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Als Hitlerjunge Anton seinem Idol Adolf Hitler die Hand geben durfte, hielt er die Begegnung für den prägendsten Moment in seinem Leben. Bis er die Lüge erkannte – und zum großen Freund und Verteidiger des jüdischen Volks und Israels wurde.
Anton wurde 1930 in Oberösterreich geboren. Seine Familie lebte in großer Armut. Als Hitler 1938 Österreich an das Deutsche Reich anschloss, wurde Anton von einer allgegenwärtigen Begeisterung mitgerissen.
„Wir hatten plötzlich Bedeutung und Hoffnung. Mit acht Jahren wurde ich Hitlerjunge und war stolz auf meine Uniform, denn ich hatte davor keine so schöne Kleidung.“
Wie Millionen andere Kinder wurde Anton den Nationalsozialisten ausgeliefert. Disziplin, Gehorsam und Ideologie prägten seinen Alltag.
„Ich war stolz, ein Hitlerjunge zu sein“
Zugleich wurde ihm eingebläut, dass Juden an allen Problemen der Welt schuld seien.
„Wir wurden gelehrt, dass Juden für die Kriege und Probleme in der Welt verantwortlich wären.“
Judenhass wurde zur Normalität.
Als Hitler durch Bad Leonfelden fuhr, wurde der achtjährige Anton ausgewählt, das goldene Buch der Stadt zu halten, in das Hitler sich eintrug.
„Er wuschelte mir durch das Haar und streichelte mir die Wange.“
Wenige Jahre später wurde Anton aufgrund seiner Leistungen in der Hitlerjugend nach Berchtesgaden in Hitlers Privathaus, den Berghof, eingeladen.
„Ich habe Hitler die Hand geschüttelt. Auch Göring, Bormann und Himmler waren dort. Ich streichelte sogar seine Schäferhündin. Hitler warnte mich, denn sie war scharf abgerichtet, aber die Hündin blieb ruhig. Das erstaunte Hitler selbst und er verriet mir ihren Namen, der damals geheim gehaltenen wurde.“
Damals glaubte Anton, die wichtigste Person in seinem Leben getroffen zu haben.
Anton überlebte die Bombenangriffe auf Linz, unter Trümmern verschüttet. Als der Krieg endete, hörte er die Nachricht von Hitlers Tod.
„Zuerst hieß es, er sei heldenhaft gefallen. Später erfuhren wir die Wahrheit: Er hatte Selbstmord begangen. In der Hitlerjugend war unser Wahlspruch: Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Jetzt erkannte ich, dass er ein Feigling war und uns belogen hatte.“
Der junge Mann verlor seinen Glauben an den Nationalsozialismus vollständig. Kurz darauf wurde er von den sowjetischen Truppen gefangen genommen und verbrachte Jahre in Gefangenschaft und Zwangsarbeit.
Nach seiner Entlassung reiste Anton durch Europa und den Nahen Osten. Er suchte in verschiedenen Religionen nach Sinn und Wahrheit, aber ohne Antwort. Doch dann griff Gott in sein Leben ein. Bei einem Arztbesuch aufgrund eines Hörproblems wurde Anton nach seiner Religion gefragt.
„Ich sagte ihm, ich glaube an nichts.“
Der Arzt lud ihn daraufhin zu einer Bibelstunde ein. Anton nahm an. Die Bibel begann ihn zu fesseln. Später begegnete er einem messianischen Juden, der ihm zeigte, wie die hebräischen Schriften auf Jeschua hinweisen.
„Zum ersten Mal verstand ich, dass die Juden nicht das Problem waren, so wie ich es gelernt hatte. Sie sind Gottes auserwähltes Volk.“
Ein weiterer entscheidender Moment geschah 2003 in der Schweiz, als Anton beim Wandern in eine Gletscherspalte stürzte.
„Als ich überlebte, sagte ich: ‚Ich hatte Glück.‘ Der Arzt antwortete: ‚Das war kein Glück. Es war der da oben.‘“
Diese Worte ließen Anton nicht mehr los. Schritt für Schritt wuchs sein Glaube. Schließlich erkannte er Jesus als den Messias Israels. 2007 reiste Anton zum Laubhüttenfest nach Israel und ließ sich im Jordan taufen.
Von da an war Anton, der ehemalige Hitlerjunge, ein Zeuge für Israel und den Gott Israels. Der Junge, der einst die Juden hasste, liebte und bewunderte nun Israel und das Volk Gottes. Er trat öffentlich gegen Antisemitismus auf und verteidigte Israel in Österreich.
„Was ich an den Israelis besonders bewundere: Sie nehmen Kranke und Verletzte auf, bringen sie in ihre Krankenhäuser und sorgen für sie – sogar für ihre eingeschworenen Feinde (…), selbst für die Kinder derer, die wieder und wieder sagen, dass sie die Juden ins Meer drängen wollen."
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