abgelegte, gebrauchte Beinschienen, von denen eine genau passte, so dass Basil seine ersten Schritte machen konnte!
Seit 2020 bietet Lifegate auch zwölf schwerst- und mehrfachbehinderten Kindern Förderung an. Immer wieder hatten ihre Eltern darum gebeten. „Die Kinder machen uns viel Freude und entwickeln sich langsam, aber stetig. Und die Eltern, besonders die Mütter, können ein paar Stunden durchatmen“, berichtete Burghard erfreut.
Mit viel Kreativität und guten Ideen unterstützt Life-gate zudem Familien von Kindern und jungen Menschen mit Behinderung, die kein Einkommen haben. Die Mitarbeiter stehen ihnen beratend und helfend zur Seite, während die Familien das Projekt durchführen und die jungen Menschen mit Behinderung aktiv mitarbeiten lassen. So profitiert die ganze Familie und kann sogar das Förderprogramm für ihr Kind mit einem kleinen Beitrag unterstützen. Auf diese Weise wurde auch Samis Familie geholfen. Der autistische junge Mann (19), der die Lifegate-Förderschule besuchte, lebt jetzt im Dorf Batir bei seiner Familie. Der Vater verdiente als Tagelöhner jedoch nicht viel. Aufgrund der Lage des kleinen Hauses der Familie am Rande eines fruchtbaren Tales mit vielen Bäumen und Wiesen entstand die Idee, ein Bienenzuchtprojekt zu starten. Es hilft der Familie nun, ihr Grundeinkommen zu sichern, und versorgt Lifegate mit leckerem Honig.